Spaßsport-Bürgerpark

Mit Rollen und mit Bällen

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Der Bürgerpark, hier auf einen Luftbild von Axel Häsler aus dem Sommer vergangenen Jahres, ist Mühlheims größtes innenstädtisches Grün.

Mühlheim - Die Skateranlage erweitern. Den Basketballplatz verlegen. Dem Bolzplatz einen Tartanbelag spendieren. Ein Dach für die Boulespieler und die Skater bauen. Von Marcus Reinsch

Kurz: den etwas altbacken möblierten Bürgerpark in einem Ort für ein „generationsübergreifendes Miteinander“ verwandeln. Mühlheims Jugend weiß, was sie will.

Und seit dem zwischenzeitlich eingeschlafenen Jugendforum vor einiger Zeit als einer Art Jugendparlament neues Leben eingehaucht wurde, hat sie ein Sprachrohr, das die Kommunalpolitik nicht so einfach überhören kann. Will sie auch offensichtlich nicht. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung versprachen die Volksvertreter dem Nachwuchs zwar noch nichts, was wirklich Geld kostet. Aber sie beschlossen einstimmig- und unter kollektivem Loben der engagierten Akteure, die Anregungen des Jugendforums zu prüfen. Es war ein strahlend heller parlamentarischer Augenblick, wenige Minuten bevor die dunklen Stunden des parteipolitischen Machtkampfes um die Schöffenliste begann.

Bau eines Cafés neben dem Schwimmbad

Die Spiele der Erwachsenen müssen die Jugendlichen im Forum glücklicherweise nicht unmittelbar interessieren. Der Antrag, den das mit einem Vorschlagsrecht ans Stadtparlament ausgestattete Jugendforum vorlegte, ist kein bloßer Wunschzettel. Es gibt auch bei einem Ortstermin gemeinsam mit der AG Bürgerpark hergeleitete Argumente. Die beziehen sich vor allem auf die Skateranlage. Die sei zwar zentral und mit Bus oder S-Bahn leicht erreichbar, locke auch Sportler aus anderen Städten an, trockne zur Freude von Skateboardfahrer, Inliner-, BMX- und Scooterfahrern nach Regenschauern schnell und sei gut einsehbar, was vor allem besorgte Eltern beruhige. Sie entspreche aber eben auch, weil ursprünglich nur für Skater gebaut, nicht mehr den im Lauf der Jahre weiterentwickelten Ansprüchen - der Auslauf der Minirampe zu knapp, die ganze Konstruktion zu schmal und zu kurz, die Anlage mit nur fünf Elementen nicht zu gebrauchen für echte Kunststückchen. Sprich: Im Bürgerpark kommen sich nicht nur Spaßsportler und Basketballer wegen ihrer direkten Nachbarschaft in die Quere, sondern auch die Spaßsportler untereinander. Der Antrag attestiert einen „großen Interessenkonflikt“. Lösen soll das die Verlegung des Basketballplatzes, dem dann, ebenso wie dem Bolzplatz, auch gleich ein viel besser bespielbarer Tartanbelag gegönnt werden könnte.

Momentan noch eher ein schöner Gedanke als ein echter Plan: der Bau eines Cafés neben dem Schwimmbad. Da könnten sich dann auch Eltern wohl fühlen und alles im Blick haben.

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