Vielleicht ein Lese-Opa als Leiter

Mühlheim - Friedrich-Ebert-Schule: Sanitätsdienst sucht neuen Betreuer oder ein Team für Austausch und Ausbildung am Nachmittag

Michael Prochnow

Vor vier Jahren startete die ausgebildete Sanitäterin Heike Richter den 100. Schulsanitätsdienst in Hessen an der Friedrich-Eber-Schule. Das Angebot bildete damals einen von mehreren Schwerpunkten, die sich die Schülervertretung (SV) und die Verbindungslehrerin vorgenommen haben. Das neue Angebot stieß bei den Jungendlichen auf reges Interesse, fast 40 Mädchen und Jungen gehören heute der Gruppe an.

Glücklicherweise, blickt der bisherige Leiter Daniel Haupt zurück, mussten die freiwilligen Helferinnen und Helfer meistens nur Pflaster verkleben und Eisbeutel auflegen. Nur selten mussten sie nach einem Sturz den Notarzt hinzuziehen. Täglich halten sich zwei Mitglieder der Gruppe in den Pausen im Sanitätsraum auf, stehen parat für den Fall, dass sich jemand verletzt. So schiebt jedes Mitglied alle 14 Tage Dienst.

Der Einsatzplan hängt auch im Sekretariat, so dass die jeweils aktiven Mitglieder ausgerufen werden können. Anlass für den Schritt an die Öffentlichkeit war gestern, dass Lehrerin Richter mittlerweile eine Funktionsstelle bekleidet und als Konrektorin weniger Zeit für zusätzliche Aktivitäten hat.

Christoph Müller argumentiert als Schulleiter außerdem, dass die Betreuung des Schulsanitätsdienstes nicht von einer Lehrkraft wahrgenommen werden müsse. Zehntklässler Daniel Haupt verlässt jedoch in wenigen Monaten die Realschule, so dass die engagierte Helfertruppe „kopflos“ wäre.

Sylvia Howe von der Servi cestelle Ehrenamt beim DRK-Kreisverband Offenbach unterstützt Schülergruppen an fast 20 Schulen im Kreis. Allerdings kann auch sie derzeit keinen Rot-Kreuzler vermitteln, der alle 14 Tage die jungen Ehrenamtlichen an der Haupt- und Realschule begleiten könnte.

„Es geht um die Aufarbeitung von schwereren Einsätzen“, skizzierte sie den Aufgabenbereich, „um die Bearbeitung interessanter Themen wie Kopfverletzung und ihre Folgen, um die Aus- und Weiterbildung der Schüler“. Wer darin noch nicht viel Erfahrung hat, werde beim DRK-Kreisverband gründlich vorbereitet und begleitet.

Konrektorin Richter könnte sich einen Senior vorstellen, der vielleicht auch Lust hat, in Klasse fünf als „Lese-Opa“ mitzuwirken. Sie schwärmte von der Bereitschaft der jungen Mühlheimer, die sich zuletzt an einem Wochenende zur Fortbildung trafen.

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