Stolz auf das Erreichte

Vor zehn Jahren bezog die Mühlheimer Wehr neues Domizil

Anlässlich des zehnten Jahrestags des Einzugs der Freiwilligen Feuerwehr Mühlheim ins neue Domizil erinnerten sich der damalige Stadtbrandinspektor Heribert Hennig (links) und der damalige Wehrführer Harald Prilop in einem Gespräch mit unserer Zeitung als Zeitzeugen an den Einzug und die Vorgeschichte des Bauvorhabens. FOTO: M
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Anlässlich des zehnten Jahrestags des Einzugs der Freiwilligen Feuerwehr Mühlheim ins neue Domizil erinnerten sich der damalige Stadtbrandinspektor Heribert Hennig (links) und der damalige Wehrführer Harald Prilop in einem Gespräch mit unserer Zeitung als Zeitzeugen an den Einzug und die Vorgeschichte des Bauvorhabens.

Der 28. Februar 2011 war für die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Mühlheim ein besonderer Tag. An diesem Tag bezog die Wehr das neugebaute Feuerwehrhaus auf dem Gelände neben dem Sportzentrum an der Anton-Dey-Straße, das das im Jahr 1965 eingeweihte alte Feuerwehrhaus an der Dietesheimer Straße ersetzte.

Mühlheim – Anlässlich des zehnten Jahrestags des Einzugs ins neue Domizil am morgigen Sonntag, 28. Februar, erinnerten sich der damalige Stadtbrandinspektor Heribert Hennig und der damalige Wehrführer Harald Prilop in einem Gespräch mit unserer Zeitung quasi als Zeitzeugen an den Einzug und die Vorgeschichte des Bauvorhabens.

Altes Feuerwehrhaus zu eng und am falschen Standort

„Wir haben der Politik jahrelang auf den Füßen gestanden und für den Bau eines neuen Feuerwehrhauses geworben“, sagt der heute 71-jährige Heribert Hennig. „Ich habe bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Mühlheim im Jahr 1998 erstmals angesprochen, dass das alte Feuerwehrhaus zu eng geworden ist und am falschen Standort steht“, ergänzt der heute 68-jährige Harald Prilop. „Das alte Feuerwehrhaus entsprach auch nicht mehr den modernen Anforderungen der Arbeitsstättenrichtlinie und des Arbeitsschutzes.“

Nachdem der Stein ins Rollen gebracht worden war, gab es Hennig zufolge zunächst Pläne, das alte Gebäude an der Dietesheimer Straße umzubauen und zu erweitern. Wegen des zu erwartenden erheblichen Sanierungsbedarfs und der dadurch entstehenden Kosten seien diese Pläne aber bald verworfen worden und man habe sich grundsätzlich für den Bau eines neuen Feuerwehrhauses entschieden.

Zusammen mit dem städtischen Bauamt habe sich die Wehrführung dann in eine achtstündige Klausur begeben und eine Machbarkeitsstudie angefertigt und zunächst 14 mögliche Standorte im Stadtgebiet für ein neues Feuerwehrhaus benannt. Von denen seien schließlich drei in die engere Wahl gekommen, das Gelände am damaligen Güterbahnhof, der Bürgerpark und das Gelände neben dem Sportzentrum an der Anton-Dey-Straße, für das letztlich die Entscheidung gefallen sei.

„Wir haben geprüft, ob wir von den Standorten aus die vorgegebenen Hilfsfristen einhalten können“, so Hennig. „Wir haben ausprobiert, wie lange unsere Einsatzkräfte von ihren Wohnungen zum Feuerwehrhaus unterwegs sind und vor allem wie viel Zeit wir vom Feuerwehrhaus zu einem möglichen Einsatzort im Stadtgebiet brauchen. Wir sind wirklich viele Strecken abgefahren und haben festgestellt, dass die meisten unserer Feuerwehrleute weniger Zeit von ihren Wohnungen zum Standort an der Anton-Dey-Straße als zum alten Feuerwehrhaus an der Dietesheimer Straße benötigt haben. Auch die meisten Einsatzorte im Stadtgebiet sind vom Standort Anton-Dey-Straße schnell zu erreichen.“

„Wir können stolz sein auf das, was wir damals erreicht haben“

Laut Harald Prilop habe dieser Standort aber auch die Notwendigkeit für die Existenz der beiden Ortsteilfeuerwehren in Dietesheim und Lämmerspiel unterstrichen, denn aufgrund der asymetrischen Ortslage der Stadt Mühlheim im äußersten Norden des Kreises Offenbach sei es von keinem Ort der Mühlenstadt allein aus möglich, überall die gesetzlich vorgeschrieben Hilfsfrist von zehn Minuten, innerhalb derer wirksame Hilfe vor Ort sein müsse, einzuhalten.

Nach der Entscheidung, das neue Feuerwehrhaus auf dem Gelände an der Anton-Dey-Straße zu bauen, wurde ein Planungsteam aus Bauamt und Feuerwehr gebildet, das unter anderem die Kosten für das Projekt ermittelte, die sich auf insgesamt rund sechs Millionen Euro beliefen. Knapp zwei Millionen Euro steuerte das Land Hessen im Rahmen seines Sonderinvestitionsprogramms bei.

Im Dezember 2008 beschloss das Stadtparlament einstimmig ohne Aussprache den Bau, der erste Spatenstich erfolgte im Dezember 2009, der Einzug ins neue Domizil am 28. Februar 2011. „Die Stadt hat uns bei dem Projekt sehr unterstützt“, betont Heribert Hennig, der nach 25-jähriger Tätigkeit als Stadtbrandinspektor und langjähriger Sachgebietsleiter zum Ehrenstadtbrandinspektor ernannt wurde, und wie der 30 Jahre in der Wehrführung tätige und nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst zum Ehren-Wehrführer ernannte Harald Prilop mittlerweile der Alters- und Ehrenabteilung der Feuerwehr Mühlheim angehört. „Ich denke, wir können stolz sein auf das, was wir damals erreicht haben“, sagt Heribert Hennig. „Man sollte nicht vergessen, dass die Feuerwehr Mühlheim eine freiwillige ist.“

„Wir wussten damals, was wir wollten“, blickt Harald Prilop zurück. „Wir waren damals in der Verantwortung und haben uns seinerzeit diverse Feuerwehrhäuser in Hessen und Nordrhein-Westfalen angeschaut und wir waren schließlich überzeugt, eine richtige Entscheidung zu treffen. Auch wenn viele Mühlheimer damals glaubten, das neue Feuerwehrhaus stünde auf dem Gelände neben dem Sportzentrum gewissermaßen in der Pampa, haben wir es wohlüberlegt dort bauen lassen. Der Standort erfüllt die Anforderungen an ein modernes Feuerwehrhaus für eine Feuerwehr unserer Größe und er bietet genügend Platz für unsere Bedürfnisse.“ (Karl-Heinz Otterbein)

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