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Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung des Spielplatzes Biebercamp gestartet

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Unter aufmerksamen Blicken erläutert Daniela Bernbeck vom Büro Beuerlein/Baumgartner Optionen für die Neugestaltung des Waldspielplatzes an der Ulmenstraße.
Unter aufmerksamen Blicken erläutert Daniela Bernbeck vom Büro Beuerlein/Baumgartner Optionen für die Neugestaltung des Waldspielplatzes an der Ulmenstraße. © m

Sandkiste oder keine? Lange Rutsche oder kurze, Seilbahn oder Trimm-dich-Nische? Eine fertige Ausstattung fürs Biebercamp gibt‘s auch mit den ersten Plänen einer Fachfirma noch nicht. In dieser Hinsicht sind die Anrainer des außergewöhnlichen Spielplatzes gefragt. Fast 40 Mütter und Väter folgen den Ausführungen und ergänzen sie um ihre Erfahrungen.

Mühlheim –„Es ist nichts in Stein gemeißelt“, bekräftigt Daniela Bernbeck die Einleitung von Bürgermeister Daniel Tybussek. Die Landschaftsarchitektin des Frankfurter Büros Beuerlein/Baumgartner schwärmt von dem „tollen Ort“, in dem sie „keinen einzigen Baum fällen“, im Gegenteil, weitere Schattenspender setzen möchte, drei Lärchen und eine Esskastanie. Das Gelände an der Ulmenstraße eigne sich für eine Rutschbahn, die auf einem Hügel in vier Meter Höhe startet.

Das Gefälle erlaube, eine 30 Meter lange Seilbahn zu installieren, präsentiert die Expertin eine weitere Attraktion. Eine Hängematte zum Entspannen passe ins Bild, auch eine „Biberburg“, eine stattliche Holzkonstruktion mit Netzen und Seilen zum Klettern. Vorgesehen hat die Planerin auch eine Mehrfach-Schaukel aus Tauen, die Mutter oder Vater oder die ältere Schwester mit dem Sprössling nutzen könne. Und eine „Sonneninsel“ mit Bänken.

Sie stellt sich und ihrem Publikum auch eine Fitnessfläche mit Freiluft-Reck, Barren und einem Balancier-Seil vor. Das vorhandene Karussell soll bleiben, ebenso ein Kletterbalken. Die Fachfrau wirbt für einen „Flitz-renn-und-tob-dich-aus-Spielplatz“, der keine Buddelkiste brauche, weil er ältere Kinder anspreche. Janina Bader aus dem Rathaus, Sachbearbeiterin für Umwelt und Freiraum, erläutert, warum es in der Mühlenstadt so wenige Anlagen für die Jüngsten gebe.

„Die Kleinen wachsen schnell raus“, die U3-Geräte müssen besonders sicher sein und seien darum sehr teuer. Dennoch, die Eltern am Eingang des Camps pochen auf einen Sandkasten, den die Knirpse lieben. Andere Geräte können nur an der Hand eines Elternteils erobert werden, heißt es. Für die Begeisterung der kleinen Entdecker reichen oft Stämme und Baumscheiben aus.

Eine Absage erteilen die Frauen Schwengelpumpe und Wasserspielen. Allein weil den erforderlichen Zu- und Abflussrohren die Wurzeln der Laub- und Nadelbäume im Wege stehen. Zudem sprechen Verschwendung von Trinkwasser und Hygiene gegen eine solche Erweiterung. Das Konzept ließe auch keine Klangspiele und Barfußpfade zu, die meist Opfer von Zerstörungswut werden.

Einige Anwohner fürchten während der Arbeiten eine längerfristige Vollsperrung des Platzes, der täglicher Treffpunkt ihres Nachwuchses sei. Doch dazu können die Gefragten noch keine Auskunft geben. Die Gestaltung hänge nicht nur von der Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung und dem Votum der Bürgerinnen und Bürger ab, die sich vor Ort in Listen eintragen. Unumgänglicher Faktor seien auch die Lieferzeiten für die Geräte, derzeit rund 25 Wochen.

Von der Straße soll das Gelände nicht durch einen starren Zaun abgegrenzt werden. Dem Team schwebt eine Benjeshecke vor, die zugleich vielen Tieren einen Lebensraum eröffne. Tybussek sichert die Abstimmung mit dem Waldkindergarten zu, der auf dem Areal residiert. Gegen den Eichenprozessionsspinner werde Vorsorge getroffen. Die Sanierung des Biebercamps sollte bis zum Sommer 2023 abgeschlossen sein. (Michael Prochnow )

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