Vergebliches Warten auf die Folterknechte

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Anna Brösel, Laura Mücke und Hans-Christian Kwol (von links) von der Jugendtheatergruppe „Teilzeitdenker“ gingen bei den Aufführungen buchstäblich durch die Hölle.

Mühlheim - (tap) Viel Applaus erntete die Jugendtheatergruppe „Teilzeitdenker“ am Wochenende im Pfarrheim von St. Sebastian für ihre Aufführungen des Sartre-Stücks „Geschlossene Gesellschaft“.

Mit dem Stück feierten die „Teilzeitdenker“ Premiere, die acht Laienschauspieler arbeiten seit einem Jahr mit ihrem Jungregisseur Philippe Bender zusammen.

In dem Stück geht es um zwei Frauen und einen Mann, die in der Hölle aufeinander treffen. Schnell stellen die drei Menschen fest, dass die Hölle ganz anders als erwartet ist. So warten die lesbische Postangestellte Inès (Anne Brösel), die reiche Estelle (Laura Mücke) und der Journalist Garcin (Hans-Christian Kwol) vergeblich auf die berüchtigten Folterknechte. Was sie zu Beginn noch nicht bemerken: Ein Folterknecht steckt in jedem von ihnen selbst. So quält der eine Gefangene den anderen. „Die Hölle, das sind die anderen“, stellen die Protagonisten sehr bald fest.

Regisseur Bender setzte in seiner Interpretation auf multimediale Einsätze. So ließ er einzelne Rückblicke in Videos und auf separaten kleinen Bühnen darstellen. Diese moderne Umsetzung fand vor allem bei den jüngeren Generationen großen Anklang.

Die „Teilzeitdenker“ wollen auch nächstes Jahr ein Stück aufzuführen. „Es können gerne noch weitere Theaterbegeisterte zu uns stoßen“, sagt Philippe Bender, demzufolge der Erlös der beiden Vorstellungen an die Organisation „Lichtbrücke“ geht, die bedürftige Kinder in Bangladesh unterstützt. Auch künftig wolle die Theatergruppe den Erlös ihrer Aufführungen an Hilfsorganisationen spenden.

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