Muttersein auf Instagram

DJane macht Schwangerschafts-Blog – und findet offenbar eine Nische

Glückliche Mutter: Belén Hewens teilt ihre Erfahrungen im Internet.
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Glückliche Mutter: Belén Hewens teilt ihre Erfahrungen im Internet.

Eigentlich wollte DJane Belén Hewens aus Mühlheim (Kreis Offenbach) ganz aus dem Netz verschwinden – doch ihr Kind änderte das.

Mühlheim – Belén Hewens war schwanger und ist die Erste im Freundeskreis, die ein Kind bekommt. Ihr fehlte der Austausch mit Gleichaltrigen. Mutter-Kind-Gruppen klangen für die werdende Mutter nicht attraktiv, dennoch fehlten ihr der Erfahrungsaustausch während der Schwangerschaft. Die junge Mühlheimerin suchte sich andere Wege, öffnete sich auf ihrem Instagram-Account und schrieb einen Blog über den Weg zum eigenen Kind – mit Erfolg.

Ursprünglich wollte Belén Hewens vor ihrer Schwangerschaft ganz aus dem „Netz“ verschwinden. „Ich geh offline“, sagte sie sich, doch die Internetabstinenz hielt nicht lange. Ihr Instagramprofil war vor der Schwangerschaft für sie eine Vermarktungsplattform als DJane und Künstlerin. Seit 2013 ist sie dort aktiv. „Ich bin schon immer selbstständig, doch als Hauptberuf kann ich mir das Influencen nicht vorstellen“, sagt die 26-Jährige. „Es ist schöner, frei zu ,posten’, als gezwungen kreativ zu sein.“

DJane aus Mühlheim (Kreis Offenbach): „Das macht alles viel leichter, wenn Probleme auftreten“

Online umschreibt die frische Mama ihr Kind immer nur mit dem Buchstaben A. Auch verdeckt sie das Gesicht des Kindes auf Bildern zu den Erfahrungsartikeln und Updates immer oder blendet es aus.

Vor der Coronapandemie lebte Belén Hewens rund ein Jahr in London und war in ihre Musikkarriere in Clubs und Diskotheken vertieft. Wegen einer Sinneskrise, dem Brexit und schlussendlich Corona zog es sie wieder nach Mühlheim. Dort angekommen, legte sie ein Sabbatjahr ein und erfuhr an Weihnachten 2020 von ihrer Schwangerschaft. Was folgte, war eine sogenannte „proxy Hochzeit“, eine Stellvertreter-Hochzeit mit einem US-Soldaten. Die Proxy-Hochzeit ist im US-Militär verbreitet. Kurz vor Einsätzen im Ausland kann so virtuell und unkompliziert eine Vermählung stattfinden. „Das macht alles viel leichter, wenn Probleme auftreten“, sagt die frische Mama.

Mühlheim (Kreis Offenbach): DJane aus der Region macht Schwangerschafts-Blog

Was der 26-Jährigen während ihrer Schwangerschaft gefehlt habe, sei der positive Blick aufs Ganze. „Primär hörte man nur Horrorgeschichten, etwa dass die Füße dick werden, man sich nicht mehr bücken kann und so weiter“, meint Belén Hewens. Man kann sich auf das Kind freuen und „Wehwehchen“ gehören zur Schwangerschaft dazu, meint sie. Und das dokumentiert die Mühlheimerin detailliert auf ihrem Instagram-Profil.

Überrascht war sie darüber, welche Nische sie wohl damit füllte und welchen Zuspruch sie nicht nur von anderen Müttern bekam. Mit Fotos erzählte sie ihre Geschichte während der Schwangerschaft und berichtet in ihrem Blog auch über die Monate nach der Geburt. Auch daran gibt es viel Interesse. Belén Hewens zählt aktuell rund 11 600 Follower auf Instagram und freut sich auch über einen gut besuchten Blog. (Jan-Niklas Eickhoff)

Erst im November öffneten Clubs wie das Robert Johnson in Offenbach erneut. Angesichts der steigenden Corona-Zahlen ist der Innenbetrieb nun wieder untersagt.

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