Auf die Schnelle 25 neue Plätze

Mühlheim - Dass es derzeit nicht leicht hat, wer in Mühlheim Kinder bekommt, ist kein Geheimnis. Zumindest wenn es darum geht, einen Betreuungsplatz für den Nachwuchs zu finden. Von Barbara Hoven

Denn das Betreuungsangebot der Stadt für Kinder weist sowohl im U3- wie auch im Ü3-Angebot deutliche Lücken auf. Zum Ende des Kindergartenjahres, also im Juli 2012, fehlen allein für die Ü3-Betreuung 142 Plätze, wenn denn jedes Kind einen in Anspruch nehmen würde.

Umso kostbarer sind für Daniel Tybussek Momente wie der beim Vor-Ort-Termin in der Hallgartenstraße. „Wir haben eine Verbesserung der Versorgung erreicht, indem wir das Gebäude kurzfristig in eine Kindertagesstätte umgewandelt haben“, freut sich der Rathauschef zu verkünden. Nach dem Umzug des Hortes Hallgarten zum Schuljahresbeginn ins neue Schulkinderhaus an der Goetheschule seien die Räume umgestaltet worden. „Damit können wir nun weitere 25 neue Kita-Plätze für Drei- bis Sechsjährige anbieten.“

Seit Anfang des Monats sind die Türen in der Hallgartenstraße offen, 16 Kinder toben inzwischen durch die bunten Räume im Erdgeschoss. „Neun Plätze können wir noch vergeben“, sagt Rosemarie Bauch. Die Leiterin der Kita „Mühlmäuse“ betreut derzeit auch die neue Einrichtung mit. Einige Eltern wurden angeschrieben, von denen teils noch keine Rückmeldung kam. Das verwundert nicht, denn wer im Sommer die Info erhielt, dass es in diesem Jahr keine freien Plätze mehr gibt, dürfte sich längst anders organisiert haben. „Ich denke aber, dass wir bis zum Jahresanfang alle Plätze vergeben haben“, schätzt Bauch. Wer derzeit noch konkreten Bedarf habe, könne sich an die Kita-Koordination im Rathaus wenden.

„Die Betriebserlaubnis für die neue Einrichtung wurde von der Fachberatung für Kitas beim Kreis Offenbach erteilt, nachdem die Räume renoviert, gestrichen und neue Garderoben angebracht wurden“, so die Fachbereichsleiterin für Jugend und Soziales, Anna Dourouka. Zwischen 7.30 und 15 Uhr können die Kinder einen großen Gruppenraum, den Turnraum, ein Esszimmer und eine gemütliche Rückzugs-Ecke nutzen. „Auch eine Mittagsversorgung bieten wir an, die von den Eltern gerne angenommen wird“, berichtet Rosemarie Bauch. Drei Erzieherinnen kümmern sich um die Kleinen, dazu hauswirtschaftliches Personal.

„Es ist nicht nur finanziell ein Riesen-Kraftakt, aber wir arbeiten mit Hochdruck daran, das Platzangebot in der U- und Ü 3-Betreuung zu erweitern und dem Bedarf anzupassen“, betont Tybussek. Ursprünglich war bekanntlich geplant gewesen, dass der Betreuungsverein „Die wilden Zwerge“ in den früheren Hort Hallgarten umzieht. Doch es habe sich gezeigt, dass der Platz für dieses Vorhaben nicht ausreiche. „Da wurden die Fehlplanungen der alten Mehrheiten deutlich sichtbar“, stichelt Tybussek. Deshalb habe man kurzfristig umplanen müssen. Vor allem die Suche nach Erzieherinnen habe sich wegen des großen Wettbewerbs am Markt schwierig gestaltet.

Auch die Einrichtung von zwei Kindergartengruppen in der Hallgartenstraße, auf die man gehofft hatte, sei „genehmigungsrechtlich nicht machbar“ gewesen. Bleibt also ein Teil des Gebäudes leer? Tybussek verneint, verweist auf laufende Gespräche, „um das Gebäude komplett zu nutzen“. Ein Blick auf die Historie des großen betreuungspolitischen Verschiebepuzzles in der Stadt lässt aber vermuten, dass der Frau-Mutter-Kind-Verein, der bekanntlich ebenfalls noch Räume sucht, als Nutzer im Gespräch sein dürfte.

Eins jedoch steht laut Tybussek - entgegen anders lautender Gerüchte - fest: „Die neue Gruppe bleibt dauerhaft bestehen, es handelt sich nicht um eine Übergangslösung. Selbst wenn sich räumlich etwas ändern sollte, bleiben die Kinder zusammen.“

Seit 1976 war das Gebäude in der Hallgartenstraße als Hort mit anfänglich 40 Kindern genutzt worden. 1987 war eine dritte Gruppe in der ehemaligen Hausmeisterwohnung eingerichtet worden. Bis zum Sommer diesen Jahres waren 75 Kinder im Hort untergebracht.

Rubriklistenbild: © dpa

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