Geiselnahme auf der Theaterbühne

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Mit einem Theaterstück demonstrieren Kinder ihre Fremdsprachen-Kenntnisse.

Mühlheim - Bill und seine Klassenkameradin Sam schwänzen den Unterricht. Sie drücken sich in einem Kaufhaus herum und werden vom Detektiv zum Manager gebracht. Der zählt gerade die Einnahmen, als zwei Gangster ihn überfallen und die beiden Schüler als Geiseln mitnehmen. Von Michael Prochnow

Eltern und Mitschüler im Friedrich-Ebert-Gymnasium (FEG) sind Zeugen, wie Fünft- und Sechstklässler mit dem Bühnenstück den „Tag der offenen Tür“ bereichern, und alles auf englisch! Die Projektgruppe „English Theatre“ demonstriert, wie gut sie bereits die erste Fremdsprache beherrscht.

Wer mit Klasse Fünf am FEG startet, lernt zunächst Englisch und beginnt ein Jahr später mit Französisch oder Latein. In der Jahrgangsstufe Acht kann Spanisch dazu gewählt werden. Die Einrichtung hat einen Schwerpunkt auf ihr sprachliches Angebot gelegt, interessierte Schüler werden neben dem Regelunterricht in Arbeitsgemeinschaften auf Zertifikatsprüfungen vorbereitet.

Fachbereich Naturwissenschaften ausgebaut

Auch den Fachbereich Naturwissenschaften hat die Schule ausgebaut. Dank weiterer Fachkräfte, erläutert Direktor Jürgen Hegener, könne in Biologie, Physik und Chemie mehr mit Experimenten gearbeitet werden.

Viele Eltern von Viertklässlern erkundigen sich nach der Nachmittagsbetreuung an dem Gymnasium. In der „Schule mit Ganztagsangebot“ gibt es eine Mittagsbetreuung mit warmem Essen, eine „bewegte Mittagspause“ mit „Sockensport“ in der Halle und Hausaufgabenhilfe mit Oberstufen-Schülern.

Ältere Schüler erläutern jüngeren physikalische Experimente.

Die Auswahl der Nachmittagskurse reicht von Rudern und Tennis, die von Vereinstrainern geleitet werden, über Fußball bis zum Ringen. Andere Lehrgänge vermitteln „Kunst im Alltag“, Mode und Design, Heldensagen sowie das Zehn-Finger-Tastschreiben. Weitere Arbeitsgemeinschaften werden von Lehrkräften geleitet. Ist für jüngere Schüler eine Betreuung erwünscht, kann die Mittagspause um eine Kombination aus solchen Angeboten bis 15 Uhr erweitert werden, erläutert Margit Früchtl-Staab vom Förderverein. Die Praxis zeige jedoch, dass letztlich für kaum ein Kind eine Betreuung von Montag bis Donnerstag beantragt wird, ergänzt Hegener.

Gymnasien auf acht Jahre verkürzte Schulzeit

Er bedauert, dass durch die an den reinen Gymnasien auf acht Jahre verkürzte Schulzeit (G8) die Übergänge von der Realschule erschwert seien. Sinnvoll seien der Wechsel nur noch nach der fünften und nach der zehnten Klasse, da sonst die Lernfortschritte in der zweiten Fremdsprache fast nicht mehr aufzuholen seien. Das FEG kooperiert eng mit der Ebert-Schule, da immer wieder Mädchen und Jungen falsch eingestuft werden und den Anforderungen im G8-System nicht gewachsen seien. Der Pädagoge hält G8 für „durchaus sinnvoll für leistungsstarke Kinder, die gerne zur Schule gehen“. Für die anderen sei eine kooperative Gesamtschule mit G9 besser. Diese Entscheidung sei „eine der wichtigsten“ für Eltern und Kinder.

Jürgen Hegener wird noch die Abitur-Prüfungen leiten und das nächste Schuljahr vorbereiten, dann geht er im August in Pension. Die Ausschreibung für die Nachfolge sei frühzeitig erfolgt, informiert er, so dass man nicht mit einer Vakanz rechne.

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