Katastrophengebiet Nordrhein-Westfalen

Helfer aus Mühlheim nach NRW-Einsatz: „Nie etwas Vergleichbares gesehen“

Nach dem Unwetter in Nordrhein-Westfalen - Erftstadt-Blessem
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Das Unwetter in NRW hat katastrophale Schäden hinterlassen. Ein Helfer aus Mühlheim (Offenbach) berichtet von seinen Eindrücken.

Nach dem katastrophalen Unwetter in NRW eilt ein Einsatztrupp aus dem Kreis Offenbach zu Hilfe. Ein Helfer aus Mühlheim berichtet jetzt von seinen Eindrücken.

Mühlheim – Der Katastrophenschutzzug aus dem Kreis Offenbach ist gestern wieder aus dem Katastrophengebiet in Nordrhein-Westfalen in die Heimat zurückgekehrt. Unter den Einsatzkräften der Feuerwehren aus dem Kreisgebiet waren auch zehn Aktive der Mühlheimer und Dietesheimer Wehren geleitet von Zugführer Christian Spahn mit drei Fahrzeugen.

„Die Kameraden haben sich direkt bereit erklärt zu helfen“, sagt Stadtbrandinspektor Lars Kindermann. „Es mussten sogar einige Freiwillige in Mühlheim bleiben.“ Kindermann, der am Freitag in Erftstadt, südwestlich von Köln, das Ausmaß der Zerstörung mit eigenen Augen erlebt hat, sagt: „Ich habe definitiv nie etwas Vergleichbares gesehen.“ Die Erft war nach den starken Regenfällen viermal so breit wie normal, im Stadtteil Blessem war durch Fluten und Hochwasser ein riesiger Krater entstanden, mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein. Der Ortsteil war evakuiert worden.

Offenbach: Nach NRW-Unwetter spricht Mühlheimer von „unglaublicher Hilfsbereitschaft“

Die Helfer aus dem Kreis waren zur Menschenrettung in Erftstadt, hatten aber Schwierigkeiten, wegen der zerstörten Infrastruktur überhaupt in die durch Erdrutsch und Wassermassen abgeschnittenen Gebiete zu kommen, berichtet Kindermann. Am Samstag wechselten die Einsatzkräfte nach Stolberg, östlich von Aachen. Dort hatten die Hessen die Aufgabe, Wasser aus Kellern zu pumpen. Trotz der großen Gefahrenlage sind die Feuerwehrleute aus dem Kreis „mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Kindermann. Es habe sich keiner verletzt und auch keiner aufgrund der dramatischen Eindrücke traumatische Störungen erlitten. Kindermann lobt die Einsatz-Logistik: „Es war alles richtig gut organisiert.“ Unterkunft fanden die Einsatzkräfte in einer Messehalle in Düsseldorf, ihnen stand ein eigener Versorgungszug und Rettungswagen zur Verfügung. Kindermann berichtet von guter Stimmung innerhalb der Gruppe, vom „großen Zusammenhalt und der Kameradschaft“.

Vor allem die Menschen in Erftstadt bleiben dem 55-Jährigen im Gedächtnis: Auf der einen Seite die gezeichneten Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben und Angehörige vermissen, und auf der anderen Seite die „unglaubliche Hilfsbereitschaft“: „Die Zivilbevölkerung stand Gewehr bei Fuß.“

Nach Unwetter in NRW: Mühlheim (Kreis Offenbach) sammelt Spenden

Nach der Rückkehr gestern sei ein weiterer Einsatz im Westen bislang nicht geplant. Jedoch wisse er nicht, wie sich die Situation noch entwickele und ob für die überfluteten Gebiete in Bayern oder in Sachsen Hilfe angefordert werde, sagt Kindermann.

Helfen will die Mühlheimer Wehr weiterhin den Betroffenen der Flutkatastrophe: Am Freitag, 30. Juli, zwischen 9 und 16 Uhr wird in der Feuerwache an der Anton-Dey-Straße alles gesammelt, was die Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben, benötigen können. Ob Kuscheltiere, Kleidung oder Kosmetik: Die Mühlheimer können „alles, was man entbehren kann“, vorbeibringen, sagt Kindermann über die mit dem Rathaus abgestimmte Hilfsaktion. Am Samstag, 31. Juli, werden Kameraden der Wehr die gesammelten Spenden ins Katastrophengebiet bringen. (Ronny Paul)

Auch im eigenen Ort musste die Feuerwehr Hilfe leisten, als ein Brand in Mühlheim (Offenbach) ausbrach. Die Polizei sucht nach der Ursache.

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