Zum Umweg gezwungen

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Der schlechte Zustand der Dieselstraße soll bald Geschichte sein. Ein üppiger Zuschuss vom Land macht die Sanierung möglich.

Mühlheim - Was kleine Städte wie Mühlheim größeren wie Offenbach voraus haben, ist, dass sie nicht erst mit kurzen Wegen werben müssen. Von Barbara Hoven

Die werden als Selbstverständlichkeit betrachtet. In den nächsten Wochen wird es allerdings nicht weit her sein mit diesem Vorteil. Zumindest für Menschen, die motorisiert einmal durchs Städtchen Richtung Dietesheim und Hanau wollen. Berufspendler zum Beispiel sollten schon mal ein paar Minuten länger einplanen.

Gründe für die einschneidensten Verkehrsbehinderungen, die der Stadtkern seit vielen Jahren erlebt, gibt‘s mehrere: Da sind zum einen die Kanalarbeiten in der Lessingstraße Richtung Bahnhof. Wie berichtet, werden die massive Nebenwirkungen auf die südliche Bundesstraße 43 haben. Einen Monat lang soll die zweispurige Südfahrbahn an der Kreuzung Lessingstraße/Schillerstraße in wenigen Wochen komplett dicht gemacht werden.

Dass die innerörtliche Umleitung südlich der Bahnlinie nicht im kurzen Bogen durch die Dieselstraße, sondern über das Gewerbegebiet via Lämmerspieler Straße, Südring und Spessartstraße führen muss, liegt an einer weiteren anstehenden Baumaßnahme. Am Montag, 11. April, beginnen in der Dieselstraße umfangreiche Straßenarbeiten - und zwar zwischen der Spessartstraße (Autohaus Best) und der Stichstraße Dieselstraße (Höhe Lagerplatz Bauhof).

Der schlechte Zustand der vor allem für den Gewerbeverkehr wichtigen Achse erfordert eine grundhafte Erneuerung der Fahrbahn, einschließlich der Gehwege. Im Auftrag des Magistrats wird die Wilhelm Schütz GmbH aus Weilburg an die Arbeit gehen. Gleichzeitig verlegen die Stadtwerke dort neue Stromkabel, und die Energieservice Mühlheim (ESM) nutzt die Gelegenheit, einen Abschnitt ihrer Leitungsrohre für die Biogasanlage unter die Erde zu bringen.

Heißt: Da bleibt während der gesamten Bauzeit, im ungünstigen Fall bis Ende Oktober, nur eine Spur übrig und damit nur eine Fahrtrichtung. Die Einbahnregelung wird von Ost nach West gelten, also von der Spessartstraße Richtung Lämmerspieler Straße.

Dem Anlieger- und Lieferverkehr soll zwar grundsätzlich die Zufahrt zu den jeweiligen Grundstücken erhalten bleiben, Behinderungen und eine zeitweise Einschränkung der Erreichbarkeit von Grundstücken seien mit Blick auf den Baubetrieb aber nicht auszuschließen, erklärt die Stadt.

Bauamtsleiter Reinhard Langendorf weiß, dass der ein oder andere gar nicht glücklich sein wird mit dem Doppelpfropfen nördlich und südlich der Bahn. Der fast zeitgleiche Beginn auf Dieselstraße und B43 sei aber unumgänglich. „Natürlich haben wir nicht gewartet, bis möglichst viele Baustellen auf einmal die Leute ärgern“, sagt Langendorf. Der Starttermin für die Dieselstraße habe sich einfach nicht anders legen lassen.

Denn im Dezember habe die Stadt den lang ersehnten und hart erkämpften Förderbescheid über 250 000 Euro Zuschuss für die Maßnahme bekommen. Und so ein Bescheid habe ein Verfallsdatum – beginnen die Arbeiten nicht innerhalb von vier Monaten, gibt’s kein Geld.

475 000 Euro werden insgesamt für die Sanierung der Dieselstraße fällig. Die Anlieger haben da gewissermaßen Glück. Die Dieselstraße gilt als Verbindung mit überörtlicher Bedeutung, was den per Straßenbeitragssatzung einzutreibenden Kostenanteil der Immobilieneigentümer entlang der Strecke auf vergleichsweise bescheidene 25 Prozent beschränkt.

Und weil ESM und Stadtwerke auch was davon haben, beteiligen sie sich mit 45 000 Euro.

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