Geld für Umbauten

Heberer auf der Jagd nach Investoren

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Mühlheim - Bei der Wiener Feinbäckerei Heberer in Mühlheim geht die Suche nach Investoren in eine neue Runde. Intensiv würden Gespräche mit Interessenten geführt. Ein Sprecher: „Es geht aber nur um eine Minderheitsbeteiligung.“ Die Familie will weiterhin das Sagen haben. Von Peter Schulte-Holtey

Seit Jahren ist die Wiener Feinbäckerei auf der Jagd nach frischem Geld. Zwölf Millionen Euro hatten die Verantwortlichen zuletzt durch eine „Jubiläumsanleihe“ von Anlegern erhofft, 8,5 Millionen Euro wurden es schließlich. Das zuckersüße Angebot: eine Verzinsung von sieben Prozent. „Das werden wir in der Höhe auch weiterhin bedienen“, versprach gestern ein Sprecher des Konzerns auf Anfrage unserer Zeitung.

Nun will die Familie Heberer offensichtlich den nächsten Schwenk vorbereiten. „Für die Zukunft prüft das Unternehmen eine mögliche Änderung seiner Unternehmensstruktur“, hieß es gestern aus der Firmenzentrale in Mühlheim. So befinde sich Heberer in Gesprächen mit Investoren, die sich mit einer Minderheitsbeteiligung direkt am Unternehmen beteiligen möchten; dabei soll die Kontrolle bei der Familie verbleiben.

Derweil geht der Umbau des Unternehmens mit Volldampf weiter. Zusammen mit der Wirtschaftsberatung Roland Berger war ein Konzept erarbeitet worden, das besonders die Vorteile der guten Standorte an Verkehrsknotenpunkten betonte. Ein Schwerpunkt des weiteren Ausbaus sollte demnach auf den rentablen „Kirchturm-Standorten“ liegen, Filialen im Umkreis von 100 Kilometern um die Produktionsstätten in Mühlheim, Weimar und Zeesen bei Berlin.

Vieles ist inzwischen im Unternehmen just mit Blick auf die Konzentration auf die Kernregionen in Bewegung gesetzt worden. Auch die Entwicklung an vielfrequentierten Standorten wie Bahnhöfen und Flughäfen kommt nach eigenen Angaben voran. Bis Ende 2014 will Heberer den Umbau abschließen, bei dem unprofitable Standorte geschlossen und andere Filialen ausgebaut wurden.

Im vergangenen Jahr trennte man sich bereits von 50 Filialen. Ende 2014 sollen von derzeit 277 noch 240 übrig bleiben. Zuletzt wurden unter anderem neue Filialen in Bad Homburg, am Flughafen Frankfurt und im Einkaufszentrum Skyline Plaza vorgestellt. Umbauten gab es zum Beispiel in der Filiale am Bahnhof Hanau. Und es soll weiter gehen: Noch in diesem Jahr sind weitere Eröffnungen an U-Bahnhof-Standorten und Verkehrsknotenpunkten geplant. Darüber hinaus setzt Heberer neue Akzente im Bereich der Außenauftritts sowie der Kundenkommunikation. Zufrieden ist man im Mühlheimer Back-Konzern mit dem Konzept „Heberer’s Traditional Bakery“ im Frankfurter Flughafen. Ferner ist geplant, die sogenannten Hochfrequenzstandorte außerhalb der Kernregionen künftig auch in einem Betreiber-Franchise-Modell zu führen.

Eine weitere frohe Botschaft, die gestern verkündet wurde: Trotz der Restrukturierungskosten konnte die Firma ihr operatives Ergebnis im vergangenen Jahr um 28,7 Prozent auf knapp 2,3 Millionen Euro erhöhen. Der Umsatz sank in Folge von Filialschließungen und der Aufgabe des Discountgeschäftes von 114 auf 105 Millionen Euro. „Wir haben bereits früher als erwartet schwarze Zahlen geschrieben, obwohl die Restrukturierung noch nicht abgeschlossen ist“, sagte Alexander Heberer, der das Unternehmen gemeinsam mit seinem Bruder Georg führt.

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