Närrischer Jahrmarkt beim LCV

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Mit eigenen Kostümen trat die Showtanzgruppe bei der Premiere der LCV-Sitzung am Samstagabend auf.

Mühlheim ‐ Jahrmarkt ist eigentlich immer in Lämmerspiel. Jetzt haben sie den Rummel zum Motto erhoben, das sich wie ein roter Faden durch die Sitzung des Lämmerspieler Carneval-Vereins (LCV) zog. Von Michael Prochnow

Am Samstag war Premiere im - selbstverständlich - ausverkauften Saal der Turn- und Sportvereinigung am Offenbacher Weg. Anstelle eines an die Bütt gefesselten Protokollanten tauchte diesmal ein Marktschreier, Weissager, 68-er immer mal wieder mit einem Tanzbär oder Bauchladen-Verkäufer auf. Kerstin Weber versuchte sich außerdem als Jongleur, Eric Höschele als Außenminister mit Lutscher.

Die LCV-Sitzung in Bildern:

Premierensitzung des LCV

Die „Street View“-Fotos wurden mit einem Bobbycar geschossen, die Steuerfahnder-CD sei längst veraltet. An das TSV-Fest erinnerte ein Stiefel, den die Besucher für den völlig aufgeweichten Boden benötigten. Im Bärenfell erinnerten sie an die Biogas-Anlage, in der sich aus Mist ein Haufen Geld machen lasse. Auch der Dschungelkönig aus dem Fernsehen musste für den szenischen Rückblick herhalten.

Der Thomas Gottschalk des LCV, Noch-Präsident Roland Spychala, vergaß keinen Ehrengast zu erwähnen. Ein „ganz entspannter“ Urlauber (Ewald Renner) trippelte nervös über die Bühne, schimpfte wie ein Rohrspatz über seine Frau. LCV-Vorsitzende Sandra Frey entdeckte beim 40. Geburtstag, „schön ist die Jugend, doch die kommt net mehr“.

Wie Tauben seien die Politiker, „sind sie unten, fressen sie Dir aus der Hand, sind sie oben, bescheißen sie dich“ - als Puppe Pirinja steckte Rita Spychala im grellen Kostüm, griff erstmals mit ihrem Ehegatten Roland alias Puppenspieler Karl den unendlichen Konflikt zwischen Mann und Frau auf. Mit Wortspielen im Dietesheimer Dialekt und sehr theatralisch schilderte „de Bub“ Thomas Scherb, wie er mit seiner Tante für den Onkel in Lämmerspiel einkaufen wollte. Dicker Bauch und krumme Baa', das konnte nur „Isidor, der Dollbohrer“ sein: Thomas Rau trug schnodderig Schwänke aus dem „Familienleben“ vor.

Mit Grazie, Anmut und Eleganz warfen die Prinzen-, Midi- und Minigarde, die „Küken“ und Solotänzerin Jana Holzberger die Beine in die Höhe. Trainerin Stephanie Straub verfolgte es von höherer Warte als Prinzessin Stephi I.,. Ganz andere Charaktere offenbarten die „afrikanischen Weltmeister der Herzen“. Unterstützt von passender Musik tanzte das Männerballett Flamenco. Die Damen begeisterten in Röcken und Takten aus den 50-er Jahren, die Showtanzgruppe mit viel Tempo und selbst geschneiderten Kostümen. Ins „Abenteuerland“ entführten die „Muntermacher“ mit Melodien aus der Schlagerwelt, die Stimmung garantieren. Mit diesen Ensembles und den Rhythmen gelang das, was selbst Büttenassen oft schwer fällt - nämlich: das Publikum von den Sitzen zu reißen. Das Finale leitete traditionell „Showtime“ ein.

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