Spatenstich für Barrierefreiheit

Umbauarbeiten am Haus der evangelischen Friedensgemeinde starten

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Gemeinsamer Griff zur Schippe: Die ersten Spatenstiche haben Pfarrerin Martina Grombacher (von links), Erste Stadträtin Gudrun Monat, Karla Trillig vom Bauausschuss der Friedensgemeinde, Architekt Max Seipel, Kita-Leiterin Fabienne Thießen, Pfarrer Ralf Grombacher und ein paar fleißige Helfer übernommen.

Große Pläne beginnen oft im kleinen Kreis. Ein solcher hatte sich nun vorm Haus der evangelischen Friedensgemeinde versammelt, um Spaten, Schippe und Spitzhacke in die Erde zu rammen. Das war der offizielle Startschuss für Erweiterung und Umbau des Gebäudes an der Büttnerstraße zu einem barrierefreiem Gemeindehaus. Von Michael Prochnow

„Die Räume sind in die Jahre gekommen“, begründete Pfarrer Ralf Grombacher den Schritt. Obendrein soll der Treffpunkt auch Menschen mit Beeinträchtigungen offenstehen. Also werden künftig auch ein Treppenlift zur Bücherei führen und eine behindertengerechte Toilettenanlage den Besuch von Gästen mit körperlichen Einschränkungen erleichtern. Letztere wird im neuen Vorbau im jetzigen Hof untergebracht, gleich vor einer Küche, die bislang fehlt, und einem breiteren Zugang zum Garten. Mit einher geht eine energetische Sanierung der Mauern, die zum Teil aus den 70er Jahren stammen.

So entsteht ein helles Foyer vorm Saal, dem ehemaligen Betsaal. Er wurde 1899 eingeweiht, finanziert mit Spenden des Gustav-Adolf-Vereins für Diaspora-Gemeinden. 1915 entstand daraus eine Kapelle mit den hohen Kirchenfenstern und dem Türmchen über dem Dach. 40 Jahre später waren die Räumlichkeiten zu klein, auf dem angekauften Nachbargelände entstand die größte Kirche des evangelischen Dekanats, deren „Basis“ Kinder sind – im Untergeschoss residiert bis heute die integrative Kindertagesstätte Arche Noah.

Einige Mädchen und Jungen packten zusammen mit dem Pfarrer-Ehepaar Ralf und Martina Grombacher, mit Karla Trillig, der Vorsitzenden des Bauausschusses, Architekt Max Seipel und Kita-Leiterin Fabienne Thießen an, den Beginn der Arbeiten zu markieren. Zuerst müssen die Trennmauer zum Kindergarten und das schwere Vordach abgerissen werden, erläuterte Seipel, dann folgt der Durchbruch der bisherigen Außenwand.

„Das Haus ist uns sehr wichtig mit all seinen sozialen Angeboten“, bekräftigte Erste Stadträtin Gudrun Monat im Namen des Magistrats. Darum bezuschusse die Stadt das Projekt und stelle für die Zeit des Umbaus kostenfrei zwei Ersatzräume zur Verfügung. Die Senioren-Gymnastik am Dienstag und die Feldenkrais-Gruppe am Freitag treffen sich in der nahen Seniorenwohnanlage Goethestraße, der Kinderchor probt für das nächste Kindermusical in der Wohnanlage Fährenstraße. Dort finden auch die Vorlese- und Bastelnachmittage statt.

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Themen-Samstage, Info- und Elternabende der Konfirmanden und Teamer-Treffen werden in den gemeindeeigenen Räumen in Haus Ruth, Kinderhaus und Haus Petrus in Dietesheim stattfinden. Dort laufen auch die Kinderbibelwoche und die Kirchenvorstandssitzungen. Der Yoga-Kreis am Donnerstagabend versammelt sich in der Kita Arche Noah.

Die Gesamtkosten des Vorhabens sind mit 470.000 Euro beziffert. 270.000 übernimmt die Evangelische Kirche Hessen-Nassau, 23.500 kommen aus dem Stadtsäckel, den Rest muss die Gemeinde selbst berappen. Etwa 23.000 Euro wurden bereits gespendet, verkündete Pfarrer Grombacher. Karla Trillig, ebenfalls Architektin, regt an, dass Mitglieder oder Freunde der Gemeinde einzelne Bauleistungen übernehmen.

Spenden für den Umbau des Gemeindehauses der Friedensgemeinde können überwiesen werden auf das Konto DE22 5019 0000 0001 8230 43 bei der Frankfurter Volksbank, Stichwort Barrierefreies Gemeindehaus. Spendenbescheinigungen werden ausgestellt, ab einem Betrag von 100 Euro wird der Name veröffentlicht – wenn gewünscht.

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