Wenn auch das Auge mithört

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Das SUM-Schülerorchester eröffnete den Abend mit der „Cayuga Lake Ouverture“.

Mühlheim - „Das Auge hört mit“, sinnierte Thilo Schäfer und bestätigte damit den Eindruck, den die drei Orchester der Sport-Union Mühlheim (SUM) in der Willy-Brandt-Halle hinterließen: Musik ist mehr als nur das Erzeugen von Tönen. Von Michael Prochnow

Wobei selbst die Jüngsten im Schüler-Ensemble ihre Instrumente bereits sicher beherrschen, wie sie zu Beginn des Frühlingskonzerts am Samstagabend eindrucksvoll unter Beweis stellten. Mit Kreativität, Engagement und viel Liebe zur Blasmusik setzte die Abteilung ihre Auftritte in Szene.

Dazu zählten Informationen über die Stücke im Programm auf einer Leinwand. Marvin Greifenstein hatte die Werke bebildert und nebenbei auch sämtliche Akteure auf der Bühne namentlich vorgestellt. Sie kommen auch aus den Nachbarstädten, und das hat einen Grund: „Ich unterstütze das Vereinswesen und möchte, dass meine Kinder nicht in einer teuren Musikschule ausgebildet werden und erst dann in ein Orchester gehen können“, erklärte ein Vater aus Hausen.

Großes Schülerorchester eröffnet den Abend

Das SUM-Schülerorchester eröffnete den Abend mit der „Cayuga Lake Ouverture“.

Das Konzept der Mühlenstädter scheint aufzugehen - 42 Mädchen und Jungen zwischen neun und 15 Jahren treffen sich montags ab 17.45 Uhr bei der SUM an der Friedenstraße und bilden das Schülerorchester, versuchte Moderator Schäfer die Schüler in den Zuschauerreihen zu gewinnen. Mit Flöte bis Tuba sowie einem mannigfaltigen Schlagwerk sei ein breites Spektrum abgedeckt. Eine Instrumentalistin beherrscht sogar ein Fagott.

Die Gruppe spielte mit Leiterin Anna Muthig internationale Werke, eröffnete den Abend mit der „Cayuga Lake Ouverture“ und interpretierte das französische Märchen von der „Schönen und dem Biest“ mit einem Arrangement von Paul Lavender. Afrikanische Atmosphäre brachten die Talente mit „Siyahamba“ in das Bürgerhaus.

Selbst die Schüler-Formation verfüge bereits über einen „vollen Terminkalender“, informierte Schäfer. Sie gestalte Schulfeste, Martinszug und Weihnachtsmarkt mit, stelle sich obendrein einem Wertungsmusizieren. „Das ist wie Fußball mit Musik!“

Schäfer: „Drei Konzerte zum Preis von einem“

Das Jugendorchester umfasst 33 Teenager im Alter von 13 bis 17 Jahren, die sich montags ab 19 Uhr auf ein breites Repertoire vorbereiten. Einen Einblick vermittelte der Kreis um Holger Sondergeld mit dem festlichen „March From The Ark“ und der Titelmelodie des Zeichentrickfilms „Lukas“, eines Jungen, der auf Ameisengröße schrumpft.

Schwere Schritte, knarrende Türen und eine Turmglocke, blaues Licht, Nebel und dumpfe Paukenschläge, dazu tanzte eine Fee über die Bühne, Draculas Söhne schwebten durch die Reihen und sogar der Dirigent trägt eine Henkersmaske: So setzte die Jugend „A Little Suite Of Horror“ in Szene. „Drei Konzerte zum Preis von einem“, hatte Schäfer geworben und nicht zu viel versprochen.

Der zweite Teil gehörte dem großen Orchester unter Leitung von Sven Greifenstein, das mit den Klängen von Schlössern, Rittern und Abenteuern loslegte. Mit dem „Amerikaner in Paris“, „High Noon“, „Bonanza“ und John Wayne"s „Comancheros“ traf es die TV-Jugend der meisten Zuhörer. Geprägt von kreativen Percussion-Akzenten und sicheren Solisten überzeugte das junge Team ebenso mit dem anspruchsvollen „Pacis Valley“ und mit dem beliebten „Abba Gold“.

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