Gemeinsames Musizieren

Singen in Pfadfindermanier

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Dreimal so viele Stimmen wie im vergangenen Jahr sind dem Lockruf der Concordia-Chöre in den Garten des Musiker-Hauses am Grünen See gefolgt.  - Foto: m

Mühlheim - Ein Gesangverein wittert Morgenluft: Gleich dreimal so viele Stimmen wie sonst haben sich um das Feuer im Garten des Musiker-Hauses am Grünen See versammelt. Die Concordia-Chöre hatten eingeladen, Lieder aus der Mundorgel zu singen. Von Michael Prochnow

Die Idylle war perfekt, der Rasen trotz der langen Trockenheit noch saftig grün, und das Laub raschelte im sanften Wind. Concordia-Vorsitzender Josef Zepezauer traute seinen Augen nicht: Im Nu waren die Parkplätze auf dem Vereinsgelände am Grünen See, das sich sein Chor mit dem Musikverein Dietesheim teilt, belegt. Wer erst wenige Minuten vor der Veranstaltung eintraf, musste für sein Gefährt außerhalb einen Platz suchen. Selbst für Drahtesel wurde es eng.

Bis zum ersten Takt waren dreimal so viele Sangesfreunde in den Garten gekommen wie vor einem Jahr. „Singen ist wieder gefragt“, analysierte der Concordia-Chef erfreut. Sein Vize Norbert Schmitt und Beisitzer Stefan Arnold hatten schon die Gitarren ausgepackt, Heini Geist richtete sich das schwere Akkordeon auf dem Schoß. Auf den weißen Monoblöcken, den leichten Plastik-Gartenstühlen, haben die Besucher Platz genommen, in einem Betonquader mit Drahtgestell drüber und gefüllter Gießkanne daneben flackerte leise ein Feuer.

Dann stimmte das Trio das lustige „Zigeunerleben“ an, die „Country Roads“ und die getragene Erkenntnis, „die Antwort kennt nur der Wind“. Die Sänger und Musiker hatten aber auch Oldies und Evergreens aus der Schlagerwelt vorbereitet, die praktisch jeder kennt. Inbrünstig schmetterte die Runde Peter Alexanders „Die kleine Kneipe“ und Udo Jürgens’ „Griechischer Wein“. Pflichtprogramm in Pfadfindermanier ist freilich „Hoch auf dem gelben Wagen“ und die eher traurig stimmende Überlegung, „Sag mir, wo die Blumen sind“.

Die Gastgeber hatten eigens DIN-A4-Blätter mit Troubadix, dem wenig geliebten Sangesstar aus Asterix’ und Obelix’ Dorf mit der Harfe, bedruckt und zusammengeheftet ausgelegt. Helfer an der Theke stärkten die Gesangsstimmen mit Bier und Cola, Wiener Würstchen und Senf. Zepezauer verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass vielleicht doch der ein oder andere, der eben noch aus Leibeskräften Lieder schmetterte, mal donnerstags bei einer Probe der Concordia vorbeischaut.

Bilder: Steinbruch-Festival am Grünen See

„Wenn ihnen Singen in der Badewanne auf Dauer zu langweilig wird, wenn sie lieber in netter Gesellschaft die Stimme erheben, Harmonie und Taktgefühl schätzen – dann kommen sie doch mal vorbei“, warb der Vorsitzende.

Und für einen neuen jungen Chor: „Music Is A Doctor“, sagt die Concordia, „sie befreit und macht glücklich“. Gesucht sind junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren, die moderne Musik lieben und pfiffige Ideen haben. „Steht ihr auf Rock- und Popmusik und wollt ihr gerne selbst ausprobieren, ob ihr eventuell sogar bühnenreif seid, dann seid ihr bei uns genau richtig.“ Das erste Treffen ist am Mittwoch, 12. September, um 19.30 Uhr bei der Concordia, Am Grünen See 1.

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