Ohne flächendeckende Ausfälle

Wie sich Mühlheims kritische Infrastruktur vor Corona-Ausbrüchen schützt

Damit die kritische Infrastruktur der Mühlenstadt nicht durch Corona-Fälle lahmgelegt wird, haben Feuerwehr, Stadtwerke und Ordnungsamt Maßnahmen getroffen.
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Damit die kritische Infrastruktur der Mühlenstadt nicht durch Corona-Fälle lahmgelegt wird, haben Feuerwehr, Stadtwerke und Ordnungsamt Maßnahmen getroffen.

Experten warnen davor, dass sich Omikron auch in Deutschland massiv ausbreitet. Damit die kritische Infrastruktur von Mühlheim nicht durch Corona-Fälle lahmgelegt wird, werden Maßnahmen getroffen.

Mühlheim – Bei den Freiwilligen Feuerwehren Mühlheim, Dietesheim und Lämmerspiel ist der Übungsunterricht vorerst eingestellt worden. Maschinisten und Atemschutzgeräteträger werden nur noch eins-zu-eins ausgebildet, informiert Stadtbrandinspektor Lars Kindermann, also nur Ausbilder und Auszubildender. So wolle man gewährleisten, dass sich nicht mehrere Brandschützer gleichzeitig anstecken. Diese Maßnahme sei aufgrund einer Empfehlung des Innenministeriums zunächst bis 31. Januar befristet.

Viele Experten warnen davor, dass sich die neue Coronavirus-Variante Omikron auch in Deutschland massiv ausbreitet, die Verdoppelungszeit der Omikron-Inzidenz liegt aktuell bei etwa vier Tagen. Damit die kritische Infrastruktur der Mühlenstadt nicht durch Corona-Fälle lahmgelegt wird, haben Feuerwehr, Stadtwerke und Ordnungsamt Maßnahmen getroffen.

Mühlheimer Stadtbrandinspektor: „Wir sind nicht ganz hilflos, sollte jemand ausfallen“

Auch arbeiten die drei städtischen Wehren getrennt, „sie durchmischen sich nicht“, sagt Kindermann. Ausnahmen könnten allerdings bei entsprechenden Einsatzstichworten geschehen. Innerhalb der Wehren gebe es keine festen Alarmgruppen, da könne eine Durchseuchung schon vorkommen, bemerkt Kindermann. Allerdings dürfen nur geimpfte und geboosterte Brandschützer auf einen Einsatz fahren, in den Fahrzeugen herrscht Maskenpflicht. Ohnehin seien 85 bis 90 Prozent der 160 Einsatzmitglieder geimpft oder sogar geboostert.

Allein bei einer konzertierten Impfaktion mit der Mühlheimer Kinderärztin Chantal Gieles hätten sich rund 80 Brandschützer vor Kurzem boostern lassen, informiert Kindermann. „Wir sind nicht ganz hilflos, sollte jemand ausfallen“, versichert der Stadtbrandinspektor. Sollte das Gros der Abteilungen infiziert sein, würden die Brandschützer der Nachbarkommunen zu Hilfe kommen, vornehmlich aus Offenbach, Obertshausen und Steinheim.

Stadtwerke beruhigen: „bekommen wir mit unserem Personal hin“

Die Impfquote bei den Stadtwerken, die Bürger mit Strom, Gas und Wasser versorgen, ist hoch, von 58 Mitarbeitern seien lediglich zwei ungeimpft, informiert Geschäftsführer Wolfgang Kressel. Und diese beiden seien nicht im Netzbetrieb eingesetzt. „Wo es geht, wird Homeoffice gemacht“, sagt Kressel. Bei der Gas- und Wasserversorgung gibt es drei feste Teams, die sich nicht durchmischen, beim Strom fünf. Für den Notfallbetrieb stehen die Netzdienste Rhein-Main – coronaunabhängig – parat. Viele Anlagen wie die Brunnen oder der Wasserturm sind fernüberwacht, da ist keiner vor Ort. Es komme jedoch immer darauf an, was passiert. Kressel meint, einen Kabelschaden könne man stadtwerkeintern normal selbst beheben. Schwieriger werde es da bei Großstörungen, da ist meist Hilfe von außerhalb, sprich durch die Netzdienste Rhein-Main nötig. Doch Kressel versichert: „Die Versorgung vor Ort bekommen wir mit unserem Personal hin.“

Das Land Hessen sieht auch die Gefahrenabwehr als Teil der kritischen Infrastruktur, somit auch das Ordnungsamt der Stadt, das unter anderem für Corona-Kontrollen zuständig ist. Der Dezernent, Erster Stadtrat Dr. Alexander Krey, erläutert „bereits nach dem Auftauchen des Coronavirus im Jahr 2020 haben wir im Ordnungsamt – wie im ganzen Rathaus – geschaut, wo sich Bürosituationen entzerren lassen und Schutzscheiben gegen Aerosole notwendig sind“. In allen öffentlichen Bereichen des Rathauses, auf den Fluren und in den Treppenhäusern gibt es eine allgemeine Maskenpflicht. Es gebe für die Beschäftigten eine gute Home-Office-Regelung, die auch von den Mitarbeitern im Sachgebiet „Sicherheit, Ordnung und Verkehr“ genutzt werde, sagt Krey.

Ordnungsamt mit festen Paaren: „Mit diesen Regelungen sind wir (…) gut gefahren“

„Speziell bei der Ordnungspolizei bilden wir nach Möglichkeit feste Paare bei den Schichten, damit bei einer etwaigen Infektion nicht das ganze Team in Quarantäne muss.“ Allerdings gebe es da bei sechs Planstellen der Ordnungspolizei organisatorische Grenzen. „Bei einer Infektion im Kollegenkreis würden wir etwaige Kontaktpersonen unter den Beschäftigten präventiv bei Lohnfortzahlung nach Hause schicken und um freiwillige Quarantäne bitten, bis Testergebnisse vorliegen, um eine Ausbreitung einzudämmen.“ Bei Bürgerkontakt tragen Ordnungspolizisten grundsätzlich Maske, versichert Krey. „Mit diesen Regelungen sind wir bislang in der Pandemie ohne flächendeckende Ausfälle gut gefahren.“ (Ronny Paul)

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