Neue Buchreihe aus Mühlheim

Oper trifft Consulting

Derzeit läuft eine Ausstellung in Hanau, wo die Bilder aus der neuen Reihe von Klaus Puth zu sehen sind.
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Derzeit läuft eine Ausstellung in Hanau, wo die Bilder aus der neuen Reihe von Klaus Puth zu sehen sind.

Der Mühlheimer Cartoonist Klaus Puth hat mit „Kultur trifft Business“ eine neue Buchreihe veröffentlicht. Dafür hat er nicht nur Zitate aus Filmen, Märchen und Operen gesammelt, sondern sich auch ins Vokabular der Geschäftswelt eingearbeitet. 

Mühlheim – Die derzeit laufende Ausstellung „Landleben“ in der Philippsruher Remisengalerie des bekannten Mühlheimer Cartoonisten Klaus Puth erfährt viel Resonanz. Neben seinen Gänse-Comics und Yoga-Kühen, den „Husten Hunden“ und der Beatles-Persiflage „The Meatles“ liegen auch gedruckte Bände der neuen Campus-Reihe „Kultur küsst Business“. Aus ihnen liest Puth zur Finissage der Ausstellung in Hanau am morgigen Sonntag, 2. Februar, um 16 Uhr.

Der Titel des Bandes „Den Job habe ich nie Bayreuth“ könnte auch für den hintersinnig komischen Autor gelten, Zeichner und Philosoph aus Leidenschaft. Für die neue Serie brauchte er eine lange Vorbereitung. „Den Kontakt zum Campus-Verlag, der Bücher zu Wissenschaft und Wirtschaft herausgibt, fand ich über eine ehemalige Mitarbeiterin des früheren Eichborn-Verlags, der fast alle meine Cartoons herausgebracht hat“, erzählt Puth. Er hatte schon lange die Idee, Geschäftswelt und Humor zusammenzubringen und dachte auch an so etwas wie „Wagner für Manager“. Der Verlag bat um ein Exposé, dessen Inhalt auf Anhieb überzeugte.

Grundlage der neuen Reihe sollten Zitate aus Filmen, Märchen und Opern sein. Puth machte dazu aufwendige Recherchen und arbeitete sich in das ihm nicht so nahe Vokabular der Geschäftswelt ein: „Wer weiß schon, was Compliance ist?“

Suppenkoma, Job-Sharing, Bonität, Effizienz – solche Begriffe schwirrten ihm im Kopf herum. Parallel dazu sammelte er Zitate von Goethe, las Libretti von Opern wie Richard Wagners „Rheingold“: „Was du bist, bist du nur durch Verträge“, Wagners „Tristan und Isolde“ mit „Verlosch nun die letzte Leuchte“ und „Lohengrin“ mit „Nie sollst du mich befragen“. Einfacher war es mit Bibelzitaten.

Ein bekanntes Werk von Klaus Puth: Die Beatles-Persiflage „The Meatles“.

Die Zitatensammlung, in den Bänden mit Quellenangabe versehen, inspirierte Puth zu einer Fülle von Zeichnungen, bis jetzt sind es rund 250. Vieles besprach er mit seiner Ehefrau Uschi Knobeloch-Puth, die eigene Ideen einbrachte. Jetzt galt es neue Figurentypen zu entwickeln, die nun ganz anders aussehen als die von früheren Comics und Wimmelbildern. „Erst strichelte ich, dann merkte ich, dass die Zeichnungen prägnanter sein müssten, um dem Business-Anspruch zu genügen – aber nicht ohne Gänsenase“, beschreibt Puth. „Die Figuren durften nicht beliebig sein und auch keine Ähnlichkeiten mit Computerzeichnungen haben. Das floss mir nicht immer aus der Feder, sieht aber jetzt so aus.“ Der Verlag füllte die schwarz-weißen Umrisse mit Farben.

Nun liegen die ersten sechs Bände vor, deren Erfolg über weitere entscheiden wird. Neben „Den Job habe ich nie Bayreuth – Wagner und die Businesswelt“ gibt es einen ähnlichen Band: „Da geht der Zauber Flöten – Für die ganz große Oper im Business-Alltag“. Eine Arche Noah ist auf dem Umschlag von „Den Job hat mir der Himmel geschickt – Die passenden Bibelzitate für göttliche Büromomente“ zu sehen. Goethe für den klassischen Business-Alltag bringt „Hier bin ich Chef, hier darf ich´s sein.“ Filmzitate mit dem Schuss ins Schwarze sind in „Vier Meetings für ein Halleluja“ illustriert.

Puth lässt dabei völlig verschiedene Welten aufeinander prallen, was die Besucher der Remisengalerie beim Studium der Bände sichtbar zum Lachen oder Schmunzeln bringt. Lesenswert sind auch die Einführungstexte zu jedem Kapitel, die Puth als Autor zeigen, dem das Schelmentum mit in die Wiege gelegt wurde. Der Verlag übertreibt nicht, wenn er in seinem Katalog von einer „charmanten Business-Reihe“ schreibt, die es in dieser Art noch nicht gab.
VON REINHOLD GRIES

Informationen und Öffnungszeiten:

„Klaus Puth – Landleben“ in Remisengalerie Schloss Philippsruhe, Samstag und Sonntag, 14 bis 17 Uhr. Campus-Geschenkbuch-Reihe: „Kultur küsst Arbeitswelt“, erhältlich ab März.

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