Styropor gegen Frost

Hallenbad öffnet am Montag wieder, Freibad Mitte Mai

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Kein alltäglicher Anblick: Im Lämmerspieler Freibad ist das Wasser weg.

Mühlheim - Frühjahrsputz ist auch in Schwimmbädern angesagt. Um Ostern herum machen die Schwimmmeister und ihre Helfer Mühlheims Hallenbad und Lämmerspiels Freibad fit für die Saison. In letzterem haben sie diesmal ein neues System getestet, um die Anlage unbeschadet durch den Winter zu bringen.

Es sieht ein bisschen aus wie die Kulisse für den nächsten Star-Wars-Film. Als ob Laserschwerter von ein paar Aliens nur kleine Plastikhaufen übrig gelassen haben. Blutverschmiert sind die Fliesen nicht, eher unter Schlieren aus Tang und Schlamm verborgen. Und die Mond-Landschaft hier liegt auch nicht in einem Filmstudio, sondern in der größten Attraktion Lämmerspiels, dem in der ganzen Region überaus beliebten Freibad. Da haben sie über den Winter ganz neue Techniken ausprobiert, um die Anlagen unbeschadet durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Wobei der Winter eigentlich keiner war, blickt Stefan Schroth zurück. Der Schwimmmeister schleppt gerade dicke, blaue Plastikplanen aus dem großen Becken und hängt sie zum Trocknen über den Zaun. Die sogenannte Winterabdeckung hatten die Hüter des Badespaßes über den Rand gezogen, um Beckenkopf, Fliesen und Überlauf zu schützen, erläutert Schroth. Das Wasser im 1,80 Meter tiefen Pool hatten sie dafür um 60, 70 Zentimeter abgelassen, bevor es nun ganz durch den Abfluss gluckerte.

Dann haben sie noch rosa Dämmplatten aus Styropor in die Rinnen gelegt. Ebenfalls mit dem Ziel, die Keramik vor Frost zu bewahren. Würde das Wasser gefrieren, würde es sich ausdehnen und hohen Druck auf das Mauerwerk ausüben. Und um weitere zerstörerische Kräfte abzufangen, hat das Team auf den von der Sonne beschienenen Seiten erstmals auch sogenannte Eisdruckpolster ins feuchte Nass eingelassen. Der Feuerball am Himmel erwärmt die schwarzen Elemente, die teils unter, teils über Wasser schweben. Der Quarzsand im Inneren hält die natürliche Wärme, verhindert so ebenfalls ein Zufrieren. Die überdimensionalen Bausteine federn außerdem den Druck ab.

Die 25 Badeseen und Freibäder in der Region

Jetzt müssen die Teile abgebaut, die Becken gereinigt werden. „Erst dann können wir erkennen, ob Schäden am Steinwerk entstanden sind“, schildert Thomas Eitel. Aber dank der neuen Materialien sehe es ganz gut aus. Zum Schluss werden sie nicht nur in die Bade-Arenen Wasser lassen, sondern auch in Filter- und Solaranlage. Auch dort haben sie Schläuche und Leitungen entleert, gelüftet und gespült, um Bruch durch Gefrieren zu vermeiden.

Im Mühlheimer Hallenbad haben die Schwimmmeister mit Lehrlingen, Badefrauen und Aushilfen in den letzten Wochen die Treppe zu den Sammelumkleiden im Untergeschoss erneuert. An der Ringstraße kann ab Montag wieder geplanscht werden, in Lämmerspiel öffnen die Tore, je nach Wetterlage, voraussichtlich Mitte Mai.

M.

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