FINSTERNACHT Interaktives Rollenspiel für Gruppen im Schanz

Projekt aus Leidenschaft

Kreatives Gespann: Ulrich Noll (links) und Lasse Westphal besprechen im Schanz Details zur Finsternacht. Foto: ron

Mühlheim – Es ist ein großes Projekt, das Ulrich Noll und Lasse Westphal zusammen mit vielen anderen Mühlheimern und viel Leidenschaft in ihrer Freizeit gerade auf die Beine stellen: die Finsternacht – die faulige Dunkelheit. VON RONNY PAUL

Ein interaktives Rollenspiel, bei dem sich die Teilnehmer als Protagonisten einer Geschichte wiederfinden, in der sie ihr Können und Geschick unter Beweis stellen müssen, um den Ausgang zu ihren Gunsten zu entscheiden. Dabei werden ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten – wie Mut, Auffassungs- und Kombinationsgabe – gefordert. „Manche treiben exzessiv Sport, wir machen das als unser Hobby“, sagt Westphal und lacht.

Geboren wurde die Idee in den Zeltlagern von St. Markus. 2017 hat eine Gruppe um Noll und Westphal in Zusammenarbeit mit der Artificial Family und dem Nexus-Escape-Room Gelnhausen bereits eine Finsternacht in den Steinbrüchen veranstaltet. Doch den beiden kam die Idee: „Warum sollte man das nur intern einmal im Zeltlager konzipieren und nicht auch für ein größeres Erwachsenenpublikum?“ Zumal von Nexus die Aussage kam: „Ihr seid gut genug, das alleine auf die Beine zu stellen.“ Das hat das Duo motiviert, sich ein Kompetenzteam um Svenja Martius und Tim Wunderle sowie weitere Unterstützer aus dem Zeltlagerteam, aus den Theatergruppen Teilzeitdenker und Frühbeet, Freunden sowie dem Duo Ohrenschmaus zusammenzutrommeln. „Wir sind etwa 40 Leute, die alle aus freien Stücken mitmachen“, betont Noll. Der Architekt hat zusammen mit Klaus Schmitt von Ohrenschmaus die Story für die Finsternacht geschrieben, die in Mühlheim in den 1920er-Jahren spielt. Grusel und Spannung sind wohl gesichert, ein entsprechender von Schanz-Macher Yannic Bill gedrehter und von Patrick Messer geschnittener Trailer auf Youtube deutet das an.

Der Plot: In Mühlheim geht Düsteres vor. Der Historiker Josef Bohrbach ist verschollen. Der Privatdetektiv Harald von Junst hat die Verfolgung aufgenommen. Nun sind die Spieler gefragt, den Detektiv zu unterstützen und die Geheimnisse der „fauligen Dunkelheit“ aufzudecken.

Das Ganze läuft in etwa ab wie in einem Film oder einem Theaterstück, beschreibt Westphal, der den Detektiv Harald von Just spielt. Die Spieler werden mit einer Geschichte konfrontiert, die sie packen und in ihren Bann ziehen soll. Der Unterschied: Die Finsternacht bietet die Möglichkeit, die Geschichte aktiv zu erleben, also keine schützende Leinwand oder Bühnenkante zwischen Spielern und Geschehen. „Eben keine stumpfe Geisterbahn, sondern ein interaktives Rollenspiel“, betont Noll. So entscheiden die Teilnehmer – ähnlich wie im Escape-Room –, ob sie eine Tür etwa mit Schlüssel, Dietrich oder „Dynamit“ öffnen. An verschiedenen Stationen in der Stadt – ausgehend von einer „Zeitmaschine“ im Schanz – wie etwa dem Stadtmuseum oder dem Wasserturm sind Schauspieler positioniert, die interaktiv mit den Teilnehmern agieren.

„Wir haben viel Unterstützung von der Stadt und den Stadtwerken bekommen“, sagt Noll und freut sich schon auf die Feuertaufe und viele Teilnehmer. Denn der Plan ist, die Finsternacht regelmäßig zu veranstalten.

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