Noch keine nassen Füße

Bau der Wassertretanlage steht bevor - Verein hofft auf Spenden

Einweihung im kommenden Jahr geplant: Auf einem Abschnitt der Jugendwiese (auf dem
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Einweihung im kommenden Jahr geplant: Auf einem Abschnitt der Jugendwiese (auf dem

Gudrun Monat, Sigrid und Hansjörg Tinat tragen ein weiß-blaues Banner an den Verbindungsweg zwischen Freibad und Hausener Straße. Es soll die Vorfreude auf das, was kommt erhöhen. Die Vorstandsmitglieder des Vereins Nasse Füß Lämmerspiel wollen direkt am zukünftigen Eingang zur Wassertretanlage auf das Projekt aufmerksam machen. Denn noch hat in Lämmerspiel keiner nasse Füße, die Einweihung hat sich verzögert und der Verein kann noch finanzielle Unterstützung gebrauchen.

Mühlheim – Der Ende 2019 gegründete Verein und die Stadt hatten im vergangenen Jahr die notwendigen Verträge unterzeichnet und damit den Bau der Wassertretanlage auf dem Freibadgelände in Lämmerspiel besiegelt (wir berichteten). „Es waren noch diverse Details mit übergeordneten Behörden zu klären, und die Stadt hatte aufgrund der Corona-Pandemie zunächst andere Prioritäten gesetzt“, berichten die Mitglieder. Denn nicht nur sie können den Start kaum erwarten, auch viele Bürger fragen nach, berichtet Sigrid Tinat. „Wir hatten gehofft, im Mai dieses Jahres die Anlage in Betrieb nehmen zu können, was leider nicht möglich war“, bedauert die Physiotherapeutin. „Aber jetzt sind alle Fragen geregelt und dem Bau der Anlage steht nichts mehr im Wege.“

In wenigen Wochen soll es losgehen, noch dieses Jahr soll die Kneippanlage fertiggestellt werden. „Wir gehen davon aus, dass wir sie dieses Jahr wohl nicht mehr nutzen können“, sagt Monat. „Da wir aber mit der Stadt vereinbart haben, dass wir das Gelände rund um die Anlage in Eigenleistung gestalten, haben wir dazu über den Winter ausreichend Zeit.“ Nun freue man sich eben aufs erste Wassertreten im kommenden Mai – „oder früher, falls das Wetter mitspielt“, sagt Sigrid Tinat.

Das Becken wird auf einem Teil der Jugendwiese des Freibades gebaut und ist über den Verbindungsfußweg zur Hausener Straße direkt zugänglich. In Zukunft soll die Anlage von Mai bis September allen Interessierten zur Verfügung stehen, eine Mitgliedschaft im Verein ist dazu nicht Voraussetzung.

„Die Stadt und wir sind übereingekommen, dass das Becken in einer größeren Version gebaut wird als ursprünglich geplant“, erläutert Monat. So sei auch eine Nutzung von etwa Schul- und Kitagruppen möglich und „wir können Gruppenangebote rund um das Becken organisieren“, informiert Sigrid Tinat.

Vorfreude auf die Kneippanlage: Gudrun Monat (von links) sowie Sigrid und Hansjörg Tinat vom Verein Nasse Füß Lämmerspiel vor der Jugendwiese am Freibad.

Allerdings reichen für diese größere Variante die von der Stadt Mühlheim bereitgestellten Haushaltsmittel nicht aus. Der Verein hat sich daher bereit erklärt, die fehlenden rund 17 500 Euro bereitzustellen. Diese werden zum Teil durch Geld- und zum Teil durch Eigenleistungen, wie Bepflanzung und Ausstattung des Geländes, erbracht. Die Stadtwerke, die Sparkasse Langen-Seligenstadt und die Frankfurter Volksbank beteiligen sich an den Bau- und Betriebskosten. „Wir haben mittlerweile fast 40 Mitglieder, und es gab viele Spenden, um das Projekt zu unterstützen“, sagt Monat. Trotz der eingeschränkten Möglichkeiten während der Pandemie sei es gelungen, die finanziellen Mittel zu einem großen Teil zu akquirieren. „Es fehlt jedoch noch ein Teilbetrag. Daher hoffen wir auf und freuen wir uns über weitere Mitglieder und Spenden“, betont Sigrid Tinat.

Geplant ist für Samstag, 4. September, ein Aktionstag auf dem zukünftigen Gelände – oder falls der Bau schon begonnen hat, in einem nahegelegenen Garten. Zwischen 14 und 18 Uhr gibt es Gelegenheit, ein erstes Kneipp-Erlebnis in bereitgestellten Wasserkübeln unter Anleitung zu genießen und Informationen zur weiteren Planung und rund um den Verein zu erhalten.

Derzeit verfolgt der Verein auch noch ein weiteres Projekt: Sie wollen einen „Atemweg“ für Long-Covid-Erkrankte im Wald zwischen Lämmerspiel und Hausen anlegen. „Auch in Mühlheim gibt es inzwischen viele Menschen, die eine Corona-Erkrankung überstanden haben, aber nach wie vor an Langzeitfolgen wie Atemnot, körperlicher Schwäche und mangelnder Konzentration leiden“, berichtet Sigrid Tinat auch von Erfahrungen aus ihrer Praxis. Auf einem rund 3,5 Kilometer langen Rundweg soll es Anleitungen für verschiedene Atem- und Körperübungen geben, um eine Heilung zu unterstützen. Zur Planung eines solchen Projektes braucht es auch einen langen Atem: „Wir sind derzeit dabei, mit allen beteiligten Institutionen die erforderlichen Absprachen zu treffen und Genehmigungen zu erhalten. Wir hoffen, dass der Weg noch in diesem Jahr begangen werden kann“, sagt Sigrid Tinat. (Von Ronny Paul)

Kontakt und Spenden

Nasse Füß Lämmerspiel, Sigrid Tinat, s_tinat@web.de, Spendenkonto: IBAN DE63 5065 2124 0003 1243 28 bei der Sparkasse Langen-Seligenstadt.

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