Friedensgemeinde stellt neuen Kirchenvorstand vor

Niedrige Wahlbeteiligung

Gewählt für sechs Jahre: Pfarrer Ralf Grombacher stellt den neuen Kirchenvorstand der Friedensgemeinde vor.
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Gewählt für sechs Jahre: Pfarrer Ralf Grombacher stellt den neuen Kirchenvorstand der Friedensgemeinde vor.

Sie haben Verantwortung übernommen, Begabung und Kräfte, Zeit und Geduld zum Wohl der Friedensgemeinde eingesetzt. Zu ihrer Verabschiedung sagte Pfarrer Ralf Grombacher Dank: „Viele Mitglieder des bisherigen Kirchenvorstands (KV) haben sechs Jahre gemeinsame Arbeit geleistet, manche länger“, würdigte der Seelsorger im Gottesdienst.

Mühlheim – „Wir haben Vieles miteinander geplant und ausgeführt, diskutiert und Beschlüsse gefasst, auch gelitten und gestritten, wichtige Entscheidungen getroffen.“ Jetzt stellte er die neuen KV-Mitglieder vor.

Zuletzt verwirklichten die Verabschiedeten noch den Umbau zum barrierefreien Gemeindehaus. Leider sei der Kirchenvorstandsvorsitzender Joachim Kanthak mitten in der Amtsperiode erkrankt und gestorben. Ab 2024 bleibe der Gemeinde nur eine halbe Pfarrstelle für Dietesheim. „Die Pandemie hat uns kalt erwischt, viele Veranstaltungen waren nicht möglich“, resümierte der Pfarrer. Erstmals in der Kirchengeschichte wurden in der Passionszeit und zu Ostern keine Gottesdienste gefeiert, „aber wir haben es geschafft, die Gemeinde am Leben und lebendig zu halten“.

Die bisherigen Vorstandsmitglieder bekamen eine Dankesurkunde, ein Präsent und den Segen zugesprochen. Die Aufgaben eines KVlers verdeutlichte eine Szene im Stile von „Don Camillo und Peppone“ aus den bekannten Filmen: „Gott, bist du das? Hast du mich erschreckt!“ Der Gewählte möchte „mehr Schwung in die Gemeinde“ bringen und engagiert sich über die Maßen. „Siehe meinen Reben beim Wachsen zu, denke nach, kleine Pflänzchen, fangen ganz behutsam an zu wachsen“, reagierte der Herr mit der Stimme von Pfarrerin Martina Grombacher auf die ehrgeizigen Pläne des Übereifrigen. Ralf Grombacher griff das Anliegen auf, dafür zu sorgen, dass „unsere in die Jahre gekommene Institution Kirche frischer rüberkommt“. Sie brauche „Menschen, die sich für die Sache Gottes einsetzen, den Garten Gottes hegen und pflegen“. Doch es sei ein großes Problem, Ehrenamtliche zu finden, Mitstreiter vor Fanatismus und Überforderung zu schützen. „Sie nutzen niemanden, wenn sie erschöpft, ausgebrannt und frustriert die Flinte ins Korn werfen.“

Grombacher dankte auch den Nicht-Gewählten, die sich ebenfalls bereit erklärt haben, Verantwortung zu übernehmen und mit ihren Begabungen in der Gemeinde zu wirken. Den neuen Vorstand bilden Sabine Baaske, Kirsten Fuchs, Roland Martini, Holger Pieper, Anita Reichert, Agnes Stutz, Karla Trillig und Christina Weinß. Sie mögen nun dafür Sorge tragen, dass „das Wort Gottes lauter verkündet, die Sakramente recht verwaltet“ werden. Der KV vertritt zudem die Gemeinde nach außen.

Die „Neuen“ leisteten ein Versprechen und legten vor dem Altar ein Gelöbnis ab. Exakt 2465 von insgesamt etwa 2600 Gemeindegliedern waren wahlberechtigt, die Wahlbeteiligung lag jedoch nur bei zehn Prozent. 72 Personen haben per Briefwahl gewählt, sagt die Statistik, 79 Personen in den beiden Wahllokalen im Gemeindehaus an der Mozartstraße und im Haus Ruth in Dietesheim, 98 Christen haben ihre Stimme übers Internet abgegeben.

Dieser Weg war erstmals eingerichtet, die Auszählung lief jedoch mit Verzögerung, bedauerte Grombacher. So lagen bei der „Wahlparty“ allein die Ergebnisse aus den Wahllokalen und von der Briefwahl vor. (Michael Prochnow)

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