Selbstbewusst und links

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Selbstbewusst und offen: Der neue Vorsitzende der Partei „Die Linke“ in Mühlheim, Sven Malsy.

Mühlheim ‐ Diesmal hat‘s noch nicht geklappt mit der Beteiligung an der Kommunalwahl. „Aber beim nächsten Mal sind wir auf jeden Fall dabei.“ Von Heiko Wiegand

Sven Malsy, frisch gewählter Vorsitzender des vergangenen Monat gegründeten Ortsverbandes der Partei „Die Linke“, ist optimistisch, was die Zukunft seiner Partei in der Mühlenstadt angeht. „Bei der letzten Bundestagswahl haben wir hier 8,2 Prozent der Zweitstimmen geholt. Das ist eine gute Grundlage für politische Arbeit in Mühlheim.“ Exakt 1116 Mühlheimer hatten sich bei der Bundestagswahl 2009 für die Linkspartei entschieden. „Wir werden hier keineswegs als Exoten belächelt“, betont der 18-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.

Mehrfach schon habe sich die Partei an Markttagen mit Ständen in der Bahnhofstraße präsentiert - „und wir wurden bis jetzt gut angenommen“. In den kommenden Wochen will die in Mühlheim zehn Mitglieder zählende Gruppe vor allem die Werbetrommel für die Kreistagswahl rühren, die ebenfalls am 27.   März stattfindet. Sven Malsy kandidiert auf Platz 8. „Wenn wir kreisweit sieben bis acht Prozent holen, könnte ich es nach Dietzenbach schaffen“, rechnet der selbstbewusste Schüler vor.

Dass es im Vorfeld der Kommunalwahlen nicht geklappt hat mit einer Liste auf Mühlheimer Ebene, habe übrigens nichts mit der Zahl der bereit stehenden Kandidaten zu tun gehabt. „Wir hatten 17 Leute zur Verfügung und hätten nur zehn gebraucht. Aber wir wollen uns in Mühlheim erstmal etablieren, Erfahrungen sammeln“, so der Tischtennisspieler, der bei der DJK Spielvereinigung auch Jugendliche trainiert und nach dem Abitur (Leistungskurse Mathe/Politik) in Frankfurt Politik und Philosophie studieren will. In der Mühlenstadt möchte er sich vor allem für die Jugendpolitik stark machen. „Wir wollen den Jugendlichen die Möglichkeit zu alternativen Konzepten geben - beispielsweise Kulturprojekte für sie und mit ihnen veranstalten.“ Malsy schwebt ein „Haus der Generationen und Kulturen“ vor, das - zusätzlich zum Jugendzentrum an der Rodaustraße - als Forum dienen könne für einen Dialog zwischen jüngeren und älteren Menschen. „Dort kann man ins Gespräch kommen, sich gegenseitig zuhören.“ Wo das Geld dafür herkommen soll? „Wir sind derzeit nicht in der Position, das zu beurteilen, denn wir haben keinen Haushalt der Stadt Mühlheim zur Verfügung.“ Das Zahlenwerk werde nur an die in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen ausgegeben.

Zur Partei „Die Linke“ ist Malsy gekommen, nachdem er sich darüber klar wurde, was er politisch denkt, wo Schnittmengen zu existierenden Parteien am größten sind. „Es geht mir um soziale Gerechtigkeit, um Friedenspolitik, um Jugendpolitik. Da habe ich die größten Schnittmengen mit der Partei ,Die Linke‘ gefunden. Es macht mir Spaß, in der Partei zu arbeiten.“

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