Streckenführung noch unklar

Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main informiert Mühlheimer über Radschnellweg FRM8

Machbarkeitsstudie soll bis Mai 2022 abgeschlossen sein: Dass der Radschnellweg FRM8 entlang des Mains führen wird, gilt als unwahrscheinlich. archiv
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Machbarkeitsstudie soll bis Mai 2022 abgeschlossen sein: Dass der Radschnellweg FRM8 entlang des Mains führen wird, gilt als unwahrscheinlich. archiv

Vor allem in nördlichen europäischen Landstrichen spielt das Fahrrad schon seit Jahren eine relevante Rolle in der Verkehrsplanung. Im statistischen Mittel legt etwa der Oldenburger fast die Hälfte seiner Wege mit dem Rad zurück. In einer Stadt wie Kopenhagen fahren auf den topp ausgebauten Radstrecken etwa 60 Prozent der Einwohner mit dem Velo zur Arbeit.

Mühlheim - Forderungen, dass eingezeichnete Radwege dem Autoverkehr wieder weichen sollten, verzeichnet man in Dänemark oder den Niederlanden unter Satire.

Jüngst informierte der „Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main“ in einer im Internet übertragenen Veranstaltung über die Kriterien der anstehenden Machbarkeitsstudie des Radschnellwegs FRM8, der irgendwann von Hanau über Mühlheim und Offenbach zum Frankfurter Flughafen führen soll. Ziel ist es, durch einen Schnellradweg auch für Mühlheimer, die etwa in Frankfurt-Höchst arbeiten, eine Alternative zu den Fahrten mit dem Auto in den morgendlichen Staus oder in den häufig verspäteten S-Bahnen zu schaffen.

Zu Beginn erzählen Rouven Kötter, Mobilitätsdezernent und Erster Beigeordneter des Regionalverbandes, und die Regionale Radverkehrsbeauftragte Antje Quitta von den Hintergründen für die Planung. Wie der Name erahnen lässt, sollen die Schnellradwege so zügig wie möglich von A nach B führen. Doch simpel am Reißbrett die Linie zwischen zwei Punkten zu ziehen, damit ist es nicht getan. Eine Machbarkeitsstudie steht an, „deren Kosten bei etwa 100 000 Euro liegen“. Die Ausgabe teilten sich das Land und der Kreis Offenbach, sowie die Anliegerkommunen Hanau, Mühlheim, Offenbach und Frankfurt.

Der Regionalverband plant insgesamt sechs Radschnellwege, die alle nach Frankfurt führen. Die Studie für FRM8 habe vor zwei Monaten begonnen. Kurz vor der Vollendung steht hingegen bereits FRM1, der von Darmstadt nach Frankfurt führt. Unterteilt man die Zeitachse von der Absichtserklärung bis zur Realisation in 17 Abschnitte, liegt die Darmstadt-Frankfurt-Trasse auf Punkt 16, die Strecke von Hanau zum Flughafen auf der Südseite des Mains auf Punkt 2. Die Gutachterbüros Inovaplan GmbH aus Karlsruhe und PGV aus Hannover erstellen die Machbarkeitsstudien im Auftrag des Regionalverbandes.

Sicher gestaltet sich die Planung eines Radschnellwegs bei Weitem nicht so langwierig wie die einer Autobahn. Was der Karlsruher Ingenieur Dr. Tim Hilgert von Radschnellstraßen erzählt, klingt dennoch ähnlich. Ziel sei eine möglichst direkte Führung, Trennung von Rad- und Fußverkehr. Kreuzungen versuche man so zu bauen, „dass kein Zeitverlust entsteht“. Relevant seien zudem die Standorte von personalintensiven Firmen oder von Schulen. Das heißt, „wir haben garantiert verschiedene Interessen“. Berücksichtigen müsse man ferner eventuelle Einwände aus der Landwirtschaft. Am Ende komme ein Kompromiss heraus. Dessen Wesen sei es nun mal, „dass wohl niemand so ganz das bekommt, was er sich wünschte“.

Aus all den Gründen lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, wo der Radwegschnellweg entlangführen werde. Als höchst unwahrscheinlich gelte jedoch, „dass er entlang des Mains führen wird“. Ziel sei es, die Studie bis zum Mai 2022 abzuschließen. Die Bürger seien dazu aufgerufen, sich online auf der Seite des „Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main“ einzubringen.

Antje Quitta erklärt, eine Machbarkeitsstudie komme generell nur in Frage, wenn die Vorsondierung ergeben habe, „dass mindestens 2000 Bürger einen Radschnellweg benutzten“. Auf der Südseite des Mains musste da niemand die Luft anhalten, „hier stellen wir mit 3900 potenziellen Nutzern die größte Nachfrage fest“. Egal, was bei der Studie herauskomme, „zum Schluss entscheidet aber die Politik, ob und wo man baut“. (Von Stefan Mangold)

Infos im Internet region-frankfurt.de

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