Genug Obst - nur nicht für die eigenen Kinder

500 Euro spendete die Rote-Warte-Schule, damit Dr. Matthias Gründler helfen kann.
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500 Euro spendete die Rote-Warte-Schule, damit Dr. Matthias Gründler helfen kann.

Mühlheim - Weiße Kleider für die Kinder und Sonntagskleidung für die Eltern - so kommen viele zur Krankenstation im Norden Kenias.

Der Kinderarzt Dr. Matthias Gründler, der in Rumpenheim seine Praxis hat, fliegt seit acht Jahren regelmäßig für zwei Wochen in das ostafrikanische Land, um in einem Waisenhaus Kinder zu untersuchen und ihnen die passenden Medikamente zu geben. Seit fünf Jahren hat er in den Kindern der Mühlheimer Rote-Warte-Grundschule engagierte Unterstützer. Während der Ernährungswochen der Schule im Februar bereitet jeden Freitag ein Jahrgang ein gesundes Frühstück vor, das an die Mitschüler verkauft wird. „Mit einem Betrag von 500 Euro war der Erlös so hoch wie noch nie“, freute sich Schulleiterin Silke Mahr. 340 Euro erzielten die Schüler direkt, die Differenz füllten der Schulelternbeirat sowie eine private Einzelspende auf.

„Schokolade sollst Du meiden und bei Zucker bleib bescheiden, mehr Gemüse, Brot und Reis, das gehört zu jeder Speis“, sangen die Schüler in einer kleinen Feierstunde das Pyramidenlied, das sie mit Lehrerin Cornelia Jacob eingeübt hatten. Dass sie in den Ernährungswochen gelernt hätten, Obst von Gemüse zu unterscheiden, Brotgesichter zu gestalten und die Ampelfarben der Wertigkeit von Nahrungsmitteln zuzuordnen, berichtete der Nachwuchs. Der Ernährungsführerschein war der Lohn der Mühen. Dr. Gründler erzählte von seiner Tätigkeit in Kenia, die darauf abzielt, eine gute medizinische Basisversorgung zu gewährleisten. Mit Nahrung für einen Euro muss eine mehrköpfige Familie satt werden. Kein Wunder, dass viele Kinder krank sind, denn nur die wenigsten Familien könnten sich gesunde Nahrungsmittel leisten.

Bedauerlich sei, dass in Kenia genug Obst wachse, das aber in andere Länder verkauft werde. Die meisten der 120 Kinder in dem Waisenhaus hätten ihre Eltern durch Aids verloren. Über die Hilfsorganisation Cargo Human Care (CHC) sind das ganze Jahr über Ärzte ehrenamtlich in der Krankenstation, sodass die Hilfe langfristig sei, so Dr. Gründler. - peba

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