Wenn der Wachmann klingelt

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Mit wenigen Handgriffen verschaffen sich Ganoven unerlaubten Zugang in Häuser und Wohnungen. Die Mühlheimer Polizei informierte bei einem Rundgang durch die Markwald-Siedlung und das Franzosenviertel über Sicherheitsmaßnahmen.

Mühlheim ‐ Einigen Hausbewohnern dürfte in der vergangenen Woche sicher so manch ein Schreck in die Glieder gefahren sein. Klingelten doch an einer Reihe von Türen uniformierte Beamte. Schlimme Nachrichten hatten sie jedoch nicht im Gepäck, sondern nur ein Reihe von Hinweisen, wie sich die Bewohner vor Einbrüchen schützen können. Von Katharina Platt

Denn genau in dieser Mission waren Hauptkommissar Krüger und seine Kollegin Oberkommissarin Ernst unterwegs.

Durch die Markwald-Siedlung und im Bereich der Roten Warte absolvierten die Polizeibeamten einen Rundgang und achteten insbesondere auf geöffnete Fenster und Türen. In unregelmäßigen Abständen patroulliert die Mühlheimer Polizei durch die Viertel. Immer wieder stoßen sie dabei auf offene Türen und Fenster, die Einbrecher nur all zu häufig als „Einladung“ verstehen, sich unerlaubten Zutritt in die Wohnhäuser zu verschaffen.

Für den Rundgang in den besagten Vierteln gibt es einen aktuellen Anlass. In dem besuchten Bereich kam es aktuell zu zwei Einbrüchen innerhalb von einer Woche. Grund genug, die Bewohner über die Schwachstellen ihrer Häuser und Wohnungen zu informieren.

Viele dankbar für kurzen Besuch

Trotz der eisigen Temperaturen stießen Krüger und Ernst auf einige gekippte Fenster. Ein solches nahmen die Polizisten, die sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrzeug unterwegs waren, zum Anlass, die Hausbesitzer oder Mieter über die Gefahren aufzuklären.

Der Satz: „Keine Sorge, es ist nichts passiert“, wurde an diesem Nachmittag zum Standardspruch der Beamten. War es ja nicht ihre Absicht, die Mühlheimer zu erschrecken.

Die meisten Anwohner reagierten dankbar auf unseren kurzen Besuch“, erinnert sich Polizeihauptkommissar Krüger. Aufmerksam lauschten die Mühlheimer den Tipps der Profis.

Krüger und seine Kollegen wissen, dass ein gekipptes Fenster oder eine angelehnte Balkontür nur zu oft von Einbrechern und Ganoven als „Einladung“ verstanden wird, der Wohnung einen Besuch abzustatten. Dass man sein Hab und Gut in vielen Fällen schon mit kleinen Maßnahmen an Fenster und Türen schützen kann, war Grundlage der Beratungsgespräche, die die Beamten mit den Anwohnern führten.

Absoluten Schutz gibt es nicht

Vor allem in den Wintermonaten werden vermehrt Einbrüche gemeldet. Die Täter nutzen dann den Schutz der Dunkelheit, sich in die vier Wände ahnungsloser Bürger einzuschleichen. Auch wenn in dieser Zeit die Ordnungshüter vermehrt Streife fahren, kommt es immer wieder zum unerlaubten Eindringen. „Einen absoluten Schutz gibt es nicht“, sagt Krüger. Wolle ein Einbrecher in ein Haus, gelinge ihm das meistens auch irgendwie. Allerdings könne man es den Ganoven schwerer machen.

Wichtiger Kooperationspartner der Beamten ist der Polizeiladen am Offenbacher Aliceplatz. Bei ihm können sich Interessierte über Sicherungen für Fenster und Türen informieren und Rat einholen. Beratungstermine werden unter Tel.: 0800/3110110 vergeben.

Auch bei kurzer Abwesenheit sollte man daher Haus-, Balkon- und Wohnungstüren sowie Fenster schließen. Mit mechanischen Sicherungen könne man außerdem ein leichtes Aufhebeln verhindern. Ist es allerdings schon zu spät und der Bewohner findet bei seiner Rückkehr eine aufgebrochene Tür vor, gibt es einige Regeln zu beachten. „Als erstes sollte man die Polizei informieren und die Wohnung nicht betreten“, erklärt Krüger. Schließlich könne sich ein Täter noch im Gebäude befinden. Betritt man dennoch sein verwüstetes Heim, sollte man nicht erst aufräumen, sondern auch dann als nächstes die 110 wählen. Werden zu viele Dinge berührt, können Spuren des Täter zerstört werden.

Keine Chance für Diebe: Tipps von der Polizei

  • Haus-, Balkon- und Wohnungstüren immer mechanisch sichern.
  • Einbruchhemmende Fenster und Türen verhindern das sekundenschnelle Öffnen einer Tür mit einem Schraubendreher.
  • Verdächtige Beobachtungen sofort der Polizei mitteilen.
  • Türen und Fenster auch bei kurzer Abwesenheit schließen.
  • Rollläden nur nachts runter lassen.
  • Infos gibt es unter www.nicht-bei-mir.de und bei der Beratungsstelle des Polizeipräsidiums Südosthessen unter Tel.: 0800/3110 11.

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