Interessenten sind an Rodau und Bieber längst gesichtet

Storchennest bezugsfertig

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Die Fotoserie zeigt den Wandel von der Pappel zum Storchenappartement in der Bieberaue. Ein speziell ausgebildeter Baumkletterer brachte die Nisthilfe auf dem gekappten Stamm an. Jetzt muss nur noch ein Langbeiniger aus der Vogelperspektive die Offerte entdecken.

Mühlheim - Ein Storchennest für Mühlheim: Die Stadt hat es in der Bieberaue auf eine Pappel gesetzt. Das Hoffen beginnt.

Wer als Storch auf Wohnungssuche ist, sollte seinen Blick auf das Gebiet zwischen dem Mühlheimer Markwald und der Bieberer Käsmühle fokussieren. Mit handfester Hilfe des Zugpferd-Vereins hat die Stadt dort gestern ein Storchennest aufstellen lassen. Nur auf Verdacht ist das nicht geschehen. Erste Stadträtin Gudrun Monat: „Die Nisthilfe haben wir in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises errichtet, weil in den vergangenen Jahren immer wieder Jungstörche in den Rodau- und Bieberauen gesichtet wurden.“ Das könne helfen, den Bestand der auch für Elternliebe und Dankbarkeit stehenden Weißstörche in Hessen zu stabilisieren.

Von einem Überangebot an Wohnraum kann zwar nicht die Rede sein. Aber von einer Aufholjagd. Auch die Nachbarn buhlen momentan regelrecht darum, von Störchen als Lebensraum wiederentdeckt zu werden. In Obertshausen hat ein Landwirt ein Nest aufgestellt, in Heusenstamm rechnen sich Naturschützer gute Chancen auf langbeinigen Zuwachs aus.

Das Mühlheimer Nest wurde von speziell ausgebildeten Baumkletterern auf einen gekappten Pappelstamm in der Bieberaue fest installiert. Es sei damit, erklärt Monat, „im Gegensatz zu vielen anderen Nistaufbauten, wie den sonst standardmäßig genutzten Betonträgern, besser in ein natürlicheres Umfeld integriert.“ Darüber hinaus seien so keine größeren Baumaßnahmen an den unmittelbar angrenzenden Überschwemmungsgebieten nötig.

Naturschutzbund beringt Störche

Die Bieberauen gelten als perfekter Nist- und Lebensraum für Störche, weil die nassen Wiesen an der nahen Bieber ausreichend Futter für Eltern und Jungtiere liefern.

Der Aufwand zur Wiederansiedlung der mit bis zu 2,20 Meter Flügelspannweite mehr als imposanten Vögel zahle sich aber nicht nur durch das Schauspiel beim Beobachten der Tiere aus. Die Maßnahme werde auch auf dem Mühlheimer Ökokonto bei der Naturschutzbehörde gutgeschrieben. Diese Konten werden für alle Kommunen zur Kompensation anderer Baumaßnahmen geführt.

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