Ortskenntnis ist erwünscht

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Ernennung und Verabschiedung von Ortsgerichtsschöffen (von links): Bürgermeister Bernd Müller, Mühlheimer Ortsgerichtsvorsteher Frank Windisch, Ortsgerichtsschöffe Bernhard Lindner (Ortsgericht Mühlheim II), Ortsgerichtsschöffin Anita Eichler, Ortsgerichtsschöffe Helmut Herbert, Karl Michael Jahn, der neue Lämmerspieler Ortsgerichtsvorsteher Michael Binge, Vize-Präsident des Amtsgerichts Offenbach Erich Fischer, Ortsgerichtsschöffe Stefan Heberer (Ortsgericht Mühlheim I) sowie Stadtverordnetenvorsteher Klaus Weyer.

Mühlheim - Mit dem offiziellen Diensteid auf das Grundgesetz und die Hessische Verfassung wurden am Freitag Michael Binge zum Ortsgerichtvorsteher und Bernhard Lindner zum Ortsgerichtsschöffen des Ortsgerichts Mühlheim II Lämmerspiel sowie Stefan Werner Heberer zum Ortsgerichtsschöffen des Ortsgerichts Mühlheim I ernannt. Von Sabine Simon

Für zehn Jahre wurden sie jeweils vom Stadtparlament gewählt und vom Vizepräsidenten des Offenbacher Amtsgerichts, Erich Fischer, in ihr Ehrenamt eingeführt. Verabschiedet wurden nach zehnjähriger Tätigkeit als Ehrenbeamte Karl Michael Jahn (Ortsgericht Mühlheim I) sowie Johannes Fiedrich (Ortsgericht Mühlheim II Lämmerspiel), der an der Feierstunde nicht teilnehmen konnte.

Bürgermeister Bernd Müller hob in seiner Ansprache den besonderen Dank der Stadt hervor: „Es ist hervorragend, dass Sie sich als engagierte Bürger einbringen und so viel Einsatz und Bereitschaft zeigen“, sagte der Rathauschef. Und daran habe es in Mühlheim noch nie gemangelt. Heberer, Binge und auch Lindner seien in der Stadt tief verwurzelt. Müller wünschte ein „gutes Händchen für alle Entscheidungen“. Dem schloss sich auch Amtsrichter Erich Fischer in einer Laudatio an. Er sprach den anwesenden Ortsgerichtsschöffen seinen Dank aus und schwor sie auf ihre bevorstehende Aufgabe ein.

Den größten Teil der Arbeit eines Schöffen nehmen Frank Windisch zufolge, Vorsteher des Ortsgerichts Mühlheim I, offizielle Beglaubigungen ein. Ein Schöffe könne dadurch ähnlich wie ein Notar durch seine Unterschrift eine öffentliche Bestätigung abgeben. So könne etwa die Abzahlung einer Grundschuld von einem Schöffen beglaubigt werden, so dass dies im Grundbuch am Amtsgericht als getilgt eingetragen werden könne. Insbesondere nach dem Tod eines Bürgers übernehmen die Schöffen wichtige Funktionen. Sie melden Todesfälle an das zuständige Nachlassgericht in Offenbach. Sind zunächst keine Angehörigen der Verstorbenen auffindbar, so stellen die Schöffen sicher, dass in der Zwischenzeit keine Vermögensgegenstände abhanden kommen.

Damit ein Bürger für das Ehrenamt vorgeschlagen werden könne, müsse er vor allem zwei Voraussetzungen erfüllen: „Er muss einen gewissen Sachverstand für die Aufgaben, die auf ihn zukommen mitbringen und darüber hinaus sollte er eine gute Ortskenntnis haben“, erklärte Windisch. Ortskenntnis und Sachverstand spielten besonders bei einer der wichtigsten Aufgaben der Ortsgerichte eine große Rolle: Der Objektbewertung. Dabei wird von drei Schöffen der Wert eines Grundstücks oder einer Wohnimmobilie festgesetzt.

„Für diese Arbeit ist es natürlich sehr hilfreich, wenn wir bestimmte Berufsgruppen dabei haben, die Vorwissen mitbringen. Aber wir haben auch regelmäßig Fortbildungen und stehen uns untereinander mit Rat und Tat zur Seite“, berichtete Mühlheims Ortsgerichtsvorsteher Frank Windisch.

Zu den Ersten Gratulanten nach der Ernennung gehörten neben Stadtverordnetenvorsteher Klaus Weyer und Erstem Stadtrat Heinz Hölzel auch Mitglieder des Mühlheimer Magistrats.

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