Plötzlich Prügel von Frankfurtern

Mühlheim - Seinen echten Namen will Urs Meyer nicht in der Zeitung lesen. Unerwünschten Besuch brauche er nun wirklich nicht so schnell nochmal, sagt er. Und die Geschichte, die er gestern zu erzählen hatte, macht seine Vorsicht irgendwie nachvollziehbar. Von Barbara Hoven

Meyer war am Samstagabend bei einer privaten Party in der Nähe des Mühlheimer Wasserturms zu Gast, „einfach nur eine Einweihungsparty mit etwa 40 Leuten für einen neuen Raum, nichts Großes, mit Musik und ein paar Getränken von der Theke“. Weit nach Mitternacht seien dann plötzlich vier oder fünf sichtlich angetrunkene Männer aus Frankfurt aufgetaucht, „die hat keiner von uns gekannt, und die haben sofort Stunk gemacht“, berichtet der Augenzeuge.

Von da an sei der Spaß vorbei gewesen. Als man die Frankfurter habe wegschicken wollen, hätte einer zunächst mit dem Mobiltelefon weitere Leute herbeitelefoniert, sei dann sichtlich ungehalten wieder reingekommen.

Polizei nimmt den Schläger fest

„Auf einmal schlug der Frankfurter einem von uns ins Gesicht, mehrmals sogar“, erzählt ein noch immer hörbar geschockter Meyer. „Danach hat er sogar gesagt, er bringt ihn um.“ Dann sei der Schläger rausgegangen mit der Ankündigung, eine Waffe holen zu wollen. „Daraufhin habe ich die Polizei gerufen“, gibt Meyer zu Protokoll. 

Um 2.23 Uhr sei die Polizei dort eingetroffen, bestätigt Polizei-Pressesprecherin Andrea Ackermann gestern auf Anfrage. Und dass die Kollegen einen 25-jährigen Frankfurter mit zur Wache genommen hätten. Er sei verhört und nach Feststellung der Personalien noch in der Nacht wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Ihn erwartet wohl nur eine Anzeige wegen des Verdachts der Bedrohung, denn eine Waffe oder andere verbotene Gegenstände fanden die Polizisten bei dem 25-Jährigen nicht.

Drohungen und Randale

Nun forschen die Ermittler nach den genauen Hintergründen des Vorfalls. „Zeugen sollten sich unbedingt bei der Polizeistation in Mühlheim unter 06108/60 000 melden“, appelliert Andrea Ackermann. „Und sie sollten Anzeigen erstatten, falls es wirklich zu Verletzungen gekommen ist.“

Denn auch von solchen berichtet Meyer im Gespräch mit unserer Zeitung. Zunächst sei im Raum mit Pfefferspray herumgesprüht worden, „und die Typen fingen an, das Mobiliar zu zerstören“. Die Theke sei in die Brüche gegangen, eine Toilette auch, und die Wände hätten Schaden genommen. „Einer von uns musste sogar ins Krankenhaus nach Offenbach gebracht werden, weil sein Arm ausgekugelt worden war.“

Anzeige zu erstatten, das habe sich aber keiner der Partygäste getraut. „Die haben gedroht, wieder hierher zu kommen“.

Rubriklistenbild: © dpa

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