Weihnachtskonzert

Vielseitigkeit unter Beweis gestellt

Volles Haus: Beim Weihnachtskonzert des Musikvereins Dietesheim bleibt kein Platz leer. Foto: krämer
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Volles Haus: Beim Weihnachtskonzert des Musikvereins Dietesheim bleibt kein Platz leer.

Großes Weihnachtskonzert des Musikvereins Dietesheim in der Willy-Brandt-Halle

Mühlheim – Bereits drei Jahre spielt die zwölfjährige Gymnasiastin Luisa Freymann im Vororchester des Musikvereins Dietesheim. 

Kein Wunder, bedenkt man, dass sowohl ihre ältere Schwester Isabel an der Klarinette als auch ihr Vater Lars an der Trompete seit mehreren Jahren im Verein tätig sind. Gleichzeitig versinnbildlicht die musikalische Mühlheimer Familie die exzellente Jugendarbeit des 1904 gegründeten Vereins.

Mit mehr 100 Protagonisten und einem dreistündigen Konzert zelebrierte der ambitionierte Musikverein in der ausverkauften Willy-Brandt-Halle sein diesjähriges Weihnachtskonzert. Auch wenn die jüngsten Vereinsmitglieder erst seit wenigen Monaten ihre Instrumente erlernen, bekommen sie dennoch beim „Monster Rock“ von Tom Molter die Gelegenheit, mit ihrem „Beginnerorchesterhaft“ unter der Leitung von Johannes Busch „monsterhaft abzurocken“. Beachtlich, welchen Groove der junge Klangkörper vor den begeisterten Zuhörern entfaltet.

Nicht minder dynamisch fallen die Stücke „Los Niños Españoles“ von Wayne Dyess und „Distant Castles“ von Randy Navarre, gespielt vom Vororchester, aus. Für einen kurzen Moment der Nostalgie sorgt ein 80er-Jahre-Medley, vorgetragen vom Jugendorchester. Doch auch jüngere Musikfans kommen mit einem Ed-Sheeran-Potpourri voll auf ihre Kosten. Mit hoher Präzision und sehr guter Intonation beweisen die jungen Musiker unter der Leitung von Jaroslav Micka, dass sich das Hauptorchester auch in den kommenden Jahren keine Sorgen um den Nachwuchs machen muss. Schließlich stellen die drei Jugendorchester das Fundament des versierten Hauptorchesters dar. Damit das Publikum bei solch einer Vielfalt nicht den Überblick verliert, leitet Moderator Thomas Uhl zwischen den Titeln gekonnt über.

Mit dem Orchesterwerk „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss, der Ouvertüre zur Operette „Banditenstreiche“ von Franz von Suppé, der Filmmusik zum deutschen Klassiker „Das Boot“ von Klaus Doldinger, einem James-Bond- und Charles-Chaplin-Medley sowie einer „Erinnerung an den „Zirkus Renz“ von Gustav Peter beweisen der exquisite Mühlheimer Klangkörper sowie sein Dirigent Frank Winkler ihre Vielseitigkeit.

Insbesondere deren Interpretation von Rob Romeyns „Zeus, King Of The Gods“ stellt einen von vielen Höhepunkten dar. Durch den opulenten Blechbläsersound spürt das Publikum wahrlich die Blitze durch die Gehörgänge zischen. Nicht einfach hat es an diesem Abend die Rhythmussektion, die ihre Aufgabe virtuos meistert.

Auch wenn das Publikum auf weihnachtliche Titel bis zum Konzertende warten muss, sorgen Lieder wie „Alle Jahre wieder“, „Kommet ihr Hirten“ oder „Tochter Zion“ für einen stimmungsvollen Konzertabschluss. Zumal das Publikum zur Mitwirkung eingeladen wird und die Liedtexte im Programmheft abgedruckt sind. So dürften nach diesem eindrucksvollen Konzert die Freymanns nicht die letzte Mühlheimer Familie gewesen sein, die sich für die gute musikalische Arbeit des Vereins begeistert.

VON SEBASTIAN KRÄMER

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