„Riesenritt“ nach Burkina Faso

Thorsten Ehmann informiert sich über vom Mühlheimer Verein „Thiogo“ betreute Projekte

Im Verlauf seiner Reise nach Burkina Faso will Thorsten Ehmann dort auch vom Verein „Thiogo“ betreute Projekte besuchen.
+
Im Verlauf seiner Reise nach Burkina Faso will Thorsten Ehmann dort auch vom Verein „Thiogo“ betreute Projekte besuchen.

Wenn Thorsten Ehmann am morgigen Donnerstag kurz vor sieben Uhr am Frankfurter Flughafen in eine Air-France-Maschine gestiegen ist, beginnt für ihn eine 13- bis 14-stündige Reise. Sein Endziel ist Quagadougou, die Hauptstadt des westafrikanischen Staates Burkina Faso.

Mühlheim – „Die reine Flugzeit von Frankfurt nach Quagadougou beträgt etwa fünfeinhalb Stunden, aber es gibt keine direkte Flugverbindung von Europa nach Burkina Faso. Daher muss ich zunächst nach Accra in Ghana fliegen und von dort nach Quagadougou. Das wird sicher ein Riesenritt.“ Für Ehmann wird es bei weitem nicht die erste Reise in das westafrikanische Land. Seit er von 1995 bis 1997 dort als Entwicklungshelfer für den Deutschen Entwicklungsdienst unter anderem an einem Aufforstungs- programm arbeitete, reiste er bis auf eine Ausnahme einmal jährlich nach Westafrika. Nicht als Tourist, sondern um dort zu arbeiten. Der Mühlheimer Diplomingenieur für Landschaftsökologie ist Projektleiter beim vor einigen Jahren gegründeten Verein „Thiogo – Freundeskreis Mühlheim am Main –Nouna / Burkina Faso“, Dieser unterstützt mit erhaltenen Spendengeldern die Landbevölkerung rund um die etwa 40 000 Einwohner zählende Stadt Nouna, finanziert die schulische Ausbildung bedürftiger Kinder und Jugendlicher von der Grundschule bis hin zum Studium sowie die Reparatur und Restaurierung von Trinkwasser-Tiefbrunnen.

Seine neue Reise, die Ehmann diesmal alleine und wieder auf eigene Kosten unternimmt, ist für ihn nicht ohne Risiko. Das Auswärtige Amt warnt wegen möglicher Anschläge und Entführungen vor Reisen in die Provinz Kossi, in der auch Nouna liegt. Die Corona-Pandemie mache ihm dagegen weniger Sorgen, sagt der 54-Jährige. „Die Corona-Situation ist dort deutlich entspannter als bei uns.“ Ob Ehmann, wie geplant, auch in die etwa 300 Kilometer von der Hauptstadt entfernte Stadt Nouna fahren und die Entwicklung der dort vom Verein „Thiogo“ unterstützen Projekte persönlich verfolgen kann, hänge nicht zuletzt von der dortigen Sicherheitslage ab. Das werde sich wohl erst in der Hauptstadt entscheiden.

„In Quagadougou werde ich bei einer befreundeten Familie wohnen und mich zunächst mit Fachleuten aus Nouna treffen und mit ihnen über unsere dortigen Bildungs- und Trinkwasser-Projekte sprechen“, sagt der diplomierte Landschaftsökologe, für den Burkina Faso mittlerweile zur zweiten Heimat geworden ist. „Wir besprechen die Lage und dann werde ich sehen, ob ich mit dem Auto nach Nouna und weiter in die zweitgrößte Stadt Bobodioulasso fahren kann, wo wir einigen unserer Schützlinge ein Studium ermöglich haben.“

Wichtig sei es, den Dorfbewohnern Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, so würden unter anderem einige junge Leute zu Brunnenhelfern ausgebildet. Zudem stelle der Verein Werkzeug für die Brunnenreparatur zur Verfügung, wofür die Leute einen Eigenanteil zahlen würden.

Die bis zum 16. März dauernde Reise werde sicher kein touristisches Highlight. „In Burkina Faso ist es zu dieser Jahreszeit heiß und staubig“, sagt Ehmann. „Ich freue mich aber darauf, dort Menschen wieder zu treffen, die ich schon seit langem kenne.“

Thorsten Ehmann zufolge ist der Verein für weitere Spenden dankbar. Sie gehen an: „Thiogo“ Freundeskreis Mühlheim am Main- Nouna/Burkina Faso e.V., IBAN: DE03 5065 2124 0008 1269 22, BIC: HELADEF1SLS, Sparkasse Langen-Seligenstadt. (Von Karl-heinz Otterbein)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare