Tanzsport für jedermann

Die Line-Dance-Gruppe der Sport-Union erfreut sich wachsender Beliebtheit

Mit roten Markierungen am Boden fällt das Training leichter. Beim Line-Dance der Sport-Union kann ein gutes Körpergefühl entwickelt werden.
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Mit roten Markierungen am Boden fällt das Training leichter. Beim Line-Dance der Sport-Union kann ein gutes Körpergefühl entwickelt werden.

Klar, die Schritte kann man auch ganz gut über Videofilme lernen. Gerlinde Pflug-Kisiel hat für ihre Schülerinnen und Schüler Aufnahmen zum Lernen daheim produziert. Im Sommer durften erst nur Paare aus einem Haushalt kommen, dann konnten sie zu sechst üben, und im Hof der Sport-Union ging es ohnehin coronagerecht. „Jetzt sind alle durchgeimpft und die Gruppen können wieder im Saal trainieren“, verkündet Abteilungsleiterin Sylvia Schmidt und heißt alle Tänzerinnen und Tänzer wieder willkommen.

Mühlheim – Die Pandemie verschafft den Linedancern einen weiteren Vorteil. Dieses Angebot erfreue sich wachsender Beliebtheit, weil man auch ohne Partner die festgelegten Choreografien in Reihen absolvieren kann. „Für jeden Musikgeschmack ist etwas dabei“, wirbt die Sprecherin, „von Country, Irish, Rock, Pop über Cha Cha, Rumba, Mambo, Walzer, Foxtrott bis zu Oldies und aktuellen Songs“. Aus den Boxen tönt ein Cowboy-Rhythmus, vor der Spiegelwand gelingt der stattlichen Truppe die Abfolge von flotten Schritten vorwärts, rückwärts und zur Seite, Drehungen und Hüpfern. Zu rund 250 Liedern kennen sie die Bewegungsabläufe.

Mehr als 70 Frauen und Männer frönen an der Friedenstraße dieser Disziplin, etwa 30 üben paarweise Standard- und Latein-Tänze, zwischen 30 und 40 Schülerinnen und Schüler bildeten den Nachwuchs. „Die Kindergruppen müssen wir neu aufbauen“, erklärt Sprecherin Schmidt, „aber da herrscht immer eine große Fluktuation“. Auch sie hat mit Ehemann Bernd Übungsvideos aufgenommen und zum Runterladen bereitgestellt, später live vor der Kamera getanzt. „Aber wir haben uns alle sehr gefreut, als wir zusammen auf dem Parkett wieder anfangen durften.“

Die Trainerin hat rote Markierungen auf den Boden geklebt, gemeinsam haben sie auf drei Meter Abstand geachtet, lange Pausen zum Lüften eingelegt. „Wir wollten auf Nummer sicher gehen“, begründet Sylvia Schmidt diesen Schritt. Sie selbst habe ihren Gatten bei dem Partnersport kennengelernt, wirbt sie für ihr Steckenpferd. Es eigene sich auch, um Gleichgewichtsstörungen zu vermeiden und ein Körpergefühl zu entwickeln.

„Manche haben nie gedacht, dass sie eine feste Abfolge von Bewegungen schaffen würden“, berichtet die Leiterin aus ihrer Erfahrung. „Tanzen macht sicherer und total glücklich.“ Die Abteilung besteht zur Zeit aus drei Kinder- und zwei Jugendgruppen für Standard und Latein sowie Linedance und Showdance. Für Erwachsene laufen fünf Abendgruppen. (Von Michael Prochnow)

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