Gerade während der Pandemie sind Daniel Düsterdicks Palmen gefragt

Urlaubsgefühl für Zuhause

Umringt von Palmen: Daniel Düsterdick bietet die Pflanzen im Südring an.
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Umringt von Palmen: Daniel Düsterdick bietet die Pflanzen im Südring an.

Sommer, Sonne, Strand und einen Caipirinha unter Palmen. Wer wünscht sich das nicht. Feinen Sand unter den Füßen und einen Cocktail in der Hand hätte Daniel Düsterdick auch gerade ganz gerne. An Palmen hingegen mangelt es dem Offenbacher nicht: Sein Tropicalgermany bringt vom Südring den Urlaub vor die Haustür.

Mühlheim – Im Schatten einer Fabrikhalle ragen die typischen Zweige in die Höhe. Der Besucher schreitet unter einem hohen Dach aus frischem Grün zum „Daniel Düsentrieb“ der Gartengestaltung. Gerade kommt der vorerst letzte Laster mit einer Ladung „Winterharte“ aus Spanien. „Diesmal habt ihr’s übertrieben“, sagte kürzlich ein Erzeuger dem Händler, „ihr habt uns leer gekauft“. Hanfpalmen, zum Beispiel, liegen während der Pandemie voll im Trend. So eine Trachycarpus fortunei, so der botanische Name, gedeiht im Himalaya bis in 2500 Meter Höhe, hält bis zu minus 18 Grad aus und sei eine der günstigsten Arten.

„Die Qualität muss stimmen“

Oder eine Phoenix canariensis, eine kanarische Dattelpalme, Oliven-, Zitrus- und Orangenbäume sind hierzulande sehr gefragt. „Wir bekommen ständig neue Lieferungen von vier, fünf verschiedenen Palmensorten, auch mit zwei oder drei Stämmen“, schildert Düsterdick. „Die Toskana hat oft die bessere Qualität, die besseren Preise“, verrät er. Allen Artikeln gemein ist, dass sie im Freiland aufgezogen werden und Kälte gewöhnt sind.

Der Unternehmer schaut sich im gesamten Mittelmeerraum um, besucht mehrmals im Jahr verschiedene Baumschulen. „Die Qualität muss stimmen.“, betont er. Um zu überprüfen, ob die Pflanze gut „durchwurzelt“ ist, kippt er den Bottich einer Hanfpalme und streicht die Erde beiseite.

Der gelernte Maler und Lackierer fand’s „schon immer schön am Mittelmeer“, die graziösen Bäume haben ihn fasziniert. Vor 25 Jahren begann er, an seinem Häuschen im Lohwald mit Palmen zu experimentieren. „Alle haben mich belächelt und gesagt, das sei unmöglich in Deutschland, aber ein Pavillon genügt, um Zitrusfrüchte zu schützen.“ Er hat viel recherchiert und nicht locker gelassen, mit dem Wetteramt telefoniert.

„35 Sorten wachsen in Deutschland“

„In den vergangenen 100 Jahren gab’s nur fünf-, sechsmal Schnee zu Weihnachten“, deute sich der Klimawandel zugunsten der Palmenfreunde an. „35 Sorten wachsen in Deutschland“, lernte Düsterdick, 28 Bäume blühen heute in seinem Garten. Er arbeitet mit drei Speditionen, die selbst Kunden in Berlin und München beliefern. „Du musst ehrlich zu den Leuten sein“, unterstreicht er die Bedeutung einer guten Beratung. „Hinterm Haus, Nord-Ost-Seite, dann halten sie bis minus acht Grad im Wind aus.“ Aber vier Stunden Sonne am Tag brauchen sie.

Jetzt residiert er mit Tropicalgermany schon im dritten Jahr am Südring, bietet für alle Fälle auch Schilfmatten als Winterschutz und Flieshauben, damit die Gewächse nicht so viel Wasser verdunsten. Auf 300 Quadratmetern seien „immer Pflanzen da“. Wichtig ist ihm, „dass man die Früchte auch essen kann“.

Selbst für Balkone gibt’s spezielle Größen. Die werden dann von Düsterdick, mithilfe seiner zehnjährigen Tochter Alessia, die in den Ferien ab und zu in der Urlaubsoase vorbeischaut, umgetopft. Tropicalgermany vermietet auch Pflanzen für Firmenfeiern, Hochzeiten und Aufführungen, sogar längerfristig. (Michael Prochnow)

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