„Black Gospel Angels“ begeistern Gläubige

Stimmung in der Friedenskirche

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Überzeugen mit kraftvollen Stimmen: Die Sänger des Gospelchors „Black Gospel Angels“ bei ihrem Auftritt in der Mühlheimer Friedenskirche. 

Mühlheim – Während der Gottesdienstbesuch in vielen Gemeinden schwindet, strömen Gläubige zu Gospelkonzerten in Scharen in die Gotteshäuser. Darüber freute sich auch Pfarrer Ralf Grombacher. Von Michael Prochnow

Lange war die Friedenskirche nicht mehr so gut besucht wie beim Gastspiel von Lady Rose Watson’s „Black Gospel Angels“.

Das Ensemble um die prominente Ikone aus Richmond im US-Bundesstaat Virginia bestritt seinen 25. von 38 Auftritten in Deutschland innerhalb von 44 Tagen so, als wäre es ihr einziger. Aus jedem Lied sprühen Freude und Begeisterung, mühelos gelingt es den zwei Sängern und zwei Sängerinnen um Lady Rose, ihr Publikum mitzureißen. Viele Besucher singen die bekannten Melodien mit, würdigen die Leistungen der Akteure immer wieder mit stehenden Ovationen.

Eine Autorität in der Gospel-Szene ist Queen Yahna. Die Tochter eines Bischofs in Philadelphia wuchs quasi in der Kirche auf. Die charismatische und virtuose Künstlerin trat am Broadway und mit Hollywood-Größen auf, in Philharmonie und Friedrichstadtpalast in Berlin, ihrer aktuellen Heimat. In Mühlheim stimmt sie die biblischen Klassiker an, „Walk In Jerusalem“ und „Whole World In His Hand“. Diese Titel wandeln jedes Auditorium in Mitwirkende, die allein durch die kraftvolle Stimme der „Queen“ aus dem Takt geraten.

Den zweiten Teil eröffnet die Gospelsängerin solistisch, bis sich Lady Rose Watson zu einem harmonischen Duett zu „Kumbaya, My Lord“ hinzugesellt. Die Leiterin hält stets die Fäden in der Hand, führt dezent mit wenigen Worten durch das Programm, das ohnehin selbsterklärend ist. Zur Eröffnung tritt sie mit aufgespannten, glänzenden Schwingen vor den Altar, was zu den ersten Titeln passt: „Angels Watching Over Me“ und „God’s Angel“. Mehr Effekte lehnt sie ab, „ich möchte meinen Glauben weitergeben, keine Show machen“, stellt sie klar. Das können auch die handverlesenen Sänger und Musiker. Mehr noch, sie zelebrieren jeden Titel voller Leidenschaft, aus tiefster religiöser Überzeugung und stecken die Menschen auf den Kirchenbänken mit ihrer Begeisterung an. Rose improvisiert mit „Joy“, verteilt die „Freude“ auf Tenöre, Bässe Alt und Sopran, die sich in der Menge zu erkennen geben.

Instrumente richtig säubern und lagern

Die A-capella-Werke dokumentieren in beeindruckender Weise Anspruch und Talent der Akteure, mit einem Medley „Church In The USA“, „Kirche in den USA“, interpretieren die „Angels“ jüngere Lieder, die in der vielfältigen Glaubenskultur in Amerika entstanden. Zu ihrem Präsidenten hegt die Gruppe eine klare Haltung: „Kein Morden, kein Streiten, kein Trump mehr“, lautet einer der raren Kommentare der Bandleaderin bei ihrem Auftritt in der Friedenskirche. Stolz verweist das Programmheft auf eine Ehrung durch Ex-Präsident Barack Obama und der First Lady.

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