Respekt vor Schöpfung erlernen

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er Initiator des „Elsternests“, Thorsten Ehmann, mit Kindern beim Erntedank. Das Team sucht noch Förderer, Sponsoren und Helfer. Wer sich einbringen möchte, kann sich gerne bei Ehmann melden.

Mühlheim - Freiwilliges Engagement von Bürgern für Bürger ist ein Glücksfall für eine Stadt. Was Bürgerinnen und Bürger selbst organisieren, ist lebendig und menschlich - und macht Spaß.

In der Reihe „12 Glücksfälle für unsere Stadt“ stellen wir in Zusammenarbeit mit den Mühlheimer Engagement-Lotsen in loser Folge Menschen in ihrer ehrenamtlichen und freiwilligen Arbeit vor und macht auf Ideen und Projekte aufmerksam, die so bunt sind wie die Talente der Menschen, die sich in Mühlheim einbringen. Heute: Der Natur- und Erlebnisgarten „Elsternest“ in Dietesheim

In Eigenarbeit wurde eine knapp 700 Quadratmeter große Baulücke schrittweise in einen wunderschönen Natur- und Erlebnisgarten umgewandelt, das „Elsternest“. In der Dietesheimer Wilhelmstrasse entwickelte der Landschaftsökologe Thorsten Ehmann mit Kita-Leiterin Gabi Luckmann und Joga-Lehrerin Martina Niederhüfner vor sechs Jahren, 2003, ein naturpädagogisches Konzept, das umgehend mit großem Arbeitseinsatz und Elan umgesetzt wurde. Das Grundstück wurde von Thorsten Ehmanns Mutter zur Verfügung gestellt.

Ehmann selbst hat sieben aktive Mitstreiter, die sich mit ihm, neben voller Berufstätigkeit, im Garten ehrenamtlich engagieren. Im vergangenen Jahr feierte das Team ein erstes kleines Jubiläum: fünf Jahre Elsternest - und hat inzwischen einen eingetragenen, gemeinnützigen Verein gegründet.

Kreativität und soziale Kompetenz fördern

Inhaltliches Ziel des Projektes ist es, den kleinen und großen Besuchern den Respekt vor der Schöpfung und ihre Bewahrung näher zu bringen. Kinder sollen ein besseres Naturverständnis durch das gemeinsame Erleben und Lernen in dem naturnah angelegten Areal erfahren. „Außerdem wird ihre Kreativität und ihre soziale Kompetenz gefördert“, so Thorsten Ehmann.

Vorwiegend Kinder zwischen fünf und zehn Jahren besuchen meist in Gruppen aus Kindertagesstätten und Schulen den Erlebnisgarten. Die Kinder werden an verschiedene Elemente herangeführt: Erde, Wald und Wiese, Wasser und Luft.

In Nischen eingeteilt, bietet der Garten auf engem Raum viel Platz für grüne Tunnel, heimliche Verstecke und einen Teich. Eine „Zauberwelt“ mit Barfußpfad und ein Weiden-Tipi, eine Kräuterspirale, den Komposthaufen und den Bauwagen in „Peter-Lustig-Manier“ gilt es zu „beleben“. Die Macherinnen und Macher des „Elsternestes“ haben auch an eine Ruhezone, eine Mineralienausstellung und eine Haustier-Ecke gedacht. Gerade brüten dort zwei Kanarienvögel, in den Stallungen tummeln sich die Kaninchen und Meerschweinchen. Die Nistkästen bewohnen Kohl- und Blaumeisen, im Insektenhotel hausen vom Aussterben bedrohte Solitärbienen, und eine Zauneidechse schlüpft durch die Trockenmauer.

Was macht den Erfolg des Elsternestes aus? „Basteln mit Naturmaterial, singen, malen, trommeln, riechen, schmecken, hören, balancieren, sehen und entdecken geben Spielraum für die Sinne und Entspannung als Gegenpol zur Hektik des Stadtlebens“, so Thorsten Ehmann. Die Kulturhalle Schanz kooperiert mit dem Garten und organisiert gemeinsam Kinderaktionen wie den „Afrikatag für Kids“. Unter dem Motto „Raus aus dem Nest“ werden außerdem Exkursionen „zum Natur entdecken“ von Thorsten Ehmann und seinem Team angeboten.

Mit hessischem Sonderpreis fürs Engagement ausgezeichnet

Das Konzept des „Elsternestes“ überzeugte die Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren in Hessen (LAKS Hessen). Mit der Vergabe eines Sonderpreises „Bürgerschaftliches Engagement in der Soziokultur“ im Jahr 2006 hat die Jury die Aktiven ermutigt, insbesondere die Verknüpfung des Natur- und Erlebnisgartens mit Kunst und Kultur weiter zu verfolgen und auszubauen.

Jetzt gilt es für das Team vom „Elsternest“, das Erreichte zu bewahren und auszubauen. Gesucht werden Förderer und Sponsoren. Aber auch ganz praktische Mitarbeit ist erwünscht. Nähere Informationen bei Thorsten Ehmann unter der Rufnummer 06108 / 608874.

Ehmann freut sich über den großen Zuspruch, den sein Projekt erfährt. Und dass Rentnerwandergruppen, Eltern mit ihren Kindern, Kindergarten- und Schulgruppen, auch weit über Mühlheim hinaus, Termine im Garten buchen. Auch finden Kindergeburtstage und Seniorencafés im „Elsternest“ statt. Gerade der Dialog zwischen den Generationen und Kulturen wird von Thorsten Ehmann ausdrücklich gewünscht und auch für sozial Schwache sollte „Natur nicht kostenpflichtig“ sein.

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