Stadtrat „gute Investition“

Mühlheim - Bürgermeister Daniel Tybussek wird die Stadtverwaltung wohl auch künftig nicht alleine führen müssen. Von Marcus Reinsch

Die Grünen, als Koalition mit der SPD an der Macht in der Stadtverordnetenversammlung, erteilt der CDU-Forderung nach dem Verzicht auf einen Ersten Stadtrat eine klare Absage.

„Mühlheim braucht als Stadt mit über 28 000 Einwohnern und etwa 300 städtischen Bediensteten auch weiterhin neben dem Bürgermeister einen zweiten Hauptamtlichen, um die Arbeit der Stadtverwaltung zu koordinieren“, sagt der stellvertretende Grünen-Fraktionssprecher, Dr. Jürgen Eschke. Eine Kommune dieser Größe erfordere einfach „eine professionelle Führung“. Das stehe für die Grünen fest.

Der Bündnispartner SPD hat sich dazu bisher nicht öffentlich positioniert, und Tybussek selbst will sich vermutlich nächste Woche äußern. Die CDU hat ihre Meinung dafür umso deutlicher verbreitet - was wiederum die Grünen überhaupt nicht wundert. Der christdemokratische Vorstoß, die Stelle Heinz Hölzels nach dessen Ausscheiden zum Jahresende nicht wieder zu besetzen und statt einem Hauptamtlichengehalt lieber Aufwandsentschädigungen an dann mehr zu beanspruchende ehrenamtliche Stadträte zu zahlen, sei „ein typischer Oppositionsantrag“, meint Jürgen Eschke.

Zumal die CDU, die sich „in keiner Weise an der Suche nach Lösungen für die Bewältigung der Aufgaben zum Wohle Mühlheims“ beteilige, damit auch Tybussek-Amtsvorgänger Bernd Müller (CDU) und dem noch amtierenden Hölzel ein schlechtes Zeugnis ausstelle. Denn sie behaupte, dass die Stelle des Ersten Stadtrats überflüssig sei und man durch die Stelleneinsparung Geld sparen könne. „Dies würde ja bedeuten, dass Ex-Bürgermeister Müller nicht ausgelastet gewesen wäre“, folgert Eschke.

CDU-Fraktionschef Marius Schwabe hatte den Posten mit Hinweis auf die derzeitige Aufgabenverteilung zwischen Tybussek und Hölzel in der Tat als „nicht notwendig“ und als „ohne deutliche Mängel in der Verwaltung“ streichbar bezeichnet.

Die Grünen, sagt Eschke, seien genau der gegenteiligen Überzeugung. Gerade in Zeiten knapper Finanzen sei „die Sicherstellung einer kompetenten Führung gut investiertes Geld, weil durch ein professionelles Management effektiv gewirtschaftet und somit viel eingespart werden kann“.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare