Appell

Zu schnell unterwegs vor der Kita Bürgerpark

Trotz verkehrsberuhigtem Bereich vor der Kita Bürgerpark sind viele dort zu schnell unterwegs.
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Trotz verkehrsberuhigtem Bereich vor der Kita Bürgerpark sind viele dort zu schnell unterwegs. 

An die ausgewiesene Schrittgeschwindigkeit vor der Kita Bürgerpark halten sich längst nicht alle Verkehrsteilnehmer. 

Mühlheim - Dabei dürfen Autos dort „nur so schnell fahren, wie die Menschen laufen“, sagt die fünfjährige Nele. Die kleine Kitabesucherin hat beobachtet: „Die Autos fahren aber meistens zu schnell. “ Dabei sind auch Eltern nicht auszunehmen, die ihren Nachwuchs morgens zur Kita bringen oder mittags abholen. „Es sind oft Mamas, die ihre Kinder bringen oder auch Lieferfahrzeuge“, berichtet André Zieger, Vorsitzender des Elternbeirats. Das Problem ist kein neues, habe sich aber seit dem Verkehrsversuch der einspurigen B 43 verschärft, hat Zieger beobachtet. Die Rodaustraße, an der die Kita liegt, diene vielen Autofahrern Richtung Offenbach als Abkürzung. „Es ist ein neuralgischer Punk“, sagt Stadtrat Bernd Klotz, der ebenfalls dem Elternbeirat angehört. Der Hauptteil der Eltern empfinde die Situation vor der Kita als gefährlich. „Im Elternbeirat sind sich alle einig, dass etwas getan werden muss“, informiert Zieger.

Der Nachwuchs jedenfalls weiß Bescheid: „Wenn die Leute zu schnell fahren und ein Kind nicht guckt, wird man überfahren“, betont die fünfjährige Jenny. Passiert sei Gott sei Dank noch nichts, sagt Zieger. Doch darauf müsse man es auch nicht ankommen lassen.

Man habe auch schon beim Stadtelternbeirat und bei der Stadt angeklopft, „doch leider kann man bautechnisch nichts mehr machen“, sagt Zieger. Versucht hat man schon vieles: Plakate, neonfarbene Verkehrsmännchen oder ein Display etwa, das die Geschwindigkeit vor der Kita misst und die Verkehrsteilnehmer beim Übertreten der Schrittgeschwindigkeit mit einem roten, traurigen Gesicht darauf hinweist, scheinen auch wenig gebracht zu haben. „Bei den meisten Autos gibt es ein trauriges Gesicht“, bedauert die fünfjährige Malena. Und im Gegensatz zu manch Erwachsenen wissen die kleinen Kitabesucher, was zu tun ist: „Wenn ich ein Auto hätte, würde ich langsam wie eine Schnecke fahren“, meint Nele. Mache man die Verkehrsteilnehmer auf ihr zu schnelles Fahren aufmerksam, komme es nicht selten zu gestischen oder verbalen Beschimpfungen, berichtet Zieger. Er schätzt, rund 75 Prozent halten sich vor der Kita Bürgerpark nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Er wolle an alle appellieren, sich vor der Kita an die Vorgaben zu halten und langsam zu fahren.

Das sieht auch Bürgermeister Daniel Tybussek so: „Wir können nicht überall und jederzeit kontrollieren.“ Er sei sehr an einem guten Miteinander aller interessiert und fordere alle Verkehrsteilnehmer auf, besonders vor schützenswerten Einrichtungen auf die Regeln zu achten und langsam zu fahren.

RONNY PAUL

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