„Stimmung, die unter die Haut geht“

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Sport mit Spaßfaktor: 38 Drei- bis Elfjährige zeigten ihr läuferisches Können auf der 500 Meter langen Kinderstrecke

Mühlheim - Um 17. 34 Uhr rief Pfarrer Johannes Schmitt-Helfferich ein lautes „Auf die Plätze, fertig, los!“. Damit schickte er 38 Drei- bis Elfjährige auf die 500 Meter lange Kinderstrecke des Mühlheimer Fackellaufes, zu dem die Pfarrei St. Markus erstmals geladen hatte. Von Peter Back

Angeführt von zwei Fackelläufern und einem Polizeiauto starteten die Kinder in der Pfarrgasse, spurteten dann über den Rodau-Damm zurück zum Markusplatz. Dort erwarteten sie nicht nur Eltern und Freunde. Auch aufgeschnittene Bananen, Äpfel und Getränke gab´s von den Helferinnen Rosel Grasmück, Brigitte Freudenberger und Christa Ilicovic. Rudi Eitel übergab allen Sportlern eine Kerze mit Mini-Palmzweig und der Aufschrift „1. Mühlheimer Fackellauf – St. Markus bringt das Licht – Schön, dass Du dabei warst!“ als Souvenir.

„Wir hatten bereits einen Schüler- und einen Ministranten-Lauf organisiert und so kamen wir auf die Idee, einen Fackellauf auszurichten“, sagte Kathia Schmunck vom Organisations-Team. Von stolzen 249 Anmeldungen konnte sie berichten, „der älteste Teilnehmer ist 73 Jahre alt“. Aber auch Nachmeldungen waren möglich. Das nutzte Peter Albert-Botte, der sich samt Tochter Judith noch schnell fürs Nordic-Walking einschrieb. „Wir unterstützen die Veranstaltung wegen des guten Zwecks, außerdem wollen wir noch einige Kalorien vor Ostern verbrauchen“, verrät der Sportler.

Flackernde Fackeln sorgen für besondere Atmosphäre

Entlang der Laufstrecke, die über das Franzosenviertel, die Ablegestelle der Fähre und das Rumpenheimer Schloss führte, sorgten flackernde Fackeln für eine besondere Atmosphäre. Alexandra Ilickovic vom Organisations-Team empfing im Ziel jeden Sportler mit Namen. Die mühsame Arbeit der Dateineingabe und Auswertung erledigten Jens Indorf, Dieter Hoffmann, Jürgen Oberbeck und Stefan Eimecke.

Zur Stärkung gabs´s für die Läufer Bananen, Äpfel und Getränke. Foto: Back

Zahlreiche Sieger gab es zu vermelden: Den Sport-Schweikard-Kinderlauf über 500 Meter gewannen Steffen Weber und Katharina Müller. Den 5 500-Meter-Jedermannlauf entschieden Aaron Bienenfeld und Sarah Giebl für sich. Elisa Grossmann und Tim Wunderle überquerten beim Nordic Walking als erste die Zielgerade. „Mit anderen zu Laufen macht einfach Spaß“, schwärmte die erst zehnjährige Siegerin. Beim BMW-Winter-Lauf über 9 000 Meter gewannen Michael Weidl und Mandy Sammet. Pfarrer Schmitt-Helfferich rief kurzerhand den Apostel Johannes zum Schutzpatron des Laufs aus, denn „Johannes eilte am Ostermorgen schnellen Schrittes zum Grab Jesu, um nach dem Rechten zu sehen. Da wir kurz vor Ostern stehen, passt dieser Heilige besonders gut.“

„Hier zu laufen war traumhaft"

Mehr als 30 Sportler nutzten das Angebot, sich nach den Läufen von den Profis Birgit Greiffenhagen und Herbert Spahn massieren zu lassen. „Nicht nur Ober- und Unterschenkel sind oft verhärtet, sondern auch Schultern und Hals werden beim Laufen so stark beansprucht, dass Verspannungen entstehen können, die wir wegmassiert haben“, erklärte die Physiotherapeutin Greiffenhagen. Wie etwa bei Kirsten Tamm, die eigens aus Frankfurt für den 9 000-Meter-Lauf angereist war. Während der Behandlung schwärmte sie: „Hier zu laufen war traumhaft, vor allem durch die Fackeln entstand eine einzigartige Stimmung, die unter die Haut ging.“

Für Stimmung der musikalischen Art sorgten „Nickie und die starken Männer“. Dass die Einnahmen des Laufs für die Umgestaltung des Kita-Geländes sowie für die Instandhaltung der Pfarrkirche gedacht sind, war der Band ein Benefizkonzert wert. Mit einem Repertoire von Eigenkompositionen bis zu AC/DC begeisterte Sängerin, Saxophonistin und Gitarristin Nicole Werner zusammen mit Ebi Hilberger am Schlagzeug, Wolfgang Schäfer am Bass, Jürgen Seuring an der Sologitarre sowie Claus Weißenseel am Keyboard das Publikum.

Bis auf eine Platzwunde nichts zu tun

„Beim Kinderlauf konnte ich noch mit dem Auto vorneweg fahren. Bei den langen Strecken lenkte ich mein Fahrzeug lieber hinter den Gruppen, um in den Wohnbereichen nicht die erlaubte Geschwindigkeit von 30 Kilometer pro Stunde zu überschreiten“, zollte Ordnungspolizist Frithjof Gerfelder der Schnelligkeit der Läufer Respekt. Wie schön auch, dass die Rettungssanitäter Dominik Christ und Michael Müller vom Mühlheimer DRK nahezu untätig bleiben konnten. Bis auf eine Platzwunde am Knie einer Dame hatten sie nichts zu tun - außer Kindern das Innere des Rettungswagens zu zeigen.

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