TSV Lämmerspiel wartet auf Kunstrasen

Mühlheim: Aktuell rollt kein rundes Leder über den Platz am Offenbacher Weg

Aktuell kein Kicken möglich: Bagger rollen auf dem Gelände der TSV Lämmerspiel.
+
Aktuell kein Kicken möglich: Bagger rollen auf dem Gelände der TSV Lämmerspiel.

Bei den Kickern der TSV Lämmerspiel sind nicht allein Corona-Einschränkungen dafür verantwortlich, dass kein Ball mehr rollt. Die Plätze auf der städtischen Anlage am Offenbacher Weg werden derzeit komplett erneuert – und um 90 Grad gedreht. Die Arbeiten liegen im Zeitplan, zeigt Fußball-Abteilungsleiter Roland Holzberger bei einem Rundgang über die Baustelle.

Mühlheim – Künftig wird es zwei große Felder mit Natur- und mit Kunstrasen geben (wir berichteten). Das ist möglich, weil diese in West-Ost-Richtung und umgekehrt bespielt werden und die Aschenbahn wegfällt. Dies ist auf dem Gelände zwischen Rodau und Waldrand bereits zu erkennen. Auf dem nördlichen Zipfel des Areals soll ein Kleinfeld in Nord-Süd-Ausrichtung mit synthetischem Untergrund ausgestattet werden.

Dabei werde kein Kunststoff-Granulat verbaut, das sich als umweltschädlich erwiesen habe, weil es mit der Zeit herausgeschwemmt werde, betont Holzberger. Auch über Kork werden die Lämmerspieler nicht dem Leder nachjagen: „Wir haben mehrere Optionen angeschaut und uns für eine Sandfüllung entschieden“, berichtet der Leiter, „die feinen Körner stützen die Fasern, damit sie nicht zusammenhängen“. Das sei sinnvoll, weil die Akteure häufig über den Boden rutschen und das Material dabei verlagern.

Zwei Millionen Euro kostet die Sanierung, bleibt es bei den Kostenvoranschlägen. Dazu fließen Zuschüsse von Land und Kreis in die Maßnahme. „Die Anlage hätte so oder so saniert werden müssen“, sagt Holzberger. Mit seinem Team leistete er einen Anteil der TSV: „Wir haben 59 000 Verbundpflaster- und Bordsteine abgetragen“, verkündet er stolz. Die Menge maß er mit der Zahl der aufgeschichteter Euro-Paletten.

Auch die Beton-Tribüne haben die 68 Sportler samstags in zwei Schichten entfernt. Um die Entsorgung mussten sich die Männer nicht kümmern, sie konnten die Steine nach Hanau abgeben. So haben sie Kosten in Höhe von rund 80 000 Euro eingespart, vermeldet der Sprecher. Das sei auch der heimischen Firma Felbinger zu verdanken, die Container bereitgestellt hat. Mittlerweile hat der Generalunternehmer, die Firma Dillmann aus Nidderau, die alten Schichten von Rasen und Laufbahn ab- und neuen Schotter aufgetragen.

Dillmann habe bereits vor 38 Jahren das Sportzentrum gebaut, weiß der TSV-Repräsentant. „Und der jetzige Bauleiter war damals als Lehrbub dabei.“

Die Aktiven haben sich im Vorstand darauf geeinigt, beide Hauptplätze mit den gleichen Maßen auszustatten, 90 Meter lang, 56 breit. Damit können in Lämmerspiel zwar keine Weltmeisterschaften ausgetragen werden, aber eben nationale Begegnungen.

Der Kunstrasen im oberen Teil wird 60 mal 47 Meter messen. Durch seine Nord-Süd-Ausrichtung muss der Ballzaun an der Längsseite nur vier Meter hoch sein, die schmalere Seite zu den Nachbarplätzen sechs Meter. Auch dabei spare die Stadt, argumentiert der TSV-Mann. Die Ausmaße können für Mannschaften bis zur D-Jugend bespielt werden.

„Kleinere Felder sind vorteilhaft für Spieler mit schnellem Antritt“, größere Flächen kommen den Ausdauernden zupass. Wenn die Anlage im Mai oder Juni wiedereröffnet wird, werden die Laufbahnen für die Schüler fehlen, sagt Holzberger. Die Klassen organisieren aber schon jetzt die leichtathletischen Disziplinen der Bundesjugendspiele im Zentrum an der Anton-Dey-Straße.

(Von Michael Prochnow)

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare