Umgestaltung am Alten Festplatz

Zu schön zum Kaputtmachen

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Ein Schatz sei das Gelände des Alten Festplatzes, hieß es bei der Vorstellung der Pläne. Das gelte es bei allem Aufpeppen zu erhalten.

Mühlheim - Geht es nach Cornelia Bertuleit, können die Goethe-Kids und andere Mühlenstädter bald auf Schatzsuche gehen. Ihr Entwurf für die Umgestaltung des Alten Festplatzes sieht tellergroße Taler vor, die zu einem Goldesel führen, einem Schaukelgerät.

Der „wahre Schatz“ aber sei das für einen Spielplatz ungewöhnlich großzügige und naturnahe Gelände, dessen Charakter unbedingt erhalten werden solle, plädierte die Frau vom Büro für Freiraumplanung in Nidderau. Trotz der Gluthitze kam am Mittwochnachmittag ein Dutzend Interessierter, überwiegend Anwohner des Areals an der Goetheschule, zur Vorstellung der Pläne ins Betreuungshaus.

Eine kostspielige Parkanlage in Zeiten leerer Kassen? Bürgermeister Daniel Tybussek stellte eingangs die Absicht des Stadtparlaments vor. Nach einer „Frequenzanalyse“ werden einige Spielplätze im Stadtgebiet aufgegeben, so jener an der Haydnstraße. Vom Erlös des Grundstücksverkaufs sollen der Bürgerpark um Angebote für Kleinkinder erweitert und der ehemalige Festplatz aufgepeppt werden.

Frequenzanalyse

In den 70er Jahren wurde er zum größten Spielplatz in der Stadt umgestaltet, habe einige Modernisierungen erfahren, erzählte Anne Schleißner. Die für Hochbau und Stadtökologie zuständige Sachbearbeiterin wies darauf hin, dass vor zwei Jahren nach Kontrollen ein Gerät abgebaut werden musste. Und überhaupt: „Der Platz ist in keinem guten Zustand.“

Doch die Adresse werde intensiv von Schulkindern und Sprösslingen aus der nahen Kita Raabestraße genutzt. Sie waren daher aufgerufen, Vorschläge für die Ausstattung abzugeben. Dabei wurde deutlich, dass sich neben den Anrainern auch der Nachwuchs wünscht, den „fast einzigartigen“ alten Baumbestand und die Sträucher zu erhalten, resümierte Bertuleit. „Das war klar, dass wir diese Ecke gar nicht anfassen wollen“. Die Rasenfläche soll als Ballspielplatz dienen, der Hügel auch zum Rodeln nutzbar werden, der Randstein in diesem Teil verschwinden.

Sie habe zahlreiche Projekte der „Spielraumplanung“ verwirklicht und plädierte dafür, die „Schätze der Stadt Mühlheim“ gut zu pflegen. Sieben Bäume hätten jedoch keinen „Erhaltungswert“, sie bedrängen sich gegenseitig. Einer müsse aus Sicherheitsgründen weichen. Die Schule soll einen direkten Zugang an der Ecke Fest- und Karlstraße erhalten. Dazu werde eine neue Wegeführung mit Pflaster oder Asphalt angelegt, damit auch Kinderfahrzeuge genutzt werden können. Ein weiterer neuer Zugang ist an der Karl- und Gutenbergstraße vorgesehen.

Sitzflächen und Skulpturen

Auf der Schulseite sollen Sitz- und Kommunikationsflächen entstehen, an allen Eingängen Skulpturen. Die können von Kindern vor Ort mit Motiven aus Keramikmosaik auf Betonrohlingen individuell geformt werden, „ein sehr schönes Gemeinschaftsprojekt“, warb die Fachfrau. Die erst kürzlich geprüfte Seilspinne soll ebenfalls bleiben, aber einen neuen Fallschutz erhalten.

In der „leeren Sandwüste“ könne sich das „Kernstück“ mit einer großen Attraktion erheben, eine Kletterfelsanlage mit Rampe in den Hügel. Dazu sehen die vorgestellten Zeichnungen eine Hängemattenschaukel und einen Balancierpfad aus Hölzern und Seilen sowie zwei Podeste vor. „Das hat nicht jeder und das kommt total gut an bei Jugendlichen“, warb die Referentin.

Der Kleinkinder-Spielplatz werde mit einer Kletteranlage mit Rutsche ausgestattet sowie mit einer Bank-Tisch-Kombination für die Begleiter. Jugendliche können sich auf einer „Lümmelbank“ breit machen. Diese Vorstellung rief bei einigen Nachbarn Kritik hervor, sie fürchten nächtliche Gelage Halbwüchsiger. Sachbearbeiterin Schleißner möchte eine offene, gut einsehbare Gestaltung, um „soziale Kontrolle“ zu erlangen. Auch die Anwesenheit von Müttern mit Kindern erfülle diese Aufgabe. „Wenn es richtig schön ist, wird weniger zerstört“, sagte Planerin Bertuleit.

Noch keine Angabe zu Kosten

Ein anderer Bürger sprach sich für mehr Freiräume für die Kinder aus, das Gelände solle nicht mit Geräten zugebaut werden. Weil nach starkem Regen Wasser vom Platz in die Häuser laufe, möge auch hier Vorsorge getroffen werden. Kosten für das Projekt wollte Bürgermeister Daniel Tybussek noch nicht nennen, da es sich um eine Vorplanung handele.  M.

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