Segen statt Pizza

Sternsinger liefern in allen Mühlheimer Stadtteilen „Pakete“ frei Haus

Sternsinger von St. Markus: Für den Sonntagsgottesdienst haben Mia, Klara, Mathilda, Quirin und Jakob sich in Schale geschmissen.
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Sternsinger von St. Markus: Für den Sonntagsgottesdienst haben Mia, Klara, Mathilda, Quirin und Jakob sich in Schale geschmissen.

„Segen statt Pizza“ bringen die Sternsinger in diesen Tagen zu vielen Häusern. Und der passt im Gegensatz zu italienischen Teigwaren in jeden Briefkasten. Gemeindereferent Dirk Stoll vergleicht die neue Aufgabe der Kinder und Jugendlichen in Gewändern der Heiligen Drei Könige, die bisher mit hellem Klang gute Wünsche überbracht haben, mit der eines Lieferdienstes.

Mühlheim – Die bunte Schar mit ihren fröhlichen Liedern sollte ganz besonders in diesen Situationen auch Hoffnung bringen, das ist coronabedingt aber nicht möglich. Dabei hatten Stoll mit den Teams von St. Sebastian und St. Lucia sowie seine Kollegin Birgit Wenzel von St. Markus bereits aufwendige Hygienekonzepte ausgetüftelt.

In den Gruppen sind viele Geschwisterkinder aktiv, sie sollten zusammen mit einem Mitglied eines weiteren Haushalts durch die Straßen ziehen. Oft sind die Schüler Klassenkameraden, sodass kein erhöhtes Infektionsrisiko bestehe, hieß es. Aber auch mit Masken und Abstand dürfen die „Weisen aus dem Morgenland“ nicht starten. Und schon gar nicht singen, Und doch gelingt es ihnen in allen Pfarreien der Mühlenstadt, die Grüße von der Krippe zu den Christen zu bringen – ausschließlich schriftlich. Helfer haben Umschläge mit dem Segensspruch, einem Lied und Informationen zur 63. Dreikönigsaktion gepackt, die vom Kindermissionswerk in Aachen mit Material begleitet wird. Fürs Austeilen hat Gemeindereferentin Wenzel die Eltern von einem Dutzend Sternsinger gewonnen.

In der Pfarrgruppe Dietesheim-Lämmerspiel sind die jungen Christen selbst mit der himmlischen Post unterwegs. „Es läuft fast wie bei einem Pizza-Bringdienst“, beschreibt Stoll. In seinen Gemeinden sollten die Gläubigen das „Segenspaket“ bis zum Neujahrstag bestellen, damit sie es an diesem Wochenende erhalten. „Eine Rechnung wird nicht gestellt, aber die Teilnehmer freuen sich über eine Spende zugunsten bedürftiger Kinder weltweit.“ Dazu liege ein Spendentütchen im Kuvert, „außerdem ein Gruß der Mädchen und Jungen, die den Menschen in den Stadtteilen gerne begegnet wären“, versichert Stoll.

„In diesem Jahr haben sich so viele Kinder für den Brauch angemeldet wie noch nie“, berichtet der Gemeindereferent. „Das liegt vielleicht an ausgefallenen Skiurlauben“, mutmaßt er. Damit die „Könige“ nicht allzu enttäuscht sind, weil sie in diesem Jahr nicht von Tür zu Tür ziehen können, hat das Organisationsteam ihnen „Trostpakete“ geschnürt. Darin liegt ein Journal, ein Segensband, ein Anstecker und – ganz wichtig: eine Mund-Nase-Maske im Sternsinger-Design.

„Kindern Halt geben – in der Ukraine und weltweit“, lautet diesmal das Motto. Mit Spenden werden nicht nur Schüler in Osteuropa unterstützt, sondern rund 2000 Projekte in über 100 Ländern. (Von Michael Prochnow)

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