Ganz oder gar nicht

+
Bei einem Gottesdienst in der Dietesheimer Gustav-Adolf-Kirche mit anschließender Gemeindeversammlung stellte sich gestern das Pfarrerehepaar Martina und Ralf Grombacher als Bewerber für die Pfarrstelle Dietesheim der Evangelischen Friedensgemeinde vor.

Mühlheim - Seit 19 Jahren wirkt das Pfarrerehepaar Martina und Ralf Grombacher als Seelsorger in der Mühlheimer Friedensgemeinde. Ob weitere Jahre hinzukommen, oder die Mühlheimer Zeit der Grombachers zu Ende geht, entscheidet sich am Dienstag, 28. Mai. Von Karl-Heinz Otterbein

An diesem Tag stimmt der Kirchenvorstand der Gesamt-Friedensgemeinde darüber ab, ob er die Bewerbung der Grombachers annimmt und sie Nachfolger des Ende April in den Ruhestand gegangenen Pfarrers Hans Rumpeltes werden - und damit auch den Dietesheimer Bezirk der Friedensgemeinde übernehmen.

Sollte sich der Kirchenvorstand gegen die Grombachers entscheiden, die die einzigen Bewerber für die Stelle sind, wollen die beiden aus Mühlheim wegziehen. Das jedenfalls gab Ralf Grombacher am Rande der gestrigen von Dekan Carsten Tag geleiteten Gemeindeversammlung in der Dietesheimer Gustav-Adolf-Kirche zu Protokoll, in der er zusammen mit seiner Frau Gemeindemitgliedern Rede und Antwort stand.

„Wollen zwei volle Stellen“

„Wenn es mit Dietesheim nicht klappt, werden wir aus Mühlheim weggehen“, so Grombacher. „Wir haben dort jeweils eine halbe Stelle, wollen und müssen aber künftig zwei volle Stellen haben“.

Der 49-Jährige sieht sich und seine Frau bei ihrer Bewerbung von einem Großteil der Dietesheimer Gemeindemitglieder unterstützt, allerdings gebe es auch einige Hardliner, die die Besetzung der Stelle durch das Pfarrerehepaar mit aller Macht verhindern wollten. Verantwortlich für deren ablehnende haltung seien wohl alte Animositäten zwischen Dietesheim und Mühlheim, auch gebe es offenbar Befürchtungen, einer der beiden Bezirke könne bei einer Stellenbesetzung durch ihn und seine Frau benachteiligt werden.

Diese Befürchtungen versuchten Ralf und Marina Grombacher während der Versammlung auszuräumen.

„Wir wollen kein Gegeneinander der Gemeindeteile, von denen jedes ja ein eigenes Profil hat“, so Grombacher. „Wir wollen vielmehr Brücken zwischen ihnen bauen und eine Balance erreichen.“

Die bestehenden Angebote des Dietesheimer Gemeindebezirks wie Kita Arche Noah, Lebensladen und das Sozialarbeit-Projekt Lichtblick würden beide unterstützen, versprach Grombacher. Neue Projekte seien derzeit nicht in Planung.

Zuständigkeitsbereiche aufteilen hat sich bewährt

Wie bei ihrer langjährigen Arbeit in Mühlheim wollen die Grombachers auch in Dietesheim Zuständigkeitsbereiche untereinander aufteilen. Das habe sich bewährt. Und natürlich würden sie sich auch gegenseitig über die jeweiligen Aufgabenbereiche informieren.

Dekan Carsten Tag empfahl allen Gemeindemitgliedern aus Mühlheim und Dietesheim, bis zur Entscheidung am 28. Mai mit den Kirchenvorstandsmitgliedern zu sprechen und ihne ihre Meinung mitzuteilen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare