Trauer um Ehrenbürger

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Verstarb am Montag im Alter von 76 Jahren: Reinhold Latzke.

Mühlheim - (mad) Reinhold Latzke ist tot. Der Mühlheimer Ehrenbürger, der über Jahrzehnte als SPD-Fraktionschef die Kommunalpolitik seiner Heimatstadt prägte und in seinem Berufsleben fast ebenso lange als Verwaltungsdirektor der Städtischen Kliniken Offenbach Akzente setzte, starb am vergangenen Montag im Alter von 76 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.

Er hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Kinder.

Der am 26. Oktober 1932 in Mühlheim geborene Latzke trat 1955 in die SPD ein. Von 1964 bis 2003 war er Stadtverordneter, davon 33 Jahre lang - von 1970 bis 2003 - Fraktionsvorsitzender. Als Aufsichtsratsmitglied war Latzke in der Baugesellschaft, bei den Stadtwerken und in der Bürgerhaus-GmbH tätig.

Außer der Ehrenbürgerwürde, die ihm zu seinem 71. Geburtstag verliehen wurde, erhielt er bereits 1989 das Bundesverdienstkreuz. Die Stadt Offenbach zeichnete ihn anlässlich seiner Verabschiedung als Verwaltungsdirektor der Städtischen Kliniken im Jahre 1998 mit der Ehrenplakette aus.

Man sei tief betroffen über seinen plötzlichen Tod, schreibt die SPD in ihrem Nachruf. Reinhold Latzke, der 54 Jahre der SPD angehörte und mit der Willy-Brandt-Medaille ausgezeichnet wurde, habe die Entwicklung der Stadt in entscheidendem Maße mitgeprägt. Als Ehren-Fraktionsvorsitzender habe er bis kurz vor seinem Tode regelmäßig an den Fraktionssitzungen teilgenommen und mit Rat und Tat zur Seite gestanden. „Mit großer Noblesse und seinem ruhigen und besonnenen Wesen hat er immer zur politischen Kultur in unserer Stadt beigetragen“, so die Sozialdemokraten.

Als einen seiner Verdienste bezeichnet die SPD den Umstand, dass Mühlheim zu einem frühen Zeitpunkt der Vorreiter im Kreis Offenbach für die flächendeckende Versorgung mit Kindertagesstätten gewesen sei.

Als Verwaltungsdirektor der Städtischen Kliniken Offenbach habe Latzke die Nöte der Menschen gekannt, die Daseins- Für- und Vorsorge in allen Bereichen der Stadt habe für ihn oberste Priorität gehabt. „Sie hat er immer wieder angemahnt und mit verwirklicht“, heißt es.

Neben vielen hohen Auszeichnungen sei ihm die Verleihung der Ehrenbürgerwürde eine Anerkennung gewesen, die ihm viel bedeutet habe. „Reinhold Latzke hat auch im Ruhestand mit seiner Stadt gelebt und immer viele Veranstaltungen interessiert besucht. Die Wertschätzung der Bürger und Bürgerinnen ist ihm gewiss“, so die SPD.

32 Jahre war Reinhold Latzke als Verwaltungsdirektor der Städtischen Kliniken Offenbach tätig. Bei sein Verabschiedung in den Ruhestand Ende Januar 1998 verlieh ihm der damalige Oberbürgermeister Gerhard Grandke vor 400 Gästen im Büsingpalais in Anerkennung seiner Leistung die Ehrenplakette der Stadt und bezeichnete die Entwicklung der Kliniken als Latzkes „Lebenswerk“

Bis zuletzt war Reinhold Latzke bereit, sich für andere zu engangieren. So zählte er im Mai vergangenen Jahres zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins für das Klinikum Offenbach und wurde zum Vorsitzenden gewählt.

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