Corona-Schutzimpfung

Arztpraxis bietet Impfungen ohne Termin an – 1300 Dosen Johnson & Johnson übrig

Tag des Impfens: Mit Wartezeiten sollte man am Sonntag rechnen, sagt Dr. Beatrice Goldenthal.
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Tag des Impfens: Mit Wartezeiten sollte man am Sonntag rechnen, sagt Dr. Beatrice Goldenthal.

Die Ärztin Dr. Beatrice Goldenthal hat 1300 Dosen Johnson & Johnson über. Interessierte sollen sich damit bei ihr ohne Termin impfen lassen können.

Mühlheim – Lange Schlangen vor ihrer Praxis kennt Goldenthal bereits. Seit 6. April bietet die Allgemeinmedizinerin Impfungen gegen das Coronavirus an. Am ersten Tag waren es zunächst überschaubare zwölf Patienten, die einen Piks bekommen haben. Aber Goldenthal und ihr sechsköpfiges Team haben es auch schon geschafft, an einem Tag rund 700 Menschen mit Impfstoff zu versorgen.

Weil es an dem Tag so warm war, habe sie zusätzlich Wasser für die Wartenden besorgt, erinnert sich Goldenthal. Logistisch war der Andrang für das Team kein Problem, es läuft so unbürokratisch wie möglich. Trotzdem betont Goldenthal: „Man muss sich auf Wartezeiten einstellen.“ Unterstützung bekommt die Mühlheimer Ärztin von der Pneumologin Marjan Kazemi aus Offenbach.

Mühlheim: Ärztin hat noch 1300 Impfdosen von Johnson & Johnson übrig

1300 Dosen des Vektorimpfstoffs vom Hersteller „Johnson & Johnson“ stehen ihr am Sonntag zur Verfügung. Sie hatte 1500 Dosen auf Anfrage bestellt, diese wurden dann aber nicht abgenommen, erzählt Goldenthal, die auch Obfrau des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes Mühlheim und Hanau ist. 200 Dosen habe sie bereits im letzten Monat in ihrer Praxis aufgebraucht, den Restbestand wollte sie aber nicht wegschmeißen müssen. Da kam ihr die Idee, einen Impftag zu veranstalten. „Wenn ich wirklich alle Dosen aufbrauchen kann, freut es mich.“

Impfstoffknappheit kennt Goldenthal nicht. Von einer Woche abgesehen, habe sie nie Lieferschwierigkeiten bei den Vakzinen egal welcher Hersteller erlebt. Und so konnte sie vom Rennfahrer zum Bestatter, vom kleinen Mann bis zum großen Mann, Menschen aus allen Bevölkerungsschichten impfen. Goldenthal schätzt, sie habe mit ihrem Team schon einige Tausend Impfungen mit Stoffen aller verfügbaren Hersteller verabreicht. Sie möchte Menschen zu dem Schritt ermutigen: „Ich empfehle jedem dringend, sich impfen zu lassen.“

In Deutschland sind aktuell laut Robert-Koch-Institut rund 46 Millionen Menschen einmal, etwa 32 Millionen bereits zum zweiten Mal geimpft. Davon haben fast zwei Millionen das Vakzin von Johnson und Johnson gespritzt bekommen. „Und das schützt zu 85 Prozent vor der neuen Delta-Variante“, sagt Goldenthal. Der Risiken einer Impfung solle man sich aber bewusst sein. Jedoch habe sie mehr Nutzen als Schaden, betont die Ärztin, die vermutet: „Corona wird uns noch ein paar Jahre begleiten.“

Corona: Ärztin aus Mühlheim bietet 1300 Impfungen mit Johnson & Johnson an – ohne Termin

Wer sich am Sonntag, 11. Juli, in der Offenbacher Straße 101-103 impfen lassen möchte, sucht Goldenthals Praxis zwischen 8.30 und 16 Uhr auf. Jeder ist willkommen, außer Menschen unter 18 Jahren, oder jenen, die zuvor schon eine Impfung mit einem anderen Vakzin bekommen haben. Eine Folgeimpfung ist bei „Johnson & Johnson“ nicht nötig.

Vorzulegen sind neben dem Impfpass und Kopien von Vorder- und Rückseite des Personalausweises auch folgende Dokumente ausgefüllt mitzubringen: das Aufklärungsmerkblatt Johnson & Johnson (Blatt 2, 4, 5) sowie die Anamnese und den Datenschutz-Bogen. Ohne komplette Unterlagen ist eine Impfung nicht möglich, betont Goldenthal. Die Dokumente sind auf der Praxishomepage unter Corona-Impfung zu finden. (Ronny Paul)

Weitere Informationen: praxis-goldenthal.de

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