Besitzer auf Reisen

Urlaubsaufsicht für Stubentiger

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Nach einigen Tricks von Susanne Greb verhalten sich Lilly und Xenia nicht mehr so, wie man es „Hund und Katz“ nachsagt.

Mühlheim - Den Hund interessiert es nicht, wenn seine Leute in den Urlaub fahren, solange er mitkommt. Eine Katze will aber weder im Schwarzwald wandern, noch in der Nordsee baden. Wer einen Stubentiger bei sich zu Hause wohnen hat und weg will, der engagiert Susanne Greb. Von Stefan Mangold 

Die Mühlheimerin schaut täglich vorbei und versorgt nicht nur Katzen. Wer Susanne Greb besucht, bekommt es mit Lilly zu tun. Die schwarze Mischlingshündin taxiert den Neuen erst mal lautstark kritisch, beruhigt sich aber schnell und springt dann auf den Schoß. Derweil schleicht Xenia ums Eck, um nachzuschauen, was gerade passiert.

„Wie Hund und Katz“, beschreibt der Volksmund das Miteinander von zwei Menschen, die eine dezidierte Streitkultur verbindet. Lilly und Xenia haben jedoch keinen Stress. „Das ging nicht von selbst“, erzählt Susanne Greb. Der Hund hatte mit der Katze eigentlich sofort keine Probleme, musste es sich nur abgewöhnen, freudig auf das neue Tier zuzuhüpfen. Das mögen Katzen so wenig wie einen Sprung ins Wasser. „Ich habe die zwei zwangsvergesellschaftet“, lacht Greb. Das heißt, sie verbrachten die ersten Wochen zusammen im großen Wohnzimmer. Die Hausherrin achtete darauf, dass beide immer genug im Napf hatten. „Letztlich haben die sich gegenseitig schön gefressen“, nutzte Greb ein Prinzip, das nicht nur bei Kneipenlicht mit Bier funktioniert.

Wenn Susanne Greb zu Lilly sagt, „das ist für Xenia“, jammert die Hündin dem Leckerli nicht hinterher. Wenn es jetzt nichts gibt, dann sicher gleich. Wird die Katze gestreichelt, springt der Hund auch nicht dazwischen. Ihm scheint das Gen für Eifersucht zu fehlen.

Seit einem guten Jahr betreibt Susanne Greb eine „Katzen- und Kleintierbetreuung“. Dahinter steckt oft viel mehr, als einfach nur vorbeizuschauen, das Tier zu füttern und das Streu im Klo zu wechseln. Greb erzählt von einem Kater, der mit Diabetes kämpft. Bei ihm misst sie den Blutzucker und gibt die Werte über WhatsApp der verreisten Besitzerin durch, die dann antwortet, welche der vorbereiteten Insulinspritzen das Tier jetzt braucht. „Ein lieber Kerl, der von selbst auf den Tisch springt“. Greb betreute auch schon Katzen, mit denen sie wegen einer laufenden Behandlung regelmäßig zum Tierarzt gehen musste.

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Generell gilt, „Streicheln gehört immer dazu“. Nur klappt das nicht immer. Katzencharaktere sind höchst unterschiedlich. Manche Exemplare bekommt Greb fast gar nicht zu Gesicht. Die verschwinden unter dem Sofa oder irgendwo im Eck, wenn die Fremde zur Türe reinkommt. Andere sind wiederum so verschmust, „die lassen mich nicht aus der Türe“.

Susanne Greb versorgt auch die „Katzenkinos“, falls vorhanden, „wenn gewünscht, kümmere ich mich um Aquarien“. Kaninchen oder Kanarienvögel betreute sie auch, entsprechende Anfragen kamen aber noch nicht vor. Greb gießt außerdem Blumen, leert Briefkästen und stellt Mülltüten raus.

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Nimmt Greb einen Auftrag an, schreibt sie einen Vertrag, lässt sich die Schlüssel quittieren und arbeitet nur auf Rechnung. „Was viele nicht wissen, die lässt sich beim Finanzamt absetzen“, weist Greb auf steuerliche Feinheiten hin. Einer Bitte kommt sie nur mit Netz und doppelten Boden nach; nur, wenn noch jemand anders einspringen könnte: „Ich lege nicht einfach zum Ende die Schlüssel auf den Tisch und werfe die Türe zu“. Es könne immer etwas passieren, was die Menschen daran hindert, pünktlich aus dem Urlaub zu kommen.“

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