Soziale Komponente fehlt

Handballer der SG Dietesheim-Mühlheim hoffen auf baldige Lockerung der Beschränkungen

SG-Vorsitzender Torsten Schildwächter und sein Team hoffen auf grünes Licht fürs Handball-Camp.
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SG-Vorsitzender Torsten Schildwächter und sein Team hoffen auf grünes Licht fürs Handball-Camp.

Laufen geht. Tennis auch. Fußball nicht, Turnen, Tanzen und Judo ebenso wenig. „Wir haben im Frühjahr mit der Stadt ein Hygienekonzept ausgearbeitet“, berichtet Torsten Schildwächter, Vorsitzender der Handball-Spielgemeinschaft (SG) Dietesheim-Mühlheim. Danach durften Fünfer-Gruppen im Freien trainieren. Seit November aber können sich die Spieler überhaupt nicht treffen. Doch der SG-Vorstand hofft auf die Lockerung der Beschränkungen und plant ein Kinder- und Jugend-Camp für Ostern.

Mühlheim – Im Juni durften sie das Gelände am Feuerwehrhaus über ein Einbahnstraßen-System betreten, mit Maske und Handdesinfektion. Für die Übungen auf dem Rasen folgten die Leiter den Vorgaben des Deutschen Handballbunds (DHB). „Für die Spieler ist es schwer, sich punktgenau vorzubereiten, um für ein Spiel fit zu sein“, erläutert Schildwächter die Situation. Doch die Möglichkeiten im Sommer waren freilich „besser als gar nichts“.

Als in Offenbach die Inzidenzzahlen stiegen und der Sportbetrieb eingestellt wurde, verhielt sich die Region solidarisch und verzichtete ebenfalls auf Begegnungen, berichtet der Sprecher und unterstreicht eine „verantwortungsvolle Gemeinschaft“. Diese zahle derzeit einen hohen Preis, seit November dürfen sich die Handballer in überhaupt keiner Form mit dem Ball bewegen.

Dem Zusammenschluss aus den Abteilungen bei der Sportgemeinschaft Dietesheim und der DJK Mühlheim gehören derzeit etwa 160 Jugendliche in elf Mannschaften und 60 Aktive in drei Herren- und einem Damen-Team an. Die Frauen und eine Männer-Formation spielen in der Bezirksoberliga. „Bis jetzt haben wir nicht mehr Austritte zu beklagen als üblich“, registriert der Vorsitzende. Weil aber die Runde nicht stattfindet und auch keine Arbeitsgemeinschaft an den Schulen, könne der Verein keine neuen Mitglieder gewinnen.

Ein Jugendlicher, der ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim Verein absolviert, leitet sonst Handball-Kurse in den Schulen. „Die kommen sicher alle wieder ins Training“, blickt Torsten Schildwächter optimistisch in die Zukunft. Doch derzeit seien „alle sehr enttäuscht“.

Aktivitäten über soziale Medien im Internet „können andere besser“, gesteht er. Also bedienten sich die Mühlenstädter Anleitungen zum Training daheim von den Profi-Kameraden von Alba Berlin.

In Video-Konferenzen habe der Vorstand auch über die Weltmeisterschaft in Ägypten diskutiert. „Die Nationalmannschaft ist unser Aushängeschild“, ist sich das Führungsgremium einig. „Solche Wettbewerbe und die Auftritte in der Bundesliga verschaffen uns immer einen temporären Auftrieb“, also auch Zulauf in den Vereinen, erläutert Schildwächter.

Die Absprache am Monitor wollen sie beibehalten, wenn die Situation sich mal wieder ändern sollte, resümiert er. Und hofft, dass sie im September eine Saison „unter normalen Bedingungen“ starten könne. Nur bei den Erwachsenen der dritten Mannschaft sieht er Schwierigkeiten: „Ohne Training, den physischen und mentalen Teamgeist“, werden manche nicht mehr antreten. Die „soziale Komponente“, der Austausch, das Bierchen nach dem Sport, fehle einfach.

Doch die familiäre Gemeinschaft verursache keine hohen Kosten, und auch die Sponsoren blieben mit Bandenwerbung, Plakaten, Trikots und Preisen bei der Stange. So könnte das Handball-Camp in den Osterferien steigen. Mit Unterstützung von Trainern des THW Kiel sei ein sportliches Ferienprogramm für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren geplant. Schildwächter betonte dazu die sehr gute Zusammenarbeit mit Klaus Schäfer vom Sport- und Kulturamt. (Von Michael Prochnow)

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