Postagentur ohne Briefkasten: Abhilfe scheint in Sicht...

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Genau da will Waltraud Kaiser einen Briefkasten hin haben: vor die Postagentur.

Mühlheim ‐ Mit der Verteilung der Briefkästen im Mühlheimer Stadtgebiet ist Waltraud Kaiser nicht zufrieden. Der ehemaligen Kommunalpolitikerin will nicht in den Kopf gehen, dass die Postagentur im Schreibwarenladen Wendt an der Dietesheimer Straße ohne Außen-Briefkasten leben muss. Von Heiko Wiegand

„Hier kann man am Wochenende, wenn der Laden geschlossen ist, Briefmarken am Automaten ziehen, aber die dann frankierten Briefe nicht in einen Kasten werfen. Das ist doch nicht zu Ende gedacht.“ Karl-Heinz Wendt, Inhaber des Ladens und Betreiber der Postagentur, pflichtet Kaiser bei: „Hier kommt zweimal pro Tag ein Postbediensteter vorbei. Es wäre sicher ein Leichtes, wenn der dann auch noch einen Schlüssel in den Kasten steckte und diese Briefe zusätzlich mitnähme.“ Hättste, könntste, wolltste...

Tatsache ist, dass sich die Wendtsche Postagentur ziemlich exakt zwischen zwei Briefkästen befindet: Der eine steht an der Ecke Dietesheimer Straße/Büttnerstraße, wo die Kita „Die wilden Zwerge“ zuhause ist. Der andere hängt am Stadtmuseum. Beide Boxen sind also rund 500 Meter von dem Schreibwarenladen entfernt.

Post, nicht Stadt entscheidet über Standort

Waltraud Kaiser schlägt nun vor, den Briefkasten bei den „Wilden Zwergen“ abmontieren zu lassen „und an der Postfiliale wieder aufzustellen. Hier herrscht einfach ein viel größerer Bedarf.“ Hintergrund des Versetzungsvorschlags: In Mühlheim - wie auch in allen anderen Kommunen - dürfen keine zusätzlichen Kästen aufgestellt werden. Postsprecher Alexander Böhm bestätigt: „Mehr Briefkästen wird es nicht geben. Die Leerungsfahrten sind straff organisiert, denn niemand will, dass ein Briefkasten um 15.50 Uhr geleert wird, wenn 16  Uhr draufsteht. Das ist alles ziemlich minutiös geplant.

Auch Bürgermeister Bernd Müller hält es für „vollkommen unverständlich“, dass die Postfiliale über keinen eigenen Briefkasten verfügt. Müller will allerdings auch nicht, dass ein neuer Briefkasten an der Postfiliale auf Kosten der aktuellen Standorte an der Kita bzw. am Stadtmuseum oder anderswo in Mühlheim geht. Und: Der Verwaltungschef stellt klar, dass am Ende nicht die Stadtverwaltung entscheide, wo die gelben Postboxen positioniert werden, sondern die Post selbst.

Das ist im allgemeinen richtig. In diesem besonderen Fall wird nun allerdings doch die Stadtverwaltung entscheiden müssen, wo der Briefkasten, der derzeit bei der „Wilde-Zwerge“-Kita steht, künftig zu sehen sein wird: An seinem alten Standort oder doch vor der Postfiliale?

Denn gestern Nachmittag meldete sich Postsprecher Alexander Böhm erneut in der Redaktion und teilte mit, „dass wir bereit sind, diesen Kita-Briefkasten an die Postfiliale zu versetzen, wenn die Stadt das genehmigt. Ein entsprechendes Schreiben ist an die Verwaltung raus.“ Nun liegt der schwarze Peter also doch im Mühlheimer Rathaus...

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