Noch jedes Leck im Griff gehabt

Der Frühjahrsputz im Hallenbad fällt dieses Jahr etwas größer aus. Dafür kriegen die Männer neue Duschen und das Becken ein

Mühlheim - Frühjahrsputz muss sein. Und so wie derzeit landauf, landab in etlichen Haushalten Staubsauger angeworfen und Lappen geschwungen werden, geht es auch im Mühlheimer Hallenbad nicht ohne Putzaktion vonstatten. Im großen Stil versteht sich. Von Cora Werwitzke

Nicht umsonst ist das Bad derzeit geschlossen und bleibt es auch noch drei Wochen lang. Ab 2. Mai soll es dann - frisch geschrubbt und gewartet, ausgebessert und vor allem mit komplett sanierten Herrenduschen - wieder öffnen.

Für Roland Peterson, Leiter der städtischen Bäder, und sein Team stehen Großkampftage bevor. Bereits seit vergangenem Freitag arbeiten Mitarbeiter der Stadtwerke Hand in Hand mit Fachfirmen, um das Becken, das gut 50 Jahre auf dem Buckel hat, auch fürs kommende Jahr zu rüsten. „Größere Reparaturen sind während des normalen Bäderbetriebs so gut wie unmöglich, deshalb hat sich einiges angehäuft“, erzählt Peterson. Im ersten Schritt ließen der Betriebsleiter und seine Kollegen das Wasser aus dem Becken. „Zwei Tage hat das gedauert“, meint Peterson. Das mag verwundern, hängt aber mit einem einfachen Fakt zusammen: „Das Becken liegt tiefer als der Abflusskanal - das Wasser muss also mit einer Pumpe hinausbefördert werden.“

Inspektion aller Flächen steht an

Nach dem großen Reinemachen mit Hochdruckreinigern steht inzwischen die Inspektion aller Flächen an, die normalerweise unter dem Wasserspiegel liegen. „Die Fließen sind permanent unter Spannung“, erklärt Peterson, der davon spricht, dass das Becken ständig „arbeitet“. Risse in den Kacheln und bröckelnde Fugen bessert der Arbeitstrupp deshalb jedes Frühjahr routinemäßig aus.

Alles andere als Routine ist jedoch der Austausch eines Bullauges, das laut dem Bäder-Chef dem Wasserdruck nicht mehr lange standgehalten hätte. „Vor etwa zehn Jahren haben wir alle Bullaugen erneuert. Jenes kaputte Fenster war nun das Erste, das wieder den Geist aufgegeben hat.“ Eine größere Sache ist der Austausch nun, weil nicht nur ein neues Bullauge bestellt und angeliefert werden muss, sondern auch die Dichtung am Schluss zu passen hat. „Der spannendste Moment ist immer, wenn das Wasser eingelassen wird“, schildert Peterson schmunzelnd. Bisher habe allerdings noch nie der Keller unter Wasser gestanden: „Es kam durchaus schon vor, dass sich eine undichte Stelle bemerkbar machte, aber noch nie, dass wir ein Leck nicht in den Griff bekommen haben.“

Nicht jede Neuanschaffung lässt sich ewig hinauszögern

Pflege und Instandhaltung stehen ganz oben auf der Prioritätenliste der Stadtwerke, aber nicht jede Neuanschaffung lässt sich ewig hinauszögern. Der Duschbereich der Männer ist solch eine überfällige Investition: „Hinter die Fließen ist Wasser gelaufen, da musste dringend etwas passieren“, bemerkt Peterson. Im Vorjahr seien bereits die Damenduschen erneuert worden. Mehr als 20 000 Euro nehmen die Stadtwerke jetzt in die Hand, um den zweiten Duschbereich im Haus komplett zu sanieren. „Dabei achten wir darauf, dass das gleiche Problem mit dem Wasser nicht wieder vorkommen kann“, betont der Betriebsleiter der Mühlheimer Bäder. Die Sanierungsmaßnahmen, die den Duschbereich auf den neuesten Stand bringen sollen, sind im Übrigen auch der Grund, warum das Hallenbad zur Grundreinigung insgesamt drei Wochen dicht macht. Üblich sind in der Regel nur 14 Tage während der Osterferien.

Immerhin: Genauestens abgesprochen ist der Zeitraum mit der Energieservice Mühlheim, die die Betriebspause nutzt, um Vorkehrungen für das geplante Blockheizkraftwerk zu treffen, das in unmittelbarer Nachbarschaft entsteht. Und zwar solche, die das Bad ansonsten auch lahm gelegt hätten. Bei einem Rundgang im Schwimmbadkeller kommt Peterson auf die Beheizung vor Ort zu sprechen. „Mit dem Kraftwerk ändert sich da einiges, die alte Heizungsanlage kommt demnächst komplett raus.“ Genau wie die sukzessive Erneuerung der Elektroanlage, die in diesem Jahr beginnen soll, laufe dies jedoch hinter den Kulissen ab, beruhigt Peterson - und garantiert: „Die Badegäste werden davon gar nichts mitbekommen.“

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