„Experte ist der Betrachter“

Werke von Josef Weidner im Rathaus

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Abstrakt und figürlich sind die Bilder von Josef Weidner, dessen Werke bis zum 20. Mai im Mühlheimer Rathaus zu sehen sind.

Mühlheim - Im Rathaus trifft gerade Kunst auf Fantasie und Farbe. So umschreibt der erfahrene Hobbymaler Josef Weidner seine abstrakten bis figürlichen Bilder und Plastiken. Nach Ansicht von Bürgermeister Daniel Tybussek gehört mehr Kunst in den öffentlichen Raum.

Die Werke des Hobbymalers Josef Weidner hängen im Mühlheimer Rathaus an Stellwänden und in den Gängen oder sind in Vitrinen zu bewundern. Zur Eröffnung der Schau war auch Bürgermeister Daniel Tybussek gekommen. Eine Wespe in schwarz-weiß, Krabbelgetier mit rot-braunem Fell und sechs oder acht Beinen, dazwischen menschliche Wesen, alle viel kleiner als die Insekten, auf einem amerikanischem Panzer sitzend oder in einen Kokon gehüllt.

Josef Weidner vergrößert digitale Abbildungen am Computer und setzt sie in die Kulisse aus grauen Matten, einem blauen Meer und dem All. Aus der Nähe lassen sich die Pixel der Insekten erkennen. Und wer das Wimmelbild immer wieder ansieht, entdeckt noch neue Details. Gefragt nach Inhalten und Bedeutung seiner Bilder beruft sich Josef Weidner auf die Fantasie seiner Gäste: „Was sehen Sie denn?“ Der Besucher ist der Experte, entscheidet, was der Künstler mitteilt. So liebt es Weidner, genießt es, wenn die Betrachter ihren Gedanken freien Lauf lassen. Sie stehen vor Gebilden in Grautönen auf kleinen, quadratischen Flächen, die in großen Rahmen hängen, erkennen menschliche Körper, nach einer Weile sogar Gesichter.

Er nutze „Kräfte des inneren, künstlerischen Drangs“, die einen „schöpferischen Prozess“ freisetzen. Er arbeitet mit Filzstiften, zieht Linien mit Acrylfarbe nach. Andere Bilder entstanden aus einer Kombination aus Acryl- und Ölfarbe. In den Vitrinen zeigt er Briefmarken mit seinen Motiven sowie Skulpturen wie Zwillinge aus einem Holzklotz und die „Symbiose der Entwicklung“. So heißt eine Plastik aus einem Mini-Leiterwagen mit Computerteilen und einer Bronze-Hand.

Der Oberpfälzer, Jahrgang 1958, hat in Frankfurt Architektur mit dem Schwerpunkt Städtebau studiert. Heute ist er Klimaschutzbeauftragter der Stadt Neu-Isenburg. Bereits als Jugendlicher experimentierte er mit verschiedenen Maltechniken, Farben und Formen. Später belegte er Kurse an der Städel-Sommerakademie und gewann mehrere Preise.

„Kunst muss gesehen, gehört, bewundert und kritisch betrachtet werden“, fordert Bürgermeister Daniel Tybussek. Die Werke Josef Weidners sind bis zum 20. Mai zu den Öffnungszeiten des Rathauses an der Friedenstraße zu sehen.

M.

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