Blick nach vorne

Spitze des Verkehrs- und Verschönerungsvereins über die Pläne

Gewählt für zwei Jahre: Der neue Vorstand des Verkehrs- und Verschönerungsvereins um den Vorsitzenden Ludwig Neunobel (Mitte, in blauem Pullover) hat viel vor. Auf dem
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Gewählt für zwei Jahre: Der neue Vorstand des Verkehrs- und Verschönerungsvereins um den Vorsitzenden Ludwig Neunobel (Mitte, in blauem Pullover) hat viel vor. Auf dem

Als einige Mühlheimer um Willi Simon 1949 den Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVM) gründeten, „hat es sicher einige Bürger gegeben, die damals ob dieses Vorhabens gelächelt haben“. So wird es in der Chronik des Vereins vermutet. Heute wird über den VVM sicher nicht gelächelt, hat er doch über Jahrzehnte viel in der Stadt angestoßen. Und doch stellt sich die neu gewählte Vereinsspitze um Ludwig Neunobel und Matthias Belz aktuell die Fragen: „Hat der VVM noch seine Berechtigung? Und was können wir Vereinen noch bieten?“ Beides wollen der Vorsitzende Neunobel und sein Stellvertreter Belz natürlich positiv beantworten.

Mühlheim - Als Dachorganisation für die Vereine und als Ideengeber und Unterstützer der Stadt bei Infrastruktur- und Verschönerungsprojekten gegründet, hat der VVM unter anderem Ende der 1970er Jahre bei der Umgestaltung der Dietesheimer Basaltsteinbrüche ein gewichtiges Wort mitgesprochen, das Altstadtfest aus der Taufe gehoben und zusammen mit Stadt und „Gemeinschaft der Mühlheimer Fachgeschäfte“ (GMF) den Weihnachtsmarkt initiiert. Aktuell zählt der VVM rund 150 Mitglieder, darunter Vereine und Einzelpersonen.

Jedoch hat Neunobel festgestellt: „In letzter Zeit ist der VVM etwas in Vergessenheit geraten.“ Der ehemalige Vorsitzende des Akkordeon-Orchesters betont: „Wir wollen den VVM nach vorne bringen und der Zeit anpassen.“ Viele Aufgaben des Vereins haben sich nun verlagert, werden von anderen ausgefüllt, unter anderem vom „KontaktWerk“ oder der Ehrenamtsagentur der Stadt. Neunobel und Belz wollen nun die letztmals 1994 novellierte Satzung des Vereins auf überflüssige Absätze abklopfen. So sei etwa die „Pflege und Erhaltung des örtlichen Brauchtums“ nun in die Hände des Kerbvereins, der sich aus dem VVM gelöst hat, gewandert. Die „Erforschung und Darstellung der Geschichte der Stadt“ sei nun Aufgabe des Geschichtsvereins, der sich aus der Geschichtsabteilung des VVM heraus gebildet hat.

Ziel sei es, die Vereinswelt als VVM besser zu unterstützen und auf Fragen der Vereine einzugehen“, sagt Neunobel. „Ich möchte den VVM nicht als Gratulationsverein sehen, der Verein ist und kann mehr.“ Der 73-jährige Rentner war bereits von 1992 bis 2002 Vorsitzender, trat dann aus beruflichen Gründen kürzer. Nun steht er für die kommenden zwei Jahre erneut an der Spitze. Belz, langjähriger Vorsitzender der KaKaM, war bislang Beisitzer. Neunobel und Belz sind bekennende Vereinsmenschen, wollen „für die Vereine und die Stadt da sein“.

Stichwort: B 43: „Bei den Legosteinen sind wir nicht gefragt worden“, sagt Neunobel, „früher war das anders“. Man wolle die Meinungen und das Wissen der Mitglieder wieder stärker bündeln, beispielsweise wenn es um die Gestaltung des Bepo-Kreisels als Entree zu Mühlheim geht oder um die Begrünung der Gerhart-Hauptmann-Straße oder um den Brückenmühlparkplatz. Auch bei der KOMPASS-Initiative wird man sich einklinken und unterstützend die Sicht der Vereine einbringen, sagt Neunobel. Eine enge Zusammenarbeit mit den Lämmerspieler Ortsvereinen (LOV) wird ebenfalls angestrebt. Belz stellt klar: „Wir wollen keine Konkurrenz zu den anderen sein, sondern mit ihnen zusammenarbeiten.“ Und man wolle sich nicht vor einen politischen Karren spannen lassen, betont der ehemalige SPD-Stadtverordnete Neunobel. „Das ist Vergangenheit, das bleibt außen vor.“

Priorität habe die Planung der „Nach-Corona-Zeit“, man wolle es schaffen, dass Feste wieder möglich sind. Auch wolle er sich dafür einsetzen, dass der VVM wieder einen Posten im Aufsichtsrat der Bürgerhaus GmbH besetzt, in dem der Verein bis 2000 vertreten war. „Die Mühlheimer Vereine sind Hauptmieter der Willy-Brandt-Halle, aber haben kein Mitspracherecht“, sagt Neunobel. Auch das wolle er ändern. (Von Ronny Paul)

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