Trockenheit dämmt Bestand ein / Keine Nachkartierung

Weniger Mücken

Mühlheim – Stechmücken gehören nicht gerade zu den beliebtesten Begleiterscheinungen der warmen Tage.

Zuletzt war auch in manchen hessischen Kommunen die Sorge groß, in diesem Jahr könnte die Population besonders üppig ausfallen, weil Regen den Pegel des Rheins hat steigen lassen und Hubschrauber zur Bekämpfung der Insekten ausgefallen waren.

Im vergangenen Jahr schickte man sich auch in Mühlheim an, gegen das vermehrte Aufkommen dieser Insekten vorzugehen. Der Magistrat wurde auf einen Antrag der Koalition hin bereits im Sommer 2017 damit beauftragt, „Möglichkeiten zur Eindämmung der Vermehrung der Stechmücke im bewohnten Stadtgebiet zu finden“ (wir berichteten).

Als Partner für das Projekt entschied man sich für die Firma ICYBAC Mosquitocontrol, die ihrerseits Unternehmenstochter der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS e.V.) ist. „Die Erfolge der Organisation sind beispielsweise im Rheingebiet seit Jahren gut sichtbar“, heißt es in einem städtischen Schreiben.

Es wurden speziellen Fallen im Untersuchungsgebiet von Markwald und Lämmerspiel zur Bestimmung der Mückenarten installiert, um somit mögliche Brutstätten eingrenzen zu können. Anschließend gab es eine detaillierte Bestandsuntersuchung. Dabei wurden die betroffenen Areale der in Frage kommenden potenziellen Brutgewässer beziehungsweise Überflutungsflächen erfasst. Dafür wurden laut der Mitteilung aus dem Rathaus bislang 13 000 Euro aufgewendet.

Da in den vergangenen Monaten viele Kleingewässer aufgrund der sehr geringen Niederschlagsmengen in diesem Jahr trockengefallen sind, habe dies „für die Bevölkerung den positiven Nebeneffekt, dass es bisher kaum Belästigungen durch Stechmücken gibt.“

Die lange Trockenheit habe vor allem jene Mückenarten in ihrer Vermehrung ausgebremst, die ihre Eier auf Überflutungsflächen oder in feuchten Waldgebieten ablegen. Ihnen fehlten zurzeit schlicht die nötigen Brutbiotope und damit die Lebensgrundlage. Das hat auch Auswirkungen, auf die generelle Strategie, das Vorkommen von Mücken einzudämmen: „Die im letzten Sommer angedachte Nachkartierung der Mückenbrutstätten ist bei diesen Bedingungen nicht umsetzbar“, wird in der Mitteilung der Stadt betont. Damit kommt also auch kein Biozid zum Einsatz. Schon als die Pläne bekannt wurden, hieß es schließlich ausdrücklich, dass dies ohne eine Kartierung und genaue Bestimmung der Mückenarten von fachlicher Seite aus nicht empfohlen werde. Hausmücken, die ihre Eier in Regentonnen oder kleinen Wasseransammlungen wie Blumenuntersetzern ablegen, habe die Trockenheit dagegen weniger ausgemacht. Sie finden weiterhin ideale Brutbedingungen vor.

Sollte es in den kommenden Wochen zu einem vermehrten Auftreten von Stechmücken kommen, sei vorrangig eine genaue Bestimmung nötig, da die verschiedenen Arten unterschiedliche Brutstätten nutzen. „Dies ist von entscheidender Bedeutung, um sinnvolle Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.“ Bürger, denen eine Vermehrung der Mücken auffällt, werden gebeten, sich bei der Stadtverwaltung, Sachgebiet Umwelt und Freiraum, unter z 06108 601821 zu melden.  wac

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